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Sommerfrische

 


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Im Park Wilhelmshöhe:
Kaiser Wilhelm II. (2.v.l.), Kaiserin Auguste Viktoria (5.v.l.), Prinzessin Viktoria Luise (2.v.r.)

Wo die Kaiserfamilie die Sommerfrische genoss
Kassel ist mit Preußen nicht nur durch die Hohenzollern verbunden –
Scheidemann war Oberbürgermeister der Stadt
von Veit-Mario Thiede

Das Kurfürstentum Hessen und mit ihm dessen Landeshauptstadt Kassel, wo dieses Jahr am 17. und 18. Mai das Deutschlandtreffen der Ostpreußen stattfindet, kam erst als Folge des Deutschen Krieges von 1866 an Preußen. Dafür hat es in der Geschichte Preußens im Allgemeinen und der Hohenzollern im Besonderen eine vergleichsweise bedeutende Rolle gespielt.

Man könnte meinen, dass in Kassel alles getan wurde, um die von den Hohenzollern hinterlassenen Spuren zu verwischen. So hieß zum Beispiel der heutige Stadtteil „Vorderer Westen“ zu Kaisers Zeiten „Hohenzollernviertel“ und die 1871 angelegte „Hohenzollernstraße“ wurde später in „Friedrich-Ebert-Straße“ umbenannt. Kaum noch jemand weiß, was es mit der steinernen Krone an der Fassade der 1903 im Stadtteil Bad Wilhelmshöhe geweihten Christuskirche auf sich hat. Sie bezeichnete den der kaiserlichen Familie vorbehaltenen Eingang. Doch über den Weg dahin ist längst Gras gewachsen. Und der Durchgang hinter der Holztür ist heute vermauert.

Geradezu ein Geheimnis ist, dass die Christuskirche eine Kaiserloge aufweist. Die im Kircheninneren befindliche Zugangstür ist zugeschlossen. Hinter ihr befindet sich eine Treppe, deren Geländer mit einem schmiedeeisernen Reichsadler geschmückt ist. Durch den Vorraum mit Einbauküche, die schätzungsweise aus den 1970er Jahren stammt, gelangt man in die Kaiserloge. Sie dient offenbar als Abstellkammer. Immerhin werden in ihr zwei kaiserliche Thronstühle aufbewahrt. Der mit dem etwas höheren Sitz war für Kaiser Wilhelm II. bestimmt. Doch der hat die Christuskirche nie betreten. Seine Gemahlin Auguste Viktoria hingegen besuchte regelmäßig den dortigen Gottesdienst.

Die Kaiserin weilte erstmals 1889 mit den Kindern zur Sommerfrische auf Schloss Wilhelmshöhe. Ab 1891 folgte alljährlich im Anschluss an seine Nordlandfahrt ab Ende August für drei Wochen der Kaiser nach. Wilhelm II. kannte die Hauptstadt des 1866 von Preußen annektierten Kurfürstentums Hessen-Kassel von Kindesbeinen an. Erstmals hielt er sich 1871 in Kassel auf. Der siegreich beendete Deutsch-Französische Krieg, in dem sein Vater, Kronprinz Friedrich, das Kommando über die III. Armee gehabt hatte, gab den Anlass. An der Seite seines Vaters machte er den Einzug des Hessischen Korps in Kassel mit. Ein von ihm eher als unliebsam empfundener Langzeitaufenthalt schloss sich von 1874 bis 1877 an. Um den des Hochmuts bezichtigten Knaben Demut zu lehren, wurde er auf Betreiben seines Erziehers Georg Ernst Hinzpeter von seinen Eltern dazu verdonnert, unter bürgerlichen Mitschülern am Friedrichsgymnasium sein Abitur zu bauen. Nachdem das vollbracht war, zeichnete Wilhelm bei einem festlichen Empfang auf Schloss Wilhelmshöhe seine Lehrer mit Orden aus.

Mit der Besteigung des Throns im Dreikaiserjahr 1888 wurde Wilhelm II. Besitzer von Schloss Wilhelmshöhe, denn zu seinen zahlreichen Würden gehörte fortan auch die des „Landgrafen zu Hessen“. Bauherr und Namensgeber des dreiflügeligen, seit Ende des 18. Jahrhunderts errichteten Schlosses war Landgraf Wilhelm IX., der 1803 zum Kurfürsten erhoben wurde. Da er sich weigerte, dem von Napoleon installierten Rheinbund beizutreten und im Vierten Koalitionskrieg 1806/1807 an der Seite Frankreichs gegen Preußen und Russland zu ziehen, verlor er seine Territorien. Napoleon besetzte Kurhessen und vereinte es mit dem Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel, dem Kurfürstentum Hannover und links der Elbe gelegenen Teilen Preußens zum Königreich Westphalen. Regiert wurde es von Napoleons jüngstem Bruder Jérome. Der residierte im Schloss Wilhelmshöhe, das bis zum Untergang des Königreichs Westphalen 1813 den Namen „Napoleonshöhe“ trug.

Unfreiwillig bezog ein Neffe Napoleon Bonapartes 1870 Räumlichkeiten auf Schloss Wilhelmshöhe: Kaiser Napoleon III. wurde im Deutsch-Französischen Krieg gefangen genommen und für einige Monate in Kassel interniert. Im Weißensteinflügel des Schlosses sind bis heute Möbel ausgestellt, die zur Einrichtung Napoleons III. gehörten. Andere Ausstattungsstücke gehen auf Jérome und die hessischen Kurfürsten zurück. Die Einrichtungsgegenstände Kaiser Wilhelms II. hingegen wurden in den 1920er Jahren fast vollständig beseitigt. Aus wilhelminischer Zeit geblieben sind in einem Raum rote Schonbezüge mit goldenen Kronen – „Hussen“ genannt – mit denen ein Sofa und mehrere Stühle umhüllt sind. Nicht zu besichtigen sind hingegen die sanitären Anlagen, die Wilhelm II. einbauen ließ. Eine anrührende Spur hat der Kaiser im Bergpark hinterlassen: Auf der Roseninsel befindet sich eine Gedenktafel, die er für seinen Lieblingsdackel „Erdmann“ aufstellen ließ.

Ab 1891 traf Wilhelm II. alljährlich mit dem kaiserlichen Sonderzug am Bahnhof Wilhelmshöhe ein. Anfangs mit der Kutsche, später im zitronengelben Daimler, fuhr er unter dem Jubel der Bevölkerung zum Schloss hinauf. Große Teile des Bergparks waren auch während der Aufenthalte der kaiserlichen Familie öffentlich zugänglich. Ein besonderes Spektakel waren Staatsbesuche wie der des englischen Königs Edward VII. im Jahre 1907, zu denen es im Bergpark nächtlich beleuchtete Wasserspiele gab. Auch während des Ersten Weltkriegs setzte der Kaiser seine Wilhelmshöher Sommeraufenthalte fort. Letztmals weilte er vom 25. bis 28. September 1918 auf Schloss Wilhelmshöhe. Von dort fuhr er zum Großen Hauptquartier der Obersten Heeresleitung nach Spa.

Am 14. November 1918 trafen die Offiziere des Großen Hauptquartiers mit einem Militärzug aus Spa in Kassel ein. Von dort aus wurde unter dem Oberbefehl des Generalfeldmarschalls Paul von Hindenburg nach dem verlorenen Krieg die Rückführung der Frontsoldaten in die Heimat organisiert. Das Große Hauptquartier sollte ins Schloss Wilhelmshöhe einziehen. Das lehnte Hindenburg aus Kaisertreue ab und logierte lieber im nebenan gelegenen Schlosshotel. Am 12. Februar 1919 wurde das Große Hauptquartier nach Kolberg verlegt.

Als Schuljunge hatte der in Kassel geborene Philipp Scheidemann Kaiser Wilhelm I. zugejubelt. Als Politiker aber rief er am 9. November 1918 von einem Balkon des Berliner Reichstags die Republik aus und verkündete die Abdankung Wilhelms II. Scheidemann wurde 1919 Reichskanzler der Weimarer Republik, trat aber bald zurück, weil er den Versailler Friedensvertrag für unannehmbar hielt. Von 1920 bis 1925 war Scheidemann Oberbürgermeister von Kassel. Als er am 4. Juni 1922 einen Spaziergang im Bergpark Wilhelmshöhe unternahm, verübten Mitglieder der rechtsradikalen Untergrundorganisation „Organisation Consul“ auf Scheidemann ein Attentat mit Blausäure. Da er im letzten Moment den Kopf zur Seite drehte, wurde er nicht voll getroffen und überlebte den Giftangriff.

Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt, 18/14 v.03.05.2014


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