Europarat mahnt
Im Dezember wurde in
Strassburg ein Bericht des Europarates zur Umsetzung der Europäischen
Sprachencharta in Polen veröffentlicht
Das
Expertenkomitee hat ein umfangreiches Dokument vorgelegt, etwa 15 Seiten werden
der Lage der deutschen Sprache und deren Nutzer gewidmet. Die Autoren haben
darauf hingewiesen, dass in Polen auf diesem Gebiet immer noch viel zu machen
ist. In Bildungsfragen ermutigt das Expertenkomitee die Organe des polnischen
Staates dazu, Kontinuität des Deutschunterrichts zu gewährleisten und regelmäßig
zu überprüfen, wofür die Zuschüsse für den Unterricht der regionalen oder
Minderheitensprachen verwendet werden.
Der Bericht macht darauf aufmerksam, dass es bis jetzt
keine Kindergärten oder Mittelschulen gibt mit Deutsch als Unterrichtssprache.
Es wird vor allem als einer der Fächer unterrichtet, oft wird dabei die Methodik
für die Fremdsprache angewandt.
Experten erinnern an das Recht auf Unterricht von
Geschichte und Traditionen, die mit der Minderheit verbunden sind. Sie ermutigen
auch Staatsorgane dazu, Bildungsmöglichkeiten für Lehrer ab dem Kindergarten bis
zur Mittelstufe und Berufschulen zu schaffen. Die Autoren des Berichts halten
die Hürde von 20 Prozent, die bei der Einführung des Deutschen als Hilfssprache
in den Gemeinde erfüllt werden muss, für zu hoch. Ähnlich wurde die nötige Hürde
von 20 Prozent zur Einführung der zweisprachigen Ortsschilder beurteilt. Es
wurde unterstrichen, dass zwei Gemeinden (Krappitz, 15 Prozent DM und Groß
Strehlitz 14 Prozent DM) die Durchführung von Bürgerbefragung bezüglich der
zweisprachigen Ortsschilder verweigert haben.
Das Expertenkomitee ermutigt die polnischen
Staatsorgane auch zur Gründung von mindestens einem öffentlichen Radio- und
Fernsehsender in der deutschen Sprache auf Gebieten, wo die deutsche Sprache
gebraucht wird. Das Komitee empfiehlt auch den Gebrauch der Minderheitensprache
auf Bahnhofgebäuden und Flughäfen sowie Verwendung von zweisprachigen Broschüren
im Tourismus und Museen. Tłum. Elf