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Der Führer lebt

 


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»Der Führer lebt«
Erich Fellgiebels Meldung war der Gau für seine Mitverschwörer
Von Manuel Ruoff

Es ist etwas Furchtbares passiert, der Führer lebt.“ Mit dieser Meldung aus dem Führerhauptquartier trug Erich Fellgiebel nach dem Attentat auf Adolf Hitler in der „Wolfsschanze“ maßgeblich zur Verwirrung seiner Mitverschwörer vom 20. Juli 1944 bei. Seine Botschaft, deshalb den Putsch abzubrechen und den Plan „Walküre“ nicht auszulösen, befolgten nur einige. Die Folge war, dass der Putschversuch nicht mit der Vehemenz durchgezogen wurde, die notwendig gewesen wäre, um überhaupt eine Chance zu haben, er andererseits aber auch nicht abgebrochen wurde, was vielleicht die Chance zu einem zweiten Versuch geboten hätte.

Fellgiebel galt als „Meister operativer Nachrichtenverbindungen“ und war der erste General der Nachrichtentruppen. In dieser Funktion kam ihm im Kreis der Verschwörer die Aufgabe zu, das Führerhauptquartier nach dem Anschlag auf Hitler nachrichtlich zu isolieren. Die in der „Wolfsschanze“ versammelte Spitze um Hitler sollte weder Informationen erhalten noch Befehle nach außen senden können.

Schließlich muss Fellgiebel die von ihm verhängte Nachrichtensperre aufheben, hat sich jedoch durch sie als Mitverschwörer entlarvt. Noch am Tage des Hitlerattentats wird er an seinem Arbeitsplatz im Führerhauptquartier verhaftet. Er wird vor den Volksgerichtshof gestellt und von Roland Freisler am 10. August 1944 für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Am 4. September 1944 wird das Urteil im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee vollstreckt. Damit endete das Leben eines der kreativsten Nachrichtenköpfe der deutschen Streitkräfte.

Der vor 125 Jahren in Pöpelwitz bei Breslau geborene Spross eines bürgerlichen Rittergutsbesitzers und dessen ebenfalls dem Bürgertum entstammenden Ehefrau war vielseitig begabt. Doch seine besondere Stärke waren die Naturwissenschaften. 1905 begann seine militärische Karriere als Offiziersanwärter und damals bereits bei einem Nachrichtenbataillon. Im Ersten Weltkrieg bewährte er sich, sodass er in die Reichswehr übernommen wurde. Das 100.000-Mann-Heer ließ ihm nur wenige Aufstiegschancen.

Das änderte sich nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten – nicht nur wegen der nun einsetzenden vermehrten Rüstungsanstrengungen, sondern auch wegen des nationalsozialistischen Hangs zu modernen Mitteln. Während der Weltkriegshauptmann in der Weimarer Zeit nur ein einziges Mal befördert worden war, machten die Nationalsozialisten ihn, kaum dass sie an der Macht waren, zum Oberstleutnant und Chef des Stabes des Inspekteurs der Nachrichtentruppen. Nachdem er die Aufgabe des Inspekteurs zuerst nur vertretungsweise wahrgenommen hatte, übernahm er schließlich dieses Amt. 1938 wurde ihm die Leitung des Heeresnachrichtenwesens und der Wehrmachtnachrichtenverbindungen im Oberkommando der Wehrmacht übertragen, was ihn schließlich in die „Wolfsschanze“ brachte. Der Beförderung zum Oberst im Jahre 1934 folgte 1938 die zum Generalmajor und 1940 die zum Generalleutnant, bevor er 1940 schließlich zum General der Nachrichtentruppen ernannt wurde.

Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt Ausgabe 40/11, 08.10.2011

 


 

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