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  <title>Zeitgeschichte im Ostdeutschen Diskussionsforum</title>
  <updated>2014-04-24T15:38:15Z</updated>
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    <name>Ostdeutsches Diskussionsforum</name>
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  <subtitle type="text">Preußen im Spiegel der Zeitgeschichte. - Ausgewählte Berichte mit aktuellem Zeitbezug.</subtitle>
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    <title>Als Papenburg polnisch wurde. Ethnische Säuberungen gab es vor 70 Jahren auch im Westen – Im Emsland mussten Deutsche ganze Dörfer und Städte räumen.</title>
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    <updated>2015-11-08T17:07:22Z</updated>
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    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Images/Emsland-1945-polnisch-besetzt.jpg&quot; title=&quot;&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaum bekannt ist, was von 1945 bis 1947 im Emsland geschah. Zehntausende Polen setzten sich dort fest, um quasi ein eigenes Staatswesen zu errichten. Sie benannten ganz Städte um und richteten sich dauerhaft ein. Erst als sich die Weltlage entscheidend änderte, bereitete die zuständige britische Militärverwaltung dem Spuk ein Ende. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Sie waren eindeutig gekommen, um zu bleiben. Im Frühjahr 1945 teilte die britische Militärverwaltung der 1. Panzerdivision der Polnischen Streitkräfte im Westen (PSZ) ein eigenes Besatzungsgebiet zu. In einer 6.500 Quadratkilometer großen Region des Landkreises Emsland – Bereiche um Oldenburg und Leer zählten ebenfalls dazu – durfte die 16.000 Mann starke Truppe weitgehend selbstständig schalten und walten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Die Männer, die mit ihrer Division und 381 Panzern seit dem 18. April 1944 auf Seiten der Westalliierten gegen die Deutschen gefochten hatten, nutzten dies weidlich aus. Sie wurden, gelinde gesagt, zu ziemlich unbequemen Besatzern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Dies lag sicherlich auch an den nicht erst ab 1939 von Hass und Gewalt geprägten bilateralen Beziehungen zwischen Polens Zweiter Republik und dem Deutschen Reich. Der wichtigste Grund aber war Landhunger. Die Polnische Exilregierung mit Sitz in London stand hinter dem drastischen Vorgehen ihrer Landsleute. Während die angelsächsischen Staatsführungen und auch die sowjetische bemüht waren, ihre Landsleute in Deutschland – Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter, KZ-Insassen oder andere Displaced Persons – möglichst ohne Verzug in die Heimat zurückzuführen, war das beim polnischen Führungspersonal anders. Sie wollten den verhassten Kommunisten im sowjetischen Polen möglichst wenig Landsleute überlassen und waren vielmehr bemüht, möglichst viele Polen im Einflussgebiet ihrer Besatzungstruppen in Deutschland zu sammeln. So wurden nicht nur Polen aus Deutschland, sondern sogar Polen aus Polen vom polnisch besetzten Emsland angezogen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Naheliegenderweise warf das die Frage der Unterbringung auf. Vorhandene Lager wurden umfunktioniert, neue Lager wurden errichtet. Vor allem aber wurde auch im tiefsten Westdeutschland die ostdeutsche Methode angewandt: Deutsche wurden rigoros aus ihrem Wohnraum vertrieben, um Polen Platz zu machen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Am 19. Mai 1945 wurden die Bewohner der Dörfer Tunxdorf und Bokel deportiert. In Tunxdorf wurden 589 Polen und in Bokel 533 Polen untergebracht. Den beiden Dörfern folgte mit Haren eine ganze Stadt. Am 20. Mai begann die Deportation der Bürger des Ortes. Mitgenommen werden durften nur Kleidung, Bettbezüge, Lebensmittel, Haustiere und Wertsachen. Die Deportierten wurden auf 30 emsländische Gemeinden zwischen Lingen und Papenburg verteilt. 3.500 Menschen aus 514 Häusern waren von dieser Vertreibung betroffen. Am 28. Mai war die Ersetzung der Bewohner Harens durch Polen abgeschlossen.&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: Lügen im Namen des Papstes: Die unrühmliche Rolle des polnischen Primas Kardinal Augustyn Hlond bei der Vertreibung der Deutschen.</title>
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    <updated>2014-04-24T15:35:12Z</updated>
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    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Images/Primas-Kardinal-Augustyn-Hlond.jpg&quot; title=&quot;&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorgang belastet bis heute das Verhältnis schlesischer, pommerscher und ostpreußischer Katholiken zur Kirche in Polen: Am 12. August 1945 fuhr Primas Kardinal Augustyn Hlond in einer Limousine mit der Standarte des Vatikan unangemeldet zu Kapitelsvikar Ferdinand Piontek, der nach dem Tod von Kardinal Adolf Bertram die Erzdiözese Breslau verwaltete. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Der Pole eröffnete dem Deutschen in dessen Notwohnung bei den Ursulinen, er habe den päpstlichen Wunsch nach dem Rücktritt Pionteks zu übermitteln. Hlond präsentierte ein dubioses, angeblich im „Staatssekretariat Seiner Heiligkeit“ abgefaßtes Schreiben, daraufhin setzte Piontek seine Unterschrift unter das Dokument. Unter Berufung auf vatikanische Anordnungen erreichte der Primas auch Verzichtserklärungen des ermländischen Bischofs, Maximilian Kaller, des Generalvikars in Schneidemühl sowie der Leiter der Bezirke, die zu ausländischen Diözesen gehörten: Glatz (Erzbistum Prag) und Branitz (Erzdiözese Olmütz). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
An die Spitze der bisherigen deutschen Bistümer östlich von Oder und Neiße traten polnische Administratoren, wurden also gezielt polonisiert. Peinlich für Hlond: Papst Pius XII. stellte wenige Wochen später im Gespräch mit dem Breslauer Konsistorialrat Johannes Kaps, der sich auf abenteuerlichem Weg nach Rom durchgeschlagen hatte, richtig: Der Primas sei keineswegs beauftragt gewesen, Piontek und die anderen Betroffenen zur Resignation zu bewegen, er habe sich nur um die Besetzung der verwaisten polnischen Bischofssitze kümmern sollen. &lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: Freibrief für Provokationen: Mit dem britischen Beistandsversprechen an Polen schied für Warschau ein Weg der Diplomatie aus.</title>
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    <updated>2014-04-03T09:18:50Z</updated>
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    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Images/Bialowicz-02-03-1939..jpg&quot; title=&quot;&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
In Warschau war man zufrieden. „Ich habe für die Annahme dieses Angebots nicht mehr Zeit gebraucht, als für das Wegschnippen von Asche an einer Zigarettenspitze“, erklärte der polnische Außenminister Beck im März 1939. Was kurz zuvor angeboten und so schnell angenommen worden war, ist meistens als „die britische Garantie Polens“ in den Geschichtsbüchern verzeichnet worden. Damit war eine Zielmarke erreicht, die Beck jahrelang angepeilt hatte. Bedenkzeit wurde nicht gebraucht. Das Endspiel konnte beginnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
„Im Frieden mit Hitler, im Krieg gegen ihn“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Seit 1932 hatte die polnische Führung diese Situation geradezu herbeigewünscht und immer wieder in London vorgesprochen. „Zweimal im Jahr“ habe Warschau angefragt, ob man in Großbritannien denn nun mit einem polnischen Präventivkrieg gegen Deutschland einverstanden sei, spöttelte später der damalige Amtschef des britischen Außenministeriums, Robert Vansittart. Man lehnte in London aber immer wieder ab, und die polnische Politik ging deshalb über Jahre merkwürdige Wege. Man gab sich deutschfreundlich und schloß sogar einen Nichtangriffspakt mit dem eben an die Macht gekommenen Nationalsozialismus. Von den westlichen Hauptstädten aus war zeitweise gar nicht mehr sicher erkennbar, ob das nicht sogar grundsätzlich ehrlich gemeint sein könnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Immerhin: Wann immer Krieg drohte oder drohen konnte, meldete sich zuverlässig die Warschauer Politik. Als deutsche Truppen 1936 ins Rheinland einmarschierten, rief Polens Außenminister den französischen Vertreter in Warschau zu sich und teilte ihm, den zwei Jahre alten deutsch-polnischen Nichtangriffsvertrag ignorierend, mit, Polen werde an jedem Militärschlag gegen Deutschland teilnehmen, den Frankreich deswegen unternehmen sollte. Aus dem Militärschlag wurde wegen der französischen Innenpolitik jedoch nichts, und Beck kehrte so schnell zur deutschfreundlichen Attitüde zurück, daß man in Berlin erst zwei Jahre später durch Pariser Informanten von diesem Angebot Nachricht bekam.&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: London war vorbereitet. Kriegserklärung an Deutschland schon vor Angriff auf Polen fertig.</title>
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    <updated>2014-01-02T15:22:38Z</updated>
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    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Images/Georg-VI-1939.jpg&quot; title=&quot;&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rundfunkansprache des britischen Königs, in der er 1939 die Kriegserklärung an Deutschland bekannt gab, wurde bereits über eine Woche vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges entworfen. Das belegt ein bislang unbekanntes Redemanuskript.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
„Nach langen, vergeblichen Friedensbemühungen befinden wir uns im Krieg“, ließ König George?VI. seine Untertanen am 3. September 1939 wissen. Zwei Tage zuvor hatte mit dem deutschen Angriff auf Polen der Zweite Weltkrieg begonnen und Großbritannien löste nun seine Warschau gegebene Zusage ein, die Souveränität und die territoriale Integrität Polens unter allen Umständen zu garantieren. Alle, die die Rede des Königs hörten, glaubten ihm, man habe ehrlich um den Frieden gerungen und bis zum unvermeidlichen Kriegseintritt an der Seite Polens auch tatsächlich an ihn geglaubt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Dass dem nicht so war, sondern dass man in London spätestens am 25. August 1939 nicht nur mit einem baldigen Kriegsausbruch, sondern sogar mit einer Kriegsbeteiligung des Empire rechnete, geht aus einem Schriftstück hervor, das am 10. Dezember beim Londoner Auktionshaus Sotheby’s für umgerechnet 12.600 Euro versteigert wurde.&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: Die deutschen Trümmerfrauen - Die wahren Helden des deutschen Wiederaufbaus!</title>
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    <updated>2013-12-12T14:43:11Z</updated>
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    <content>Als Trümmerfrauen werden die Frauen bezeichnet, die nach dem Zweiten Weltkrieg die deutschen und österreichischen Städte von den Trümmern der zerbombten Gebäude befreiten. Sie schufen damit die Grundvoraussetzung für den Fortbestand der Innenstädte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Statistisch waren Trümmerfrauen zwischen 15 und 50 Jahre alt, weil die alliierten Besatzungsmächte Befehle herausgegeben hatten, wonach alle Frauen zwischen 15 und 50 Jahren sich zu dieser Arbeit zu melden hatten. Das Kontrollratsgesetz Nr. 32 vom 10. Juli 1946 hob frühere Arbeitsschutzbestimmungen der Frauen dafür teilweise auf. Unter den Trümmerfrauen waren (statistisch) auch meist Witwen mit ein bis zwei Kindern, weil es laut Bevölkerungsstatistik von 1945 rund 7 Millionen Frauen mehr als Männer in Deutschland gab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Im Krieg waren etwa vier Millionen Wohnungen in Deutschland durch alliierte Luftangriffe zerstört worden und zahlreiche Fabriken lagen in Trümmern. Schätzungen zufolge gab es in Deutschland nach Kriegsende mehr als 400 Millionen Kubikmeter Schutt.&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgescichte 12.11.1918: Kabeldepesche an den US-Präsidenten Wilson.</title>
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    <updated>2013-11-18T13:54:01Z</updated>
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    <content>Die Landesregierung für Deutschböhmen hat heute an den Präsidenten Wilson durch die schwedische Gesandtschaft folgende Kabeldepesche abgehen lassen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Herr Präsident!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Sie haben in Ihrer letzten Botschaft an die vom alten österreichischen Staat und der bisher herrschenden Dynastie befreiten Völker als Richtschnur für die Aufrichtung und Sicherung der Freiheiten der Nationen Österreichs den Grundsatz aufgestellt, daß die einzelnen Nationen sich jedes gewaltsamen Eingriffes in die rechte anderer Nationen enthalten müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Sie haben wiederholt und feierlich das Selbstbestimmungsrecht aller Nationen als die Grundlinie der Teilnahme des nordamerikanischen Volkes an dem Befreiungswerk der Völker verkündet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Im Namen der zweieinhalb Millionen Deutschen in Böhmen, welche sich unter Berufung auf dieses Selbstbestimmungsrecht als einen Bestandteil der freien deutschen Republik betrachten, erheben wir den schärfsten Widerspruch gegen die Vergewaltigungen, welchen unser Staatsgebiet durch Truppen des Czechoslovakischen Staates ausgesetzt ist. &lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: Es brennt immer noch - 75 Jahre nach den Novemberpogromen von 1938.</title>
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    <updated>2013-11-14T14:11:17Z</updated>
    <link rel="alternate" href="http://www.odfinfo.de/preussen/ostpreussen/Koenigsberg/1938-Es-brennt.htm"/>
    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/preussen/ostpreussen/Koenigsberg/Images/Synagoge-Koenigsberg.JPG&quot; title=&quot;&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sogenannte &quot;Kristallnacht&quot; ist ein zentrales Datum in der deutschen Geschichte: Zum ersten Mal wurde offen und staatlich sanktioniert Gewalt gegen eine Minderheit ausgeübt. Die Novemberprogrome führten vier Jahre später unweigerlich zur Deportation deutscher Juden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Als am 9. November 1938 auch in Königsberg Synagogen brannten, jüdische Geschäfte geplündert, Wohnungen verwüstet, Menschen geprügelt, gequält, vergewaltigt, verschleppt wurden - da hieß die zur Ausstellungseröffnung angereiste heute 86-jährige Nechama Drober noch Hella Markowsky, war 15 Jahre alt und wohnte in Königsberg ganz in der Nähe der Neuen Synagoge. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&quot;Der 9. November wird mir auch immer im Kopf bleiben, ich wird das nie vergessen, dass ich gesehen habe, dass die Synagoge brennt. Unser Untermieter, die kamen nach Hause, der Feuerstein war Kellner in dem jüdischen Restaurant im Gemeindehaus. Und dorten kam auch die SA rein, haben die Menschen, die an ihren Tischen saßen, verprügelt und dann verhaftet. Und die sind entlaufen von dorten, also es ist ihnen gelungen, zu entkommen und kamen dann zu uns nach Hause gelaufen und klopften an unsere Tür und haben uns das erzählt. Ja und da sahen wir gleich, dass die Synagoge schon brennt, ja? Und dass Flammen schon oben rausgingen.&quot;&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: Ein Trauma der Deutschen wird begründet. Schrankenlose Geldvermehrung machte vor 90 Jahren die Einführung einer neuen Währung, der Rentenmark, nötig.</title>
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    <updated>2013-11-07T19:50:42Z</updated>
    <link rel="alternate" href="http://www.odfinfo.de/landeskunde/kultur/Nostalgie/Ein-Trauma.htm"/>
    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/landeskunde/kultur/Nostalgie/Images/50-mio-Mark1923.jpg&quot; title=&quot;&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1923 hatte die Inflation in Deutschland ein unvorstellbares Ausmaß erreicht. Hausfrauen schleppten Taschen voll Geld zum Einkaufen. Sie mussten sich beeilen, denn die Preise stiegen an manchen Tagen im Stundentakt. Im Juni kostete ein Ei 800 Mark, ein Liter Milch 1440 und eine Fahrt mit der Straßenbahn in Berlin 600 Mark. Geschäftsleute horteten ihre Waren, es kam zu Plünderungen. Viele Theater und Kinos ließen sich die Eintrittskarten mit Naturalien bezahlen. Die besten Plätze kosteten ein Pfund Butter, die hinteren zwei Eier. Was nutzte es, dass ein Handwerker am Monatsende 150.000 Mark nach Hause brachte und Professoren Millionengehälter bezogen, die Inflation stieg immer schneller als die Löhne. Ebenso rasant verlor die deutsche Währung im Ausland an Wert. Zuletzt musste man für einen US-Dollar 4,2 Billionen Mark bezahlen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Die Hyperinflation war der Preis, den die Deutschen für den verlorenen Krieg bezahlten. Sie hatten eine doppelte Schuld zu begleichen: die immensen Kosten der Kriegsführung und die Reparationen, die ihnen die Alliierten im Versailler Vertrag von 1919 aufbürdeten. 1921 wurde die Schadenersatzforderung im sogenannten Londoner Schuldenplan auf 132 Milliarden Goldmark, das entspricht 47.000 Tonnen Gold, festgesetzt. Außerdem verlangten die Sieger einen Anteil von 26 Prozent an den Erlösen des deutschen Exports. Vor allem die Franzosen steuerten den harten Kurs gegen ihren „Erbfeind“, dem sie die Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 nicht verzeihen konnten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Die Forderung war unerfüllbar. Die deutsche Wirtschaft lag bald am Boden, die Zahl der Arbeitslosen stieg auf fast 30 Prozent. Dafür liefen die Geldpressen des Staates Tag und Nacht. Im November war der höchste Geldschein 100 Billionen Mark „wert“. Die von Krisen geschüttelte Weimarer Republik stand vor dem Ruin.&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: Konzentrationslager, die man gerne verschweigt Tschechische Verhaftungswelle 1938 betraf rund 20.000 Sudetendeutsche.</title>
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    <updated>2013-11-06T15:43:21Z</updated>
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    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Images/Sudetendeutsche-Fahne.jpg&quot; title=&quot;&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Zeitzeuge erinnert sich an die weltgeschichtlichen Ereignisse des Jahres 1938, der – weil Sudetendeutscher – von den Tschechen ins KZ, in ein tschechisches Konzentrationslager, gesperrt wurde. Die Tschechen haben ihr Vorhandensein lange bestritten und ihnen eine ganz andere Bedeutung zu geben versucht. Die sudetendeutschen Politiker haben aus dem Vorhandensein dieser tschechischen KZ kein propagandistisches Kapital geschlagen, wie man es heute aus dem früheren Vorhandensein deutscher Lager schlägt. Die sudetendeutsche Führung hat sogar nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht eine Zusammenkunft dieser so Befreiten mit dem Hinweis unterbunden, dass sich eine besondere Auszeichnung dieses betroffenen Personenkreises erübrige, da auch andere „ihre Pflicht erfüllt hätten“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Als die Ereignisse für den tschechischen Staat immer mehr einer Katastrophe zuzutreiben schienen und es im Interesse der tschechischen militärischen und politischen Führung lag, das sudetendeutsche Gebiet mit eiserner Faust zu bezwingen, holte man die längst fertiggestellten schwarzen Listen hervor und begann unter den Sudetendeutschen mit einer Verhaftungswelle von Geiseln. Der Stoß ging stellenweise ins Leere, denn der Großteil der führenden sudetendeutschen Persönlichkeiten war längst über die Berge ins sichere Reich ausgewichen, wo man sie nach und nach in ein Freikorps eingliederte und ihnen so ein politisches Gewicht verlieh. Dass es den politischen Führern der Sudetendeutschen an den Kragen gehen sollte, das steht fest und war bei der gesamten politischen Atmosphäre und der Haßwelle, die über das Land ging, zu erwarten. Wie es den wenigen von ihnen, die noch im Lande waren, nach der Verhaftung erging, ist der Beweis dafür. Aber stellenweise war eine Massenflucht in der deutschen Bevölkerung über die grüne Grenze eingetreten, die von Leuten ergriffen wurde, die nichts zu verlieren hatten. Sie vergrößerten den Wirrwarr und riefen katastrophale Begleiterscheinungen hervor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
In wenigen Tagen hatten 30.000 Menschen aus dem Sudetenland die Grenzen passiert und bedrohten mit diesen Massenbewegungen trotz aller Abriegelungen der tschechischen Sicherheitsbehörden, den deutschen Aufmarsch und alle Planungen. Einige tausend Sudetendeutsche haben während der Besetzung des Sudetengebietes und kurz vorher Zuflucht in der Resttschechei gesucht, doch waren ihre dort gemachten Erfahrungen im allgemeinen sehr trübe. Denn begreiflicherweise dachten die Tschechen auch jetzt keinesweg international, sondern durchaus egoistisch und fanden an den deutschen Hitlergegnern schon deshalb keine Freude, weil sie eben Deutsche waren. Es gab in diesen Stunden viel menschliche Tragik, sowohl auf der einen Seite wie auch auf der anderen.&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte 1943: Einigung auf Ostpreußens Abtrennung. Auf der Moskauer Außenministerkonferenz akzeptierten die Angloamerikaner Moskaus Forderung nach der deutschen Exklave.</title>
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    <updated>2013-10-16T17:47:18Z</updated>
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    <content>Im Oktober 1943 trafen die Außenminister der USA, Großbritanniens und der Sowjetunion in Moskau zusammen, um über das spätere Vorgehen nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands zu beraten. In diesem Zusammenhang kam es auch zu ersten inoffiziellen Absprachen bezüglich territorialer Regelungen. So stimmten London und Wa­shington der Moskauer Forderung nach einer Abtrennung Ostpreußens im Grundsatz zu. Ebenso wurden Probleme der weiteren Kriegführung besprochen, wobei zahlreiche Differenzen zwischen den Westmächten und der Sowjetunion zutage traten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Nachdem es den Alliierten um die Jahreswende 1942/1943 gelungen war, die strategische Initiative zu erlangen, begann die Zeit der Nachkriegsplanungen. Diese galten besonders in den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich als dringlich, da zu befürchten stand, dass die zunehmend in Fahrt kommende Militärmaschinerie der UdSSR in weiten Teilen Europas für vollendete Tatsachen sorgen würde – zumal die bereits bekannt gewordenen Ansprüche Moskaus ja auch alles andere als bescheiden daherkamen. So hatte Josef Stalin dem britischen Außenminister Anthony Eden bereits im Dezember 1941 eröffnet, er wolle die 1939 annektierten Ostgebiete Polens behalten und Warschau dafür mit Ostpreußen abfinden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Ein reichliches Jahr später, im März 1943, einigten sich die Briten und US-Amerikaner dann intern darauf, diese Forderung im Grundsatz zu akzeptieren, weil Osteuropa ja ohnehin unter sowjetischen Einfluss geraten würde. Allerdings hielten sich Washington und London in der Ostpreußenfrage weiterhin nach außen bedeckt, da die polnische Exilregierung in England den Plänen des Kreml extrem ablehnend gegenüberstand. &lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: 75 Jahre Münchener Abkommen – regelte Übergabe der sudetendeutschen Gebiete an das Deutsche Reich.</title>
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    <updated>2013-10-03T14:01:50Z</updated>
    <link rel="alternate" href="http://www.odfinfo.de/aktuelles/2013/Muenchener-Abkommen.htm"/>
    <content>Die Vorgeschichte zum Münchener Abkommen beginnt mit dem Untergang Österreich-Ungarns und der Ausrufung der Tschechoslowakischen Republik (CSR) im Jahre 1918. Der Wunsch der deutschen Altösterreicher im Sudetenland bei Österreich zu bleiben, wurde ihnen auf der Pariser Friedenskonferenz und von den Tschechen das Selbstbestimmungsrecht verwehrt. Es wurde ihnen die Autonomie der mehrheitlich deutschen Gebiete im Rahmen der CSR nicht zugestanden, aber es begann eine Tschechisierungspolitik durch Austausch der Staatsbeamten mit Tschechen, die mit ihren Familien ins Sudetenland kamen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Eine Folge dieser nationalen Unterdrückung führte zur Gründung der deutschen Sammelbewegung Sudetendeutsche Partei (SdP) unter Konrad Henlein und dem Aufstieg zur stimmenstärksten Partei im Prager Parlament. Trotzdem waren die CSR-Behörden in der Schul- und Arbeitspolitik – unter den Deutschen war eine vierfache Arbeitslosigkeit – nicht bereit den Sudetendeutschen die nationale Selbstverwaltung zu gewähren. Nun machte das Deutsche Reich unter Adolf Hitler Druck und setzte sich für die unterdrückte Volksgruppe ein. Er brachte Großbritannien, Frankreich und Italien in München an den Verhandlungstisch, um die Fehler von St. Germain 1919 zu reparieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
In der Prager Abtretung gab auch die CSR zur Abtretung der Gebiete ihre Zustimmung und so konnten im folgenden Münchener Abkommen am 29. September 1938 die Durchführungsbestimmungen beschlossen werden: Vom 1. bis 10. Oktober 1938 sollten die CSR-Behörden an die Behörden des Deutschen Reiches die Übergabe vollziehen – was friedlich geschah.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Die Unterzeichner waren: Neville Chamberlain (GB), Édouard Daladier (F). Benito Mussolini (I), Adolf Hitler (DR).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Die Tschechen wünschten keine Volksabstimmung, da sie sonst sofort auch von den Slowaken, Polen, Ungarn und Ukrainern verlangt und die Tschechoslowakei über Nacht zu einem kleinen „Tschechien“ reduziert worden wären. Dieser Tatbestand wurde bereits bei den Friedensverhandlungen von St. Germain erkannt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Schlecht für die Sudetendeutschen war die Weiterentwicklung: ein halbes Jahr später als Hitler am 15. März 1939 die „Resttschechei“ rechtswidrig besetzte: am 13. und 14. März hatten sich die Karpato-Ukraine und die Slowakei von der Fehlkonstruktion CSR abgespalten. Hitler gründete das Protektorat Böhmen und Mähren wo eine tschechische Verwaltung unter deutscher Vorherrschaft entstand.&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Preußische Geschichte: Erstes Nationaldenkmal des Deutschen Reiches. Vor 140 Jahren wurde die Berliner Siegessäule eingeweiht, eines der größten und teuersten Denkmäler des 19. Jahrhunderts.</title>
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    <updated>2013-08-30T14:28:37Z</updated>
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    <content>„Dass die Siegessäule so frühzeitig als erstes Monument der Reichseinigung enthüllt werden konnte, verdankt sie allein der Tatsache, dass sie als solches nicht geplant war.“ Matthias Braun, Verfasser der Monographie „Die Siegessäule“, bringt es auf den Punkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Zweimal ist der Sinn und Zweck des Denkmals geändert worden und dreimal wurde sein Grundstein gelegt: 1865, 1869 und 1871. Bei der ersten Grundsteinlegung sollte das Bauwerk nur an den Sieg im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 erinnern, scheinbar nur ein Kabinettskrieg wie unzählige andere auch. 1869 sollte der Bau auch der Erinnerung an den Deutsch-Deutschen Krieg von 1866 dienen, der Preußen immerhin die Vorherrschaft in (Nord-)Deutschland gebracht hatte. Erst nach dem letzten Einigungskrieg gegen den vermeintlichen Erbfeind Frankreich erhielt das Monument schließlich seinen endgültigen Zweck, die deutsche Einigung und die sie ermöglichenden drei Einigungskriege zu würdigen. Statt „König Wilhelm seinem siegreichen Volke“ lautete die Widmung schließlich: „Das dankbare Vaterland dem siegreichen Heere“. Das war durchaus sinnig, denn gerne wird bei der wohlfeilen Kritik am deutschen Militarismus übersehen oder gar übergangen, dass die Deutschen ihren Soldaten nicht nur die Befreiung von der napoleonischen Fremdherrschaft verdankten, sondern auch die Durchsetzung der nationalen Einheit gegen ausländischen Widerstand. &lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: Als der Feuersturm über Hamburg hinwegfegte. Vor 70 Jahren wurde die Hansestadt das Ziel der bis dahin schwersten Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges.</title>
    <id>tag:uuid.feedcap.net,2015-11-08:BDB759EC-97E3-4001-8F5D-213F3A235B6F</id>
    <updated>2013-07-25T09:23:45Z</updated>
    <link rel="alternate" href="http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Feuersturm.htm"/>
    <content>Der Feuersturm, der sich in Hamburg während einer der Angriffsnächte vom Sommer 1943 entwickelte, ist ein bis heute einzigartiges Phänomen der Luftkriegsgeschichte. Mit der Schilderung der sogenannten „Operation Gomorrha“ aus der Perspektive der Opfer soll nicht nur ihrer gedacht, sondern zugleich exemplarisch an das Leid aller erinnert werden, die den alliierten Bombenhagel zu erdulden hatten. Dies ist das Gebot einer Zeit, in der deutsche Opfer aus politischen Gründen verschwiegen, verleugnet oder die Verlustzahlen nach unten „korrigiert“ werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
In der Nacht vom 24. auf den 25. Juli 1943 sitzen die Hamburger bis spät in ihren Gärten, auf Terrassen und Balkonen. Morgen ist Sonntag, da kann man die schöne Sommernacht noch lange genießen. Wenn jetzt nur kein Alarm kommt. Bloß nicht noch in den muffigen Keller. Eine halbe Stunde nach Mitternacht heulen die Sirenen. Fliegeralarm! Abwarten, es wird schon nichts passieren. So oft hat es schon Alarm gegeben und dann sind die Bomber doch an Hamburg vorbeigeflogen. Im Rundfunk meldet sich Staatssekretär Georg Ahrens, wegen seiner ruhigen Stimme „Onkel Baldrian“ genannt: „So, liebe Hamburger, nun wird es aber wirklich Zeit, in den Keller zu gehen.“ Na, wenn der es sagt, dann wollen wir mal. Es wird ja wohl nicht lange dauern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Die Hamburger haben bereits 137 Luftangriffe überstanden, ohne dass es zu großflächigen Zerstörungen gekommen ist. Doch etwas ist diesmal anders. Ein unheimliches Dröhnen liegt in der Luft. Sie spüren, dass sich Schlimmes über ihnen zusammenbraut. Eine gewaltige Bomberflotte ist über der Stadt. Die Hamburger wissen nicht, dass der britische Premierminister Winston Churchill seinem Bomberchef Arthur Harris den Auftrag gegeben hat, ihnen mit einer Reihe „rollender“ Großangriffe einen Jahrhundertbrand (centennial conflagration) zu bescheren. Den hatte Churchill eigentlich für den Sommer 1942 zum 100. Jahrestag des verheerenden Stadtbrandes von 1842 geplant, wegen eines Unwetters waren die Maschinen damals aber zu anderen Zielen umgeleitet worden. Allein der Deckname für die „Operation Gomorrha“ ist Programm: „Der Herr ließ Schwefel und Feuer regnen vom Himmel herab auf Sodom und Gomorrha und vernichtete die Städte und die ganze Gegend und alle Bewohner.“ So steht es in der Bibel. Harris hat sich eine ebenso brutale wie effiziente Taktik ausgedacht, um dieses Schreckensszenario Wirklichkeit werden zu lassen: Die erste Welle wirft Sprengbomben und Luftminen, welche die Dächer abdecken und die Stockwerke durchschlagen. Dann fallen Phosphorkanister und Stabbrandbomben und entzünden die hölzernen Dachstühle, Treppenhäuser und Böden, so dass die Häuser in kürzester Zeit vollständig aufbrennen. Die letzte Welle vollendet das Vernichtungswerk, indem sie erneut Sprengbomben und Bomben mit Verzögerungszünder wirft, um Lösch- und Rettungsarbeiten zu verhindern.&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: »... wie ein Grundgesetz der Vertriebenen« Vor 60 Jahren wurde das Bundesvertriebenengesetz verkündet –  Mit Interesse begleitete das Ostpreußenblatt sein Entstehen.</title>
    <id>tag:uuid.feedcap.net,2015-11-08:9D733286-49EA-4425-89DD-C5EB696C4184</id>
    <updated>2013-06-14T12:15:41Z</updated>
    <link rel="alternate" href="http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/BRD/Bundesvertriebenengesetz.htm"/>
    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/BRD/Images/Fluechtlingslager-Harkenbleck.jpg&quot; title=&quot;&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22. Mai 1953 wurde die erste Fassung des Gesetzes über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge im Bundesgesetzblatt verkündet. Zwei Wochen später trat es in Kraft. Heute kennen insbesondere Heimatvertriebene das Bundesvertriebenengesetz vor allem wegen des Paragrafen 96 betreffs der Pflege des Kulturgutes der Vertriebenen und Flüchtlinge und Förderung der wissenschaftlichen Forschung. Aber das war nicht immer so.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Abgesehen von diesem Paragrafen 96 betrifft das Bundesvertriebenengesetz mit seinen acht Abschnitten Allgemeine Bestimmungen, Verteilung, Rechte und Vergünstigungen, Behörden und Beiräte, Aufnahme, Namensführung, Beratung, Kultur, Forschung und Statistik, Strafbestimmungen sowie Übergangs- und Schlussvorschriften heutzutage eher die Spätaussiedler als die Heimatvertriebenen. Das war nicht immer so, wie der Name bereits vermuten lässt. Das spiegelt sich auch in der Berichterstattung in der größten Vertriebenenzeitung der Bundesrepublik Deutschland, dem Ostpreußenblatt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Bereits zwei Jahre vor dem Inkrafttreten stellte die Zeitung unter der Überschrift „Ein Gesetz als Charta der Vertriebenen“ den Kern des Gesetzes beziehungsweise des damaligen Gesetzentwurfs als eine Reihe von Bestimmungen vor, „die für das Schicksal der Vertriebenen sehr wichtig sind“. Was damals für den Gesetzentwurf galt, gilt heute nicht weniger für das Gesetz: „Es ist natürlich unmöglich, in einem kurzen Zeitungsaufsatz den Inhalt eines so wichtigen Gesetzesantrages erschöpfend wiederzugeben.“&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte Juni 1943: »Ich töte jede Nacht tausende Menschen« Vor 70 Jahren starten die Vereinigten Staaten und Großbritannien ihre gemeinsame Bomber-Offensive gegen Deutschland.</title>
    <id>tag:uuid.feedcap.net,2015-11-08:50F859C7-78B9-493D-8AB1-0E50123F43BD</id>
    <updated>2013-06-07T09:19:09Z</updated>
    <link rel="alternate" href="http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Bomber-Offensive.htm"/>
    <content>Im Verlauf der Combined Bomber Offensive (COB, gemeinsamen Bomber-Offensive) wurden zahlreiche deutsche Städte und Produktionsanlagen angegriffen. Dabei kam es insbesondere durch die nächtlichen Flächenbombardements der Briten zu großen Opfern unter der Zivilbevölkerung. Andererseits stießen die alliierten Piloten bei ihren zumeist völkerrechtswidrigen Attacken auf erheblichen Widerstand der Luftwaffe, die den Angreifern noch bis Anfang 1944 hohe Verluste zufügen konnte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Eines der wichtigsten Ergebnisse der Casablanca-Konferenz zwischen US-Präsident Franklin D. Roosevelt und dem britischen Premierminister Winston Churchill sowie den Spitzenmilitärs beider Mächte war die Entscheidung, den Bombenkrieg gegen Deutschland zu intensivieren. Hierzu erließen die Combined Chiefs of Staff (CCS), also die Stabschefs aller Teilstreitkräfte der USA und Großbritanniens, am 4. Februar 1943 die Direktive CCS 166/1/D. Demgemäß sollten die Amerikaner nunmehr verstärkt bei Tage „Präzisionsangriffe“ gegen die Rüstungsbetriebe des Gegners fliegen, während die Engländer ihre nächtlichen Flächenbombardements gegen deutsche Städte auszuweiten gedachten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Das vorrangige Ziel der Briten war „die Untergrabung der Moral des deutschen Volkes“. So stand es bereits in der Area Bombing Directive (General Directive No. 5 S.46368/D.C.A.S.) des Luftfahrtministeriums vom 14. Februar 1942 an Air Marshal Arthur Harris (1892–1984), den gerade neu ernannten Oberkommandierenden des Bomber Command der Royal Air Force (RAF). Er könne ab sofort ohne jede Beschränkung Angriffe durchführen lassen, um den Durchhaltewillen der Deutschen zu brechen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Und das versuchte Harris dann auch, beginnend mit dem ersten Area-Bombing-Unternehmen in der Nacht vom 28. zum 29. März 1942, in dessen Verlauf die Innenstadt von Lübeck zerstört wurde. Dass ein derartiges Vorgehen in eklatanter Weise gegen die Artikel 25 und 27 der Haager Landkriegsordnung von 1907 verstieß, die unter anderem den Angriff auf unverteidigte zivile Gebäude sowie die Zerstörung von Kulturgütern und Hospitälern verbieten, erschien dabei ohne jeden Belang. Vielmehr berauschte sich die britische Führung an immer neuen und brutaleren Phantasien. So verkündete der oberste Chef der britischen Luftwaffe, Air Chief Marshal Charles Portal (1893–1971), am 3. November 1942, man könne bis Ende 1944 gut und gerne 60 Millionen Wohnungen im Deutschen Reich zerstören und dabei 900.000 Zivilisten töten. &lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: Die vergessenen &quot;Wolfskinder&quot;</title>
    <id>tag:uuid.feedcap.net,2015-11-08:92726254-A2F2-43A9-8E0D-B148EFAB78AC</id>
    <updated>2013-05-26T20:25:55Z</updated>
    <link rel="alternate" href="http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Wolfskinder.htm"/>
    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/en/History/Images/Wolfskinder-1.jpg&quot; title=&quot;&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg - jedoch nicht für die deutschen &quot;Wolfskinder&quot;: Allein schlugen sie sich damals von Ostpreußen nach Litauen durch. Eine Entscheidung, deren Folgen sie bis heute spüren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Als sie 18 war dachte Alfreda Pipiraite, sie wäre endlich angekommen. &quot;Aber nein, sie sagten zu mir: Du deutsches Schwein! Du Hitleristin! Faschistin und so weiter. Es war besonders schmerzlich, wenn ein Familienmitglied mich so genannt hat.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Denn Alfreda war eigentlich Luise, eine Deutsche, geboren 1940 im ostpreußischen Ort Schwesternhof. Mit vier Jahren kam sie zu einer litauischen Familie - als &quot;Wolfskind&quot;. Mehr als 5000 Kinder flüchteten im Chaos der Endkriegszeit auf der Suche nach Essen und Frieden von Ostpreußen nach Litauen, schätzt die Historikerin Ruth Leiserowitz. Genaue Zahlen sind unbekannt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg nahm den &quot;Wolfskindern&quot; die Eltern, die Heimat, die Sprache. Er raubte ihre Vergangenheit und das, was aus ihnen hätte werden können. Die Vier- bis Zwölfjährigen irrten durch die Wälder, allein oder in Gruppen. Manche von ihnen hatten nicht einmal Schuhe. Ihre Bäuche waren aufgebläht, die Arme spindeldürr. Ihre Zähne begannen zu faulen. Mal aßen sie Gras, mal Frösche, mal nichts.&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Nachtrag zur Bücherverbrennung:  Ausgesondert, verboten, verbrannt - Alliierte Zensur: 34.645 Titel wurden nach 1945 gelistet - und entsorgt</title>
    <id>tag:uuid.feedcap.net,2015-11-08:451FA8CC-2F76-40FE-A11A-B79468361AD7</id>
    <updated>2013-05-24T15:28:14Z</updated>
    <link rel="alternate" href="http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Buecherverbrennung.htm"/>
    <content>Am 1. April 1952 erschien der &quot;Dritte Nachtrag&quot; der &quot;Liste der auszusondernden Literatur&quot; im Zentralverlag, Berlin. Damit war die Reihe von insgesamt vier Bänden abgeschlossen, in denen, beginnend am 1. April 1946, Bücher, Zeitungen und Zeitschriften aufgeführt waren, die zunächst auf Befehl des obersten Chefs der Sowjetischen Militärverwaltung in Deutschland, Marschall Shukow, dann aber gemäß der Weisung der Oberbefehlshaber aller Besatzungszonen kraft Kontrollratsgesetz vom 13. Mai 1946 einzuziehen und zu vernichten waren. Wie die &quot;Vorbemerkung&quot; sagt, sollte dadurch die deutsche Literatur &quot;gesäubert&quot; werden; diesem Zweck diente die &quot;Ausmerzung&quot; unwillkommenen Schrifttums. In dem Vorwort zu einem der Nachträge wird berichtet, daß alle Parteien in den verschiedenen Besatzungszonen die Listen &quot;mit Zustimmung aufgenommen&quot; haben. Hier sei der &quot;richtige Weg eingeschlagen worden&quot;, der &quot;den Interessen der demokratischen Erneuerung des deutschen Geisteslebens&quot; diene.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Nun ist diese vierbändige Ausgabe nicht als erschöpfend zu betrachten. &quot;Die Tatsache, daß ein Buch in dieser Liste nicht aufgeführt ist, kann nicht als Entschuldigung dafür gelten, daß der verantwortliche Leiter einer Bibliothek oder einer Buchhandlung ein Buch schädlicher Tendenz zur Ausleihe oder zum Verkauf bringt&quot;, sagt in einem Vorwort die &quot;Deutsche Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone: In vier &quot;Verordnungen und Befehlen der Besatzungsmächte&quot;, davon drei des Alliierten Kontrollrats, die sich mit der Aussonderung deutscher Bücher befassen, wird ausdrücklich festgelegt, diese Bücher seien den Besatzungsmächten &quot;zur Vernichtung&quot; zu übergeben. Damit war auch der private Besitz solcher Bücher verboten, auch wenn die Alliierten vielfach darauf verzichteten, sie in Privatwohnungen zu beschlagnahmen.&lt;br /&gt;...</content>
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  </entry>
  <entry>
    <title>Zeitgeschichte: Woher kommt das große Schweigen? Die wichtigsten Gründe, warum die Massenvergewaltigungen von 1944/45 bis heute so wenig öffentliche Aufmerksamkeit finden.</title>
    <id>tag:uuid.feedcap.net,2015-11-08:0C814CB9-A6C7-45B8-A2DD-C9DA6114CF95</id>
    <updated>2013-04-18T10:35:03Z</updated>
    <link rel="alternate" href="http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Grosses-Schweigen.htm"/>
    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Images/DDR-NVA.jpg&quot; title=&quot;&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Woraus resultiert die Zurückhaltung bei der Darstellung dieser Leiden? Warum haben die Gewalttaten gegen Frauen und Mädchen, obgleich sie unzweifelhaft zu den schlimmsten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkrieges gehören, bis heute so wenig öffentliche Aufmerksamkeit gefunden? Woher kommt das große Schweigen? Es mag dafür viele Gründe geben. Die wichtigsten sollen im Folgenden genannt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Vor allem unter Politikern, Historikern und Journalisten, nicht dagegen unter den Opfern, ist die Sorge weit verbreitet, die Schilderung der Vergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen könnte zu einer „Relativierung“ der von Deutschen – vor allem in Russland – während des Krieges begangenen Verbrechen führen. Diese Sorge ist jedoch unbegründet. Niemand, der sich mit der Geschichte des Zweiten Weltkrieges ernsthaft beschäftigt, wird bestreiten, dass unter dem NS-Regime zahlreiche schwere und schwerste Verbrechen in den damals besetzten Teilen der Sowjetunion begangen worden sind. Die massenhafte Ermordung von Juden, beispielsweise in Babij Jar, ist dafür ein schlimmes Beispiel. Nur: Das Gewicht des Unrechts der von Deutschen im Krieg begangenen Verbrechen wird um kein Gramm leichter, wenn man auch der an Deutschen begangenen Verbrechen erinnert. Das eine steht neben dem anderen – beides ist geschehen. Wer über das Leid der ostpreußischen Frauen 1944/45 spricht, „relativiert“ nichts, sondern sagt nur die Wahrheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Zum Schweigen darüber gehört auch die Tatsache, dass in der Sowjetischen Besatzungszone Deutsch­lands (SBZ) und nach deren Gründung in der DDR niemand – auch nicht die Opfer – über die Massenvergewaltigungen durch russische Soldaten sprechen durfte. Der „große Bruder“ (die Sowjetunion) durfte nicht kritisiert werden und schon gar nicht das Verhalten der „ruhmreichen Sowjetsoldaten“ im „Großen Vaterländischen Krieg“. Schon die kleinste Kritik konnte als „antisowjetische Hetze“ gedeutet und bestraft werden. In den Schulbüchern der DDR wurden die Gewalttaten gegen Frauen und Mädchen mit keinem Wort erwähnt; zu lesen war dort nur: „Der Krieg fand nun dort statt, von wo er ausgegangen war: auf deutschem Boden.“ &lt;br /&gt;...</content>
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  </entry>
  <entry>
    <title>Zeitgeschichte: Verschwiegen und verdrängt: Die Massenvergewaltigungen von 1944/45 werden fast nur als ein Thema unter anderen behandelt.</title>
    <id>tag:uuid.feedcap.net,2015-11-08:01BF0BC6-B78D-439B-85C3-D3F84C129FDA</id>
    <updated>2013-04-11T14:00:11Z</updated>
    <link rel="alternate" href="http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Verschwiegen.htm"/>
    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Images/Verschwiegen.jpg&quot; title=&quot;Szene aus „Anonyma – eine Frau in Berlin&quot;&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Verbrechen der Deutschen ist unendlich viel geschrieben worden – der Strom dieser Berichte ebbt nicht ab. Es gibt Gedenktage und Gedenkstätten im In- und Ausland, die an die von Deutschen begangenen Verbrechen erinnern. Gibt es einen Gedenktag oder eine Gedenkstätte, die speziell an die Vergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen durch fremde Soldaten erinnern, also nicht nur als Teilmenge unter der Rubrik „Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“? Das Vorhaben, ein solches Denkmal für vergewaltigte deutsche Frauen in einem Berliner Bezirk, nämlich in Berlin-Zehlendorf, zu schaffen, scheiterte an parteipolitischen Widerständen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Nun muss Erinnerung nicht immer mit einem Denkmal gepflegt werden. Es kann genügen, dass menschlichen Leids überhaupt gedacht wird, dass darüber geschrieben wird, über die Opfer und von den Opfern, und dass darüber gesprochen wird, von den Opfern und mit den Opfern. Jedenfalls stellt sich die Frage, warum die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen 1944/45, obgleich sie unzweifelhaft zu den schlimmsten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkrieges gehören, bis heute nicht genügend Aufmerksamkeit gefunden haben. Um nicht missverstanden zu werden: Es gibt zahlreiche Schilderungen über das, was 1944/45 beim Einmarsch der sowjetischen Truppen in Ostpreußen und in anderen Teilen Deutschlands geschehen ist. Als Beispiele dafür können die Dokumentarfilme im ZDF und etliche Bücher und Tagebücher genannt werden, so – wiederum nur beispielhaft – das Buch der Anonyma „Eine Frau in Berlin. Tagebuchaufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945“. (Das Tagebuch der Anonyma wurde bekanntlich später zu einem verzuckerten und kitschigen Spielfilm umfunktioniert: In diesem Film verliebt sich das Vergewaltigungsopfer in einen russischen Offizier – also Friede, Freude, Eierkuchen; um Abschied von ihrem Offizier zu nehmen, macht die Frau eine lange Fahrt auf einem Fahrrad durch Berlin – in der Wirklichkeit wäre die Radfahrerin damals nicht weit gekommen.) &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Seriöse wirklichkeitsgetreue Darstellungen finden sich in den Büchern von Günter Böddeker „Die Flüchtlinge. Die Vertreibung der Deutschen im Osten“; Ingeborg Jacobs „Freiwild – Das Schicksal deutscher Frauen 1945“; Walter Kempowski „Das Echolot. Fuga Furiosa. Ein kollektives Tagebuch“; Gabi Köpp „Warum war ich bloß ein Mädchen? Das Trauma einer Flucht 1945“; Anneliese Kreutz „Das große Sterben in Königsberg 1945–1947“; Hans Graf von Lehndorf „Ostpreußisches Tagebuch. Aufzeichnungen eines Arztes aus den Jahren 1945–1947“; Helke Sander und Barbara Johr (Herausgeber) „BeFreier und Befreite. Krieg, Vergewaltigung, Kinder“. Besonders hervorzuheben sind die als Gemeinschaftswerk des Frauenverbandes im Bund der Vertriebenen und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge erschienene (und leider nur dort erhältliche) Zeitzeugen-Dokumentation „Treibgut des Krieges. Zeugnisse von Flucht und Vertreibung der Deutschen“ sowie neuestens die Erinnerungen von Günter Nitsch (mit einem Vorwort von Arno Surminski) „Eine lange Flucht aus Ostpreußen“.&lt;br /&gt;...</content>
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  <entry>
    <title>Zeitgeschichte: »Die Deutschen sind keine Menschen« Ilja Ehrenburgs Propaganda ist eine der primären Ursachen für die Gewaltexzesse der Rotarmisten in den Jahren 1944/45.</title>
    <id>tag:uuid.feedcap.net,2015-11-08:1164ED9D-7508-44C4-B7EC-7A38675A1C9A</id>
    <updated>2013-04-03T16:28:46Z</updated>
    <link rel="alternate" href="http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Keine-Menschen.htm"/>
    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Images/Ilja-Ehrenburg-1948.jpg&quot; title=&quot;Ilja Ehrenburg in seinem Arbeitszimmer um 1948&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der wichtigsten Erklärungen für die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen darf nicht – etwa aus Gründen der „political correctness“ – unterdrückt werden: Zu erinnern ist an die unheilvolle Rolle von Ilja Ehrenburg, dem damaligen Chefpropagandisten der Roten Armee. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Ilja Ehrenburg war, wie die englische Autorin Catherine Merridale in ihrem Buch „Iwans Krieg. Die Rote Armee 1939–1945“ schreibt, „der Organisator von Stalins Propagandakrieg“. Ehrenburg schrieb allein rund 1500 Artikel an die Adresse der russischen Soldaten, meist in der Soldatenzeitung „Roter Stern“. Der Einfluss von Ehrenburgs Appellen auf die Stimmung und das Gefühl der russischen Soldaten kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Eine Soldatin aus dem Hauptquartier der 1. Weißrussischen Front bekundete: „Wir standen unter dem starken Einfluss von Ehrenburgs Appellen, und wir hatten viele Gründe für Vergeltung“ (Antony Beevor).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Nun dient jede Kriegspropaganda dazu, die eigenen Soldaten zum Kämpfen zu motivieren, ja anzustacheln – auf deutscher Seite war der Demagoge Joseph Goebbels dafür ein schlimmes Beispiel. Ich erinnere mich noch, damals ein Kind, wie Goebbels im Radio schrie: „Wollt ihr den totalen Krieg?“ Die Besonderheit der ehrenburgschen Kriegspropaganda, also seiner – wie er in seinen Erinnerungen selber schreibt – „richtigen Worte an die sowjetischen Soldaten“, liegt jedoch darin, dass die von ihm verfassten Artikel und Flugblätter von einem selbst für Kriegszeiten ungewöhnlichen Hass geprägt waren, und zwar – das ist wichtig – nicht nur von einem Hass auf die Nationalsozialisten („Faschisten“) und auf die deutschen Soldaten, was verständlich gewesen wäre, sondern auf „die Deutschen“, also auf alle Deutschen. Ehrenburgs Hass ging so weit, dass er den Deutschen (also nicht nur den Faschisten und den deutschen Soldaten) das Menschsein absprach. In der Soldatenzeitung „Krasnaja Swesda“ („Roter Stern“) lasen die russischen Soldaten Ehrenburgs Hass-tiraden: „Die Deutschen sind keine Menschen. Von jetzt ab ist das Wort ,Deutscher‘ für uns der allerschlimmste Fluch. Von jetzt ab bringt das Wort ,Deutscher‘ ein Gewehr zur Entladung. Wir werden nicht sprechen. Wir werden uns nicht aufregen. Wir werden töten. Wenn du nicht im Lauf eines Tages wenigstens einen Deutschen getötet hast, so ist es für dich ein verlorener Tag gewesen … Wenn du einen Deutschen getötet hast, so töte einen zweiten – für uns gibt es nichts Lustigeres als deutsche Leichen. Zähle nicht die Tage. Zähle nicht die Kilometer. Zähle nur eines: die von dir getöteten Deutschen“ (Alfred M. de Zayas).&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Was waren die Ursachen jener Gewalt-Orgie? Mit nur einem Grund lassen sich die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen um 1944/45 nicht erklären.</title>
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    <updated>2013-03-28T17:57:35Z</updated>
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    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Images/Einmarsch.jpg&quot; title=&quot;&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie konnte es zu diesen fürchterlichen Ereignissen kommen? Was waren die Ursachen jener Orgie von Gewalt in der Zeit um 1944/45? Wie lassen sich die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen erklären?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Vorab dazu: Jeder Krieg ist eine Gewaltveranstaltung, in der Menschen – Soldaten und Zivilisten – getötet oder verletzt werden. Vergewaltigungen waren nicht immer, aber häufig Teil des Kriegsgeschehens. Neuere Beispiele sind der Krieg auf dem Balkan und der Bürgerkrieg im Kongo; hier wurde – wie Amnesty international in einem Plakat formuliert – Vergewaltigung als „Kriegswaffe“ eingesetzt. Schließlich ist allgemein bekannt, dass auch in Friedenszeiten Vergewaltigungen nicht selten vorkommen, dies nicht nur in Indien. Alle diese Tatsachen reichen jedoch nicht aus, um das ungeheuerliche Ausmaß der Massenvergewaltigung deutscher Frauen und Mädchen 1944/45 zu erklären. Aber wie sind diese Kriegsverbrechen dann zu erklären?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Am 22. Juni 1941 begann Hitler seinen Angriffskrieg gegen die Sowjetunion. Es wird gelegentlich darüber diskutiert, ob Hitler damit einem bevorstehenden Angriff Stalins seinerseits nur zuvorgekommen ist. Jedoch können solche Überlegungen hier dahingestellt bleiben. Tatsache ist, dass Hitler an jenem Tag die Sowjet­union überfallen hat – ein Ereignis, das sich verständlicherweise tief in das russische Bewusstsein eingegraben hat. Im Verlauf dieses Angriffskrieges besetzte die deutsche Wehrmacht große Teile der Sowjetunion. Deutsche Soldaten standen dicht vor Moskau, Leningrad war eingeschlossen und in und um Stalingrad wurde erbittert gekämpft. Stalingrad wurde zur Wende des Krieges. Von nun an marschierten nicht mehr die deutschen Armeen ostwärts, sondern die russischen Armeen westwärts. Die „heilige russische Erde“, an vielen Stellen nur noch verbrannte Erde, wurde nun Stück um Stück zurückerobert. Hitlers Angriffskrieg hatte großes Leid über die russische Bevölkerung gebracht. Unendlich viele Menschen hatten ihr Leben oder Angehörige verloren, Juden waren ermordet worden, Städte und Dörfer zerstört. Eine unselige NS-Besatzungspolitik hatte die bei einzelnen Bevölkerungsteilen‚ etwa in der Ukraine, ursprünglich durchaus vorhandenen Sympathien für die deutschen Soldaten zunichte gemacht. Alle diese Gründe machen es verständlich, dass die russischen Soldaten beim Betreten deutschen Bodens in Erinnerung an Hitlers Angriffskrieg und dessen Folgen nicht gerade von freundlichen Gefühlen gegenüber der deutschen Bevölkerung erfüllt waren. Aber warum kam es zu jener Orgie der Gewalt gegenüber der deutschen Zivilbevölkerung und speziell gegenüber Frauen und Mädchen?&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: Am schlimmsten traf es Ostpreußen: Die verschwiegenen und verdrängten Leiden der Opfer der Massenvergewaltigungen der Jahre 1944/45.</title>
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    <updated>2013-03-28T17:55:15Z</updated>
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    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Images/Vergewaltigung.jpg&quot; title=&quot;&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweite Weltkrieg hat wie kein Krieg zuvor unermessliches Leid über unzählige Menschen gebracht, über Frauen und Männer, über Kinder und Alte, dies nicht nur in Ostpreußen, sondern auch in anderen Teilen Deutschlands und in anderen Ländern. Die Leiden waren vielfältiger Art: Tod von nahen Angehörigen (insbesondere von Kindern), Flucht im eiskalten Winter, Zwangsarbeit, Vertreibung, Hunger – so mancher Flüchtling oder Gefangener wäre über ein Stück Pferdefleisch glück­lich gewesen. Ein spezielles Leid, das nur Frauen und Mädchen traf, und dies ganz besonders in Ostpreußen, waren die Massenvergewaltigungen 1944/45. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Die massenhafte Vergewaltigung von Frauen und Mädchen durch sowjetische Soldaten geschah in allen östlichen Teilen Deutschlands, übrigens auch in Österreich, in Ungarn und in Jugoslawien. Am schlimmsten traf es Ostpreußen. Von einer englischen Historikerin (Cathe­rine Merridale) stammt die Feststellung, dass die Gewalt gegen Frauen „in Ostpreußen ihre furchtbarsten Ausmaße annahm“. Es war Ostpreußen, wo die Rote Armee zum ersten Mal auf deutschen Boden vorge­rückt war. Nemmersdorf im Kreis Gumbinnen war am 21. Oktober 1944 der erste von sowjetischen Truppen besetzte Ort auf deutschem (genauer: ostpreußischem) Gebiet, und zugleich der Ort, an dem die Leiden der ostpreußischen Frauen und Mädchen begannen. Das Foto der in Nemmersdorf ermordeten Frauen und Kinder ist bekannt. Wenig bekannt ist dagegen, dass ein deutscher Hobby-Historiker die geradezu absurde These aufgestellt hat, es hätten „subversiv arbeitende SS- oder Wehrmachtseinheiten diese ,Arbeit‘ (gemeint ist: die Ermordung der Frauen und Kinder in Nemmersdorf) erledigt haben können“, eine auf Indizien aufgebaute „Schlussfolgerung“ ergebe, „dass die NS-Seite auf die Ereignisse in Nemmersdorf hingesteuert hat“ (Bernhard Fisch). Diese Spekulation ist angesichts der vielen unbestreitbaren Gewaltexzesse der sowjetischen Soldaten in Ostpreußen so absurd, dass dieses Märchen eigentlich keiner Erwähnung wert ist. Erwähnt wird diese abenteuerliche Spekulation hier nur deshalb, um zu zeigen, dass es hinsichtlich des Beschweigens von Verbrechen nicht der Deutschen, sondern an Deutschen keine Schamgrenze gibt. Nächstens wird womöglich noch behauptet, die Bombardierung Dresdens sei das Werk von „subversiv“ handelnden deutschen Fliegern gewesen.&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: „... sie wissen nicht, was sie tun” - Militärgeschichtliches Forschungsamt bezweifelt mit dünnen Argumenten Bombenopfer von Dresden.</title>
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    <updated>2013-02-22T13:34:57Z</updated>
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    <content>Aus Anlaß der Bombardierung Dresdens vor 49 Jahren durch Hunderte von westalliierten schweren Bombern legten im Februar dieses Jahres — bei nicht staatlich organisierten Demonstrationen —, zum Gedenken an die Toten, Überlebende dieser Terrorangriffe und auch junge Bürger der Elbestadt an der Frauenkirche und anderswo Kränze nieder.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
In der Presse der alten Bundesländer wurden diese Gedenkveranstaltungen lediglich durch kurze Meldungen erwähnt. Dabei wurde die Zahl der damals durch die alliierten Bomben umgekommenen Menschen mit lediglich 35.000 angegeben. Diese Zahl ist nachweislich falsch, wie heute jeder halbwegs zeitgeschichtlich informierte Bürger weiß; hat doch das Ordnungsamt der Landeshauptstadt Dresden Anfang 1993 auf Anfrage nach der Zahl der Opfer der Angriffe im Februar 1945 - wenige Wochen vor Ende des Krieges - durch das Amt für Protokoll und Auslandsbeziehungen (ßeaibeitr: Mitzcherlich) mitgeteilt: &quot;Gesicherten Angaben der der Dresdner Ordnungspolizei zufolge wurden bis zum 20. März 1945 202.040  Tote, überwiegend Frauen und Kinder, geborgen. Davon konnten nur etwa 30 Prozent identifiziert werden. Einschließlich der Vermißten dürfte eine Zahl von 250.000 bis 300.000 Opfern realistisch sein. Entsprechende Forschungen sind noch nicht abgeschlossen.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Auch eine in Niedersachsen weitverbreitete Regionalzeitung hatte im Februar über die Gedenkveranstaltungen in der Elbestadt in einer kurzen Meldung berichtet. Natürlich auch mit den falschen Opferzahlen. Ein Leser stellte daraufhin in einem Leserbrief fest, daß. die von der Zeitung angegebene Zahl von 35.000 Toten falsch sei, wies auf die Aussage des Ordnungsamtes der Stadt Dresden hin und bat um Veröffentlichung dieser Zuschrift. Der Leserbrief wurde veröffentlicht, erhielt aber folgenden Redaktionsschwanz: „Anmerkung der Redaktion: Auf die Frage nach dem aktuellen Forschungsstand zitiert das Militärgeschichtliche Forschungsamt in Freiburg ein Standardwerk: &apos;Nach amtlichen Schätzungen kamen 35.000 Menschen ums Leben. Zwar dürfte die tatsächliche Opferzahl höher liegen, die sechsstelligen Angaben jedoch, die bald verbreitet wurden, entbehren jeder Grundlage.&apos;&quot;&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: So viel Autonomie wie möglich. Wie die Alliierten versuchten, Litauens Souveränität über das Memelland zu beschränken.</title>
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    <updated>2013-02-20T19:17:38Z</updated>
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    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Images/Memellaendischer-Landtag.jpg&quot; title=&quot;Der Memelländische Landtag&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entscheidung der Botschafterkonferenz der Alliierten und Assoziierten Hauptmächte vom 16. Februar 1923, Litauen die Souveränität über das Memelland zu übertragen, löste in dem jungen baltischen Staat ein starkes Siegesgefühl aus. Mit dem gelungenen Coup konnte quasi der Verlust des Wilna-Gebietes an Polen wettgemacht werden. Weniger Freude lösten in dem Land hingegen die mit der Souveränitätsübertragung verbundenen Auflagen aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Vier Tage nach dem Beschluss der Botschafterkonferenz stimmte die litauische Regierung diesem zunächst zu, dann hüllte sie sich in Schweigen. Erst auf ein Ultimatum der Botschafterkonferenz vom 7. März erklärte der litauische Außenminister Ernst Galvanauskas den Beschluss – vermutlich wegen der mit der Souveränitätsübertragung verbundenen Auflagen – für unannehmbar, lenkte aber vor der Drohung ein, jeden Akt für null und nichtig zu erklären, der ohne Zustimmung der Konferenz geschehe. Am 7. Mai verkündete Galvanauskas in Memel die Autonomie des Gebiets. Die Botschafterkonferenz machte diesen Schritt jedoch ungültig und erkannte das Recht, die Autonomie zu verleihen, nur sich selbst zu, was einen Tag später auch geschah.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Zum Streitpunkt entwickelte sich die konsequente Forderung der Alliierten, Polen im Memeler Hafen Sonderrechte einzuräumen. Dagegen wehrte sich die litauische Regierung vehement. Letztendlich wurde die Streitsache vor den Völkerbund getragen, der im Februar 1924 die „Davis-Kommission“ nach Memel entsandte, welche sich gegen die Gewährung von polnischen Sonderrechten aussprach. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Nach dieser Entscheidung war der Weg frei, dass die alliierten Großmächte Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan mit Litauen am 8. Mai 1924 die „Konvention über das Memelgebiet“ unterzeichnen konnten. Den ersten von drei Anhängen bildete dabei das „Statut des Memelgebiets“, das die Republik Litauen in Kraft zu setzen hatte. Sein Absatz 1 enthielt die Verpflichtung, in „Verwirklichung des weisen Entschlusses, dem Memelgebiet Autonomie zu gewähren und die überlieferten Rechte und die Kultur seiner Bewohner zu sichern, … dem Memelgebiet eine Verfassung einer autonomen Einheit zu gewähren“. &lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: Memelländer im Stich gelassen: Vor 90 Jahren überließen die Sieger des Ersten Weltkrieges Litauen die Souveränität über die Region.</title>
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    <updated>2013-02-13T20:55:23Z</updated>
    <link rel="alternate" href="http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Im-Stich-gelassen.htm"/>
    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Images/Memelland-Besetzung.jpg&quot; title=&quot;Memelland-Besetzung durch Littauen&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Alliierten auf der einen Seite das Ruhrgebiet mit der Begründung besetzt hielten, dass das Deutsche Reich seinen Reparationsverpflichtungen nicht vollständig nachgekommen sei, verletzten sie auf der anderen Seite selber den Versailler Vertrag, indem sie es nicht nur mehr oder weniger widerstandslos hinnahmen, dass entgegen diesem von ihnen selber diktierten Friedensvertrag am gegenüberliegenden Ende Deutschlands Litauen das Memelland besetzte, sondern dessen Annexion auch noch anerkannten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Gemäß Artikel 99 des Versailler Vertrags wurden die nordöstlichsten Kreise des Deutschen Reichs mit ihren 142000 Bewohnern abgetrennt und fortan erstmalig als Memelgebiet bezeichnet. Am 9. Januar 1920 unterzeichnete der Reichs- und Staatskommissar Regierungspräsident a.D. Georg Wilhelm Graf Lambsdorff in Paris ein Übereinkommen über die Abtretung der Gebiete von Danzig und Memel an die Alliierten. An die Stelle der Reichsgewalt trat die gemeinsame Verwaltung durch die Alliierten Hauptmächte. Diese waren verpflichtet, in abgetretenen Gebieten das Selbstbestimmungsrecht wirksam werden zu lassen; daher übten sie nur eine Treuhänderschaft aus. Eine künftige staatliche Zugehörigkeit des Memelgebiets war im Versailler Vertrag nicht festgelegt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Mit Mandat des Völkerbunds trafen französische Kräfte am 14. Februar 1920 in Memel ein. Der offizielle Vertreter der Alliierten Hauptmächte, der französische General Dominique Odry, berief ein Landesdirektorium ein, das die Gebietsverwaltung sowie die Verwaltung über Eisenbahn, Post und Zollwesen entsprechend dem Abkommen vom 9. Januar 1920 und im Rahmen des erhalten gebliebenen rechtlichen Fortbestands ausübte. Das Memelgebiet war in dieser Phase weder ein eigener Staat noch besaß es eine eigene Währung, es war jedoch von Zollgrenzen umgeben und führte eine eigene Flagge. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Für den weiteren Fortgang war die sich zusehends verstärkende Idee der Errichtung eines Freistaats Memel unter internationaler Garantie einer Ententemacht eminent wichtig. Diese Idee erfuhr insbesondere in memelländischen Wirtschaftskreisen sowie, wie eine Umfrage ergab, in der Bevölkerung und vom Gouverneur und Oberkommissar der Signatarmächte Gabriel Petisné Zustimmung. Auch Reichsaußenminister Walther Rathenau zog einen Freistaat unter britischer, italienischer oder französischer Oberhoheit in Erwägung. Entsprechende Verhandlungen der Memelkommission der Botschafterkonferenz in Paris über die Bildung eines Freistaates begannen im November 1922.&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Wie Dresden zerstört wurde: 1945 fiel Sachsens Hauptstadt vier Terrorangriffen zum Opfer – Die Zahl der Toten ist bis heute ein Politikum.</title>
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    <updated>2013-02-13T10:24:16Z</updated>
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    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Images/Dresden-Inferno.gif&quot; title=&quot;Dresden 1945&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 25. Januar 1945 gab der britische Ministerpräsident Winston Churchill seinem Luftfahrtminister Sir Archibald Sinclair den Befehl, Städte in Mitteldeutschland anzugreifen. Der Air Chief Marshal Charles Portal hatte zunächst gezögert, weil er keinen militärischen Sinn darin sah; für Dresden zumal, der größten dieser Städte, gab es nicht einmal Zielkarten. Dennoch folgte er der Weisung des Premierministers.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Am 8. Februar startete die 1. Ukrainische Front eine Großoffensive aus den Oderbrückenköpfen Steinau und Leubus. Die Rote Armee begann, die schlesische Hauptstadt Breslau einzuschließen. Am 17. Februar nahm sie Liegnitz ein. Bis zur sächsischen Landeshauptstadt Dresden waren es noch 170 Kilometer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Am 13. Februar wurde um 21.40 Uhr in Dresden Fliegeralarm gegeben. Von 22.09 bis 23.28 Uhr warfen 235 viermotorige „Lancaster“-Bomber, die entwickelt worden waren, um große Bombenmengen über weite Entfernungen zu transportieren und als Bombenteppiche beispielsweise über Wohngebieten abzuwerfen, 198 Minen-, 120 Spreng- und 205.428 Brandbomben auf die Altenstädter Innenstadt. Sie stießen kaum auf Luftabwehr, weil die Flakgeschütze im Februar an die Ostfront verlegt worden waren. Die schweren Sprengbomben („Wohnblock-Knacker“) erzeugten Druckwellen, die Dächer abdeckten, Fenster eindrückten und Brandmauern einstürzen ließen. In die so aufgerissenen Häuser regneten dann die Brandbomben, die das Mobiliar, die Dachstühle und so weiter in Brand setzten. Die dann folgenden Sprengbomben zwangen die Menschen, in den Luftschutzkellern zu bleiben und so zu ersticken oder zu verbrennen. Lösch- und Bergungstrupps wurden getroffen, Wasserleitungen zerstört, Feuerwehren vernichtet. Die Folge waren unkontrollierte Großbrände, die sich rasch zu einem nicht zu löschenden Feuersturm über eine Fläche von 15 Quadratkilometern vereinigten.&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: Dokumente der Schande - Ungarn: Wie es zur Vertreibung der Ungarndeutschen kam und wem die Urheberschaft zukommt.</title>
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    <updated>2013-01-20T20:32:16Z</updated>
    <link rel="alternate" href="http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Dokumente-der-Schande.htm"/>
    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Images/Vertreibungsdenkmal.jpg&quot; title=&quot;Vertreibungsdenkmal in Ungarn.&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Man schreibt den 19. Januar 1946. In dem von sechs Hundertschaften Polizei umstellten Budaörs – einem Vorort von Budapest mit deutschem Ortsnamen Wudersch – werden „die Schwaben“ aus den Betten geholt. Nur das Allernötigste dürfen sie zusammenklauben, bevor sie zum Bahnhof getrieben werden. In bereitstehenden Viehwaggons verlassen 1.058 Bewohner die Ortschaft, am 30. Januar kommen sie in Aalen an. Ein zweiter Transport mit 1.054 Menschen erreicht am 1. Februar Göppingen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
So geht es Schlag auf Schlag: Binnen fünf Wochen sehen sich 6.753 Ungarndeutsche aus Wudersch wie Vieh nach Württemberg und Baden verfrachtet. Und am 22. Juni sowie am 23. August 1947 gehen die beiden letzten Transporte aus der vor 1941 eigenständigen Gemeinde nach Hoyerswerda ab, in die Sowjetische Besatzungszone (SBZ).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Erst hernach ist Budaörs „frei von Schwaben“ („svábok“). Auf dieselbe Weise entleeren sich Dorf für Dorf, Komitat (Bezirk) für Komitat, in denen seit Generationen Deutsche leben. In der Volkszählung von 1941 hatten 477.057 Personen „deutsch“ als ihre Volks- oder Sprachzugehörigkeit angegeben, 136.847 Staatsbürger deutscher Nationalität verlassen ungarischen Quellen zufolge Ungarn bis zum 1. September, weitere 24.789 bis Dezember 1946.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Auf Anordnung General Lucius D. Clays endet am 1. Dezember 1946 die „Aussiedlung“ (kitelepítés) – so der amtliche ungarische Sprachgebrauch – in den amerikanisch besetzten Teil Deutschlands. Zwischen Frühjahr 1947 und Sommer 1948 verbringt man daher noch einmal gut fünfzigtausend „Schwaben“ in die SBZ, von denen viele bald den Weg in die Westzonen wählen. Vertriebene, Kriegsflüchtlinge und Heimkehrer aus der Sowjetunion, wohin 64.000 zur Zwangsarbeit deportiert worden und von denen 16.000 zu Tode gekommen waren, machen insgesamt 225.000 vertriebene Ungarndeutsche aus, soweit sie in der Bundesrepublik amtlich registriert werden.&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: Westalliierte fordern unbedingte Kapitulation - Auf der Konferenz von Casablanca einigen sich Roosevelt und Churchill auf das Kriegsziel Siegfrieden.</title>
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    <updated>2013-01-16T13:51:47Z</updated>
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    <content>Vor 70 Jahren trafen Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill in Casablanca zusammen und einigten sich dort auf die Forderung nach der bedingungslosen Kapitulation der Achsenmächte, was die deutsche Opposition schwächte und den Widerstandswillen in Deutschland erhöhte. Des Weiteren wurde nach intensiven Beratungen der Spitzenmilitärs beider Seiten vereinbart, Europa zunächst nur vom Süden her anzugreifen, aber den Luftkrieg gegen Deutschland zu intensivieren. Die US-Amerikaner sollten tagsüber, die Briten nachts angreifen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Nach der alliierten Landung in Nordafrika im November 1942 lag die marokkanische Hafenstadt Casablanca im direkten Einflussbereich der Westmächte. So konnten der US-Präsident Franklin D. Roosevelt und der britische Premierminister Winston Churchill dort eine Geheimkonferenz abhalten. Auf dieser Konferenz mit dem Codenamen „Symbol“ sollte in Sonderheit geklärt werden, wie die immer noch recht knappen militärischen Ressourcen der beiden angelsächsischen Staaten im Weiteren einzusetzen seien. Zu den Gesprächen, die vom 14. bis 26. Januar 1943 andauerten, war auch der russische Diktator Josef Wissarionowitsch Stalin eingeladen, dieser sagte seine Teilnahme aber mit der Begründung ab, wegen der Kämpfe um Stalingrad unabkömmlich zu sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Außer Churchill und Roosevelt nahmen an der Konferenz auch die „Combined Chiefs of Staff“ (CCS), der im Vorjahr gegründete gemeinsame Operations- und Planungsstab ihrer beiden Staaten, teil, darunter der Chef des US-Generalstabs, General of the Army George C. Marshal, der Oberkommandierende der US Navy, Fleet Admiral Ernest J. King, der Kommandierende General der US-Luftwaffe, General of the Army Henry H. Arnold, der Erste Seelord der Royal Navy, Admiral of the Fleet Sir Dudley Pound, der Chef des Generalstabes der britischen Armee, Field Marshal Sir Alan Brooke sowie der Marshal of the Royal Air Force Charles F. Portal. In zwei bis drei täglichen Sitzungen bemühten sich die CCS-Angehörigen um einen Konsens hinsichtlich des weiteren Vorgehens gegen Deutschland und die anderen Achsenmächte. Dabei wurden besonders zwei Optionen diskutiert: die schnelle Umsetzung der bereits ausgearbeitet vorliegenden Pläne für eine Landung an der französischen Kanalküste und der Angriff auf die Südflanke der Festung Europa vom okkupierten Nord­afrika aus. An­ge­sichts der anhaltenden U-­Boot­gefahr im Atlantik, die erst wenige Monate später, im Mai 1943, gebannt werden konnte, entschied sich die Konferenz schließlich für den Vorstoß von Süden her. &lt;br /&gt;...</content>
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  </entry>
  <entry>
    <title>Zeitgeschichte: Unter Schlafwandlern. Ein Buch zum Ersten Weltkrieg von Christopher Clark</title>
    <id>tag:uuid.feedcap.net,2015-11-08:1E547029-EF25-486E-93E8-F0ACC7F1C23E</id>
    <updated>2012-12-31T23:39:57Z</updated>
    <link rel="alternate" href="http://www.odfinfo.de/landeskunde/Literatur/Unter-Schlafwandlern.htm"/>
    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/landeskunde/Literatur/Images/Kaiser-Wilhelm-II.jpg&quot; title=&quot;Kaiser Wilhelm II. (links) auf dem Weg zur Paroleausgabe&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht Weltmachtambitionen Deutschlands stießen Europa in den Abgrund des Ersten Weltkriegs: Der australische Historiker Christopher Clark schildert, wie es zur Katastrophe von 1914 kam. Sein Buch &quot;The Sleepwalkers&quot; ist eine Wucht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Früher hat man ja gesagt, dass alle europäischen Mächte in den Abgrund des Ersten Weltkriegs hineingeschlittert sind. Der Historiker Christopher Clark hat diese These gekonnt verstärkt und aus den verantwortlichen Staatsmännern Europas 1914 schlicht &quot;Schlafwandler&quot; gemacht. Clark ist äußerst geschätzt und preisbewehrt durch seine fundamentalen Preußen-Studien. Ein Australier mit einer sehr starken Sensibilität für Denkhorizonte und Handlungsmöglichkeiten Bismarcks und seiner Nachfolger.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Sein seit einiger Zeit angekündigtes Buch über die Vorkriegszeit konnte man daher nur mit Spannung erwarten, zu sehr ist doch hierzulande noch die von Fritz Fischer in den 1960er-Jahren verfochtene These lebendig, dass Deutschland aus verantwortungslosen Weltmachtambitionen diesen Krieg gezielt vorbereitet habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Das Buch &quot;The Sleepwalkers&quot; ist insgesamt eine Wucht. Während wir anderen Weltkrieg-I-Historiker gerade beginnen, uns in den Schützengräben von 2014 einzurichten, kommt hier schon das vielleicht wichtigste Buch zum 100-jährigen &quot;Geburtstag&quot; des Ersten Weltkriegs.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Christopher Clark kennt sich wie kaum ein zweiter in den europäischen Sprachen und Archiven aus. Mit großer Selbstverständlichkeit zitiert er Dokumente englischer, französischer und deutscher Provenienz genauso wie russische oder serbische. Das ganze in wohltuend ruhiger, nie demonstrierender und dozierender Weise, sondern auf eine Art, die den Leser zum Mitüberlegen einlädt.&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: Die Kriegspläne des Marschall Pilsudski gegen Deutschland</title>
    <id>tag:uuid.feedcap.net,2015-11-08:12CB45BE-FC64-4AFA-8D18-4EC11C7EDDBA</id>
    <updated>2012-12-27T15:12:45Z</updated>
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    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Images/Josef-Pilsudski.jpg&quot; title=&quot;Josef Pilsudski&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Am sonnigen Vormittag des 15. Juni 1932 läuft eine Flottille von 3 Schiffen der Royal Navy zu einem offiziellen Besuch beim dortigen Senator in den Hafen von Danzig ein. Bei der Begrüßungszeremonie jedoch verweigert die Danziger Regierung - entsprechend den Direktiven des Völkerbundes - der polnischen Marine die Erweisung von Ehrenbezeugungen gegenüber den britischen Matrosen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Genau darauf scheint Marschall Josef Pilsudski gewartet zu haben. Die politische Situation in Deutschland, das permanent Ansprüche auf Danzig erhebt, gilt als unklar und gefährlich (Danzig fungiert nach dem 1. Weltkrieg als &quot;Freie Stadt&quot;, steht unter dem Schutz des Völkerbundes, wird zu 97% von Deutschen bewohnt und ist national staatlich unabhängig; Anm. der Redaktion). Mithin versuchen die polnischen Behörden herauszufinden, wie entschlossen die Deutschen ihre Rechte im Ernstfalle verteidigen würden. Pilsudski bestellt Admiral Josef Unrug zu sich und befiehlt, unmittelbar nach der britischen Flottille den Zerstörer &quot;Wicher&quot; in den Danziger Hafen einlaufen zu lassen. Dessen Besatzung erhält dabei den Befehl, im Falle einer Verweigerung der Hafennutzung durch die Danziger Behörden das nächstliegende Regierungsgebäude zu beschießen (wie vom Internationalen Tribunal in Den Haag im Dezember desselben Jahres bestätigt, kündigte Danzig bereits im Jahre 1930 den bis dato bestehenden Vertrag zur Hafennutzung; Polen hatte inzwischen im nahe liegenden Gdingen einen eigenen Hafen errichtet).&lt;br /&gt;...</content>
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    <title>Zeitgeschichte: Wie das »rote Preußen« endete: Am 20. Juli 1932 entmachtete das Reich mit dem »Preußenschlag« die geschäftsführende Regierung Braun.</title>
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    <updated>2012-07-12T11:54:38Z</updated>
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    <content>&lt;img src=&quot;http://www.odfinfo.de/Zeitgeschichte/Images/Preussenschlag.jpg&quot; title=&quot;Anlass des &quot;Preußenschlages&quot;: &quot;Altonaer Blutsonntag&quot;&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 20. Juli 2012 jährt sich zum 80. Mal der sogenannte Preußenschlag, die umstrittene Absetzung der geschäftsführenden preußischen Regierung Otto Braun durch das Reich. Durch die auf Artikel 48 der Weimarer Reichsverfassung beruhende Notverordnung „Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet des Landes Preußen“ wurde die geschäftsführende Minderheitsregierung des Sozialdemokraten Braun zugunsten eines Reichskommissars entmachtet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Der erst kurz vor dem Staatsstreich als Nachfolger Heinrich Brünings ins Amt berufene Reichskanzler Franz von Papen wurde zum Reichskommissar in Preußen ernannt, wo er als Regierungschef im Auftrag des Reiches fungierte. Zum stellvertretenden Reichskommissar wurde der Essener Oberbürgermeister Franz Bracht ernannt, der zusätzlich mit der Leitung des preußischen Innenministeriums betraut und insofern Nachfolger Carl Severings wurde. Etliche andere wichtige Ämter in Regierung und Verwaltung wie beispielsweise die des Polizeichefs wurden ebenfalls von der Reichsregierung neu besetzt. Durch diese Entfernung vieler der SPD angehörenden beziehungsweise ihr nahestehenden Politiker aus ihren Machtpositionen wurde Preußen als „rote Festung“ innerhalb des Reiches von den Konservativen ausgeschaltet. Da der Freistaat Preußen als Hochburg der Weimarer Koalition galt, wird der „Preußenschlag“ gegen seine geschäftsführende Landesregierung nicht nur als Angriff auf den Föderalismus, sondern auch auf die Mittelinksparteien verstanden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Der Artikel 48 der Reichsverfassung besagte, dass bei akuter Gefährdung der inneren Sicherheit und Ordnung der Reichspräsident per Notverordnung jene sichern sollte. Solch eine Notverordnung durfte auch in die Politik einzelner Reichsländer eingreifen. Im Falle des „Preußenschlages“ gab es viele Aspekte, die seine Legitimität bis heute zweifelhaft erscheinen lassen. So hat beispielsweise die Reichsregierung die Notverordnung bereits präventiv vor dem 20. Juli verfasst und sie ohne Datum durch den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg unterzeichnen lassen, also bevor es überhaupt einen akuten Anlass für sie gab. Den offiziellen Anlass bildete am 17. Juli 1932 der „Altonaer Blutsonntag“, an dem im damals zu Preußen gehörenden Altona friedlich geplante Demonstrationen der extremen Parteien eskalierten und zu Straßenschlachten führten, als die Demonstranten aufeinandertrafen. Dieses Ereignis forderte 17 Tote und etliche Verletzte und diente als Begründung für mangelnde Sicherheit in Preußen, in dem die Landesregierung die Kontrolle verloren habe.&lt;br /&gt;...</content>
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