Kritik an Preußischer Treuhand
SPD und CDU lehnen Klagen
gegen Polen ab
Die
Klagen der Vertriebenenorganisation
Preußische Treuhand vor dem Europäischen Gerichtshof
für Menschenrechte sind bei Union und SPD auf massive Kritik gestoßen. Die Koordinatorin
der Bundesregierung für das deutsch-polnische Verhältnis, Gesine Schwan, drückte
gegenüber der "Berliner Zeitung" die Erwartung aus, dass sich "wie bisher alle politisch
relevanten Kräfte bis hin zum Bund der Vertriebenen von dem Vorstoß distanzieren".
Der SPD-Außenpolitiker Markus Meckel forderte von der Bundesregierung, sie müsse
den Klagen jegliche Unterstützung verweigern.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete
Jochen-Konrad Fromme sagte, er sehe keinen Weg, wie die vermeintlichen Ansprüche
der Kläger durchgesetzt werden könnten. Der Vorsitzende der Gruppe der Vertriebenen,
Flüchtlinge und Aussiedler in der Unions-Bundestagsfraktion wandte sich entschieden
gegen die Preußische Treuhand: "Ich lehne die Aktivitäten und den Stil dieser Institution
vollständig ab, weil sie Deutschland erheblichen außenpolitischen Schaden zufügt."
Polen empört
über Klagen
Die
Preußische Treuhand hatte Polen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte
auf Entschädigung verklagt. Das Gericht soll nach dem Willen von Aufsichtsratsmitglied
Rudi Pawelka zunächst die Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg grundsätzlich
als Unrecht anerkennen. In Polen gab es heftige Proteste gegen das Vorgehen.
Die
Preußische Treuhand
war von Vertriebenenfunktionären im Jahr 2000 mit dem Ziel gegründet worden, Eigentumsansprüche
durchzusetzen oder eine angemessene Entschädigung zu erringen.
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