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Kreis Lyck

 


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Der Landkreis Lyck / Ostpreußen

Der Landkreis Lyck ist 1.115,06 qkm groß und hat 56.417 Einwohner, das sind 50,6 auf 1 qkm. Er ist ein Grenzkreis, liegt an der Landesgrenze mit Polen und gehört zur Masurischen Seenplatte. Der größte See ist der Große Selmentsee, dem aus dem Kreis Treuburg der Legafluß zufließt; dieser verläßt ihn als Malkiehn und mündet in den reich gegliederten Statzer See; nur dessen nördliche Teile gehören zum Kreise Lyck. Der Laschmiedensee empfängt von Norden den Lyckfluß, er verläßt den See bei Stradaunen, durchfließt den Halecksee und bildet bei der Kreisstadt Lyck den Lycker See. Von der Gesamtfläche des Kreises werden 730,21 qkm landwirtschaftlich genutzt, und zwar überwiegend von mittleren Bauernbetrieben. Viele von ihnen betrieben anerkannte Viehzucht und belieferten die zahlreichen Molkereien. Die Wälder bedecken eine Fläche von 140,70 qkm. Das Holz wurde in den heimischen Sägewerken bearbeitet und fand Absatz bei den Sperrholz-, Möbel- und Kistenfabriken. Die Kreisstadt Lyck liegt fast in der Mitte des Kreisgebiets und erstreckt sich am östlichen Steilufer des Lycker Sees und an der Mündung des Lyckflusses. Der Komtur zu Balga, Ulrich von Jungingen, errichtete auf einer Insel des Sees ein Ordenshaus, das 1398 vorhanden war und um 1400 seine endgültige Gestalt erhielt. 1454 wurde es von den Polen durch Brand zerstört, so daß nur noch „Reste des Haupthauses in den starken unteren Mauern" des seit 1879 bestehenden Gefängnisses erhalten sind. An dem gegenüberliegenden Ufer ließen sich Ansiedler nieder, denen der Hochmeister Paul von Rusdorf 1425 eine Handfeste verlieh. Das Dorf erhielt den Namen Zur Likke. In den unruhigen Zeiten des 15. Jahrhunderts konnte es sich nicht voll entwickeln. Es besaß aber schon 1472 eine Kirche auf der höchsten Erhebung; sie mußte im 16. und 19. Jahrhundert neu erbaut werden. Das jetzige Gotteshaus entstand 1922/1925 im Anschluß an die Reste der 1850 vollendeten und 1914 zerstörten Kirche. An ihr wirkten seit der Reformation zwei, seit 1894 drei Geistliche. Bemerkenswert, ist die Berufung des aus Neu-Sandez bei Krakau stammenden Druckers Johannes Maletius 1537 zum Erzpriester durch Herzog Albrecht. Er und sein Sohn Hieronymus Maletius richteten in Regelnitzen (Regelnhof) bei Lyck eine Druckerei ein, in der sie die Bibel und zahlreiche evangelische Lehr- und Glaubensschriften in polnischer Sprache druckten. Hierdurch wurde die evangelische Lehre in Masuren sehr gefördert. Vater und Sohn Maletius sollen auch die Kirchschule neu begründet haben; Markgraf Georg Friedrich er hob sie 1587 zur Provinzialschule, 1599 zur Fürstenschule; aus ihr ist das Gymnasium hervorgegangen. Die Lycker Schule bildete masurisch sprechende Knaben für das Studium an der Universität in Königsberg vor, dadurch wurde sie zum geistigen Mittelpunkt des evangelischen Masuren. 1560 hatte Herzog Albrecht dem Dorf Lyck das Marktrecht verliehen und es damit auch zum wirtschaftlichen Hauptort des östlichen masurischen Raumes gemacht. Hierbei wirkte sich die Grenznähe vorteilhaft aus, weil damals mit Polen ein reger Tauschhandel bestand. Im 16. Jahrhundert verlor Lyck durch die Pest mehrere hundert Bewohner, weit mehr beim Tatareneinfall 1656/1657. Das Dorf ging in Flammen auf. Nach dem Wiederaufbau erhob der Große Kurfürst den Flecken zur Stadt. In dieser Zeit erhielt Lyck das erste Rathaus; es brannte mehrmals ab, das jetzige wurde 1925 vollendet. In den Jahren 1709/1710 starben von etwa 1.700 Einwohnern 1.100 an der Pest. Von diesen Schicksalsschlägen konnte sich die Stadt im 18. Jahrhundert kaum erholen, weil auch der Marktverkehr nachließ. Eine Förderung brachte die seit 1742 bestehende Garnison. Der General Freiherr von Günther, 1788/1795 in Lyck, verteidigte mit seinen Bosniaken die gefährdeten Grenzstädte gegen die aufständischen Polen. Er soll auch die Einrichtung des Lehrerseminars Lyck angeregt haben (1800-1803 und 1902-1926). Die Stadt Lyck errichtete dem General zu Ehren ein Denkmal. Während der Kriegsjahre 1806/1812 erlebte die Stadt drückende Truppendurchzüge und Einquartierungen. 1831, 1844, 1853 forderte die Cholera in der Stadt jedesmal mehrere hundert Menschenleben. 1853 wurde die katholische Kirche, 1859 die Synagoge erbaut. Eine lebhafte Aufwärtsentwicklung setzte aber erst nach dem Anschluß an die Südbahn 1868, mit Prostken 1870 ein. Die Einwohnerzahl stieg von 3.898 (1850) auf 13.428 (1910). Handel und Wandel hatten sich stark vermehrt. Maschinenfabriken, Holzschneidemühlen, Ziegeleien, Brauereien und andere industrielle Unternehmen gewannen an Bedeutung. Da in Lyck auch mehrere Schulen aller Art, Behörden, Banken, Zeitungen bestanden, wurde es wegen seiner wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung als die „Hauptstadt Masurens" angesehen. Der Erste Weltkrieg brachte erhebliche Rückschläge, 1914/1915 wurde die Stadt dreimal von den Russen besetzt und zu 45 v. H. zerstört. Auch das Kreisgebiet erlitt viele Verluste. Mehr als 100 Heldenfriedhöfe, es sei nur die Höhe Bunelka genannt, zeugen von den schweren Kämpfen und Verlusten. Bei der Abstimmung am 11. Juli 1920 wurden 8.339 (im Kreise 36.534) deutsche Stimmen und sieben (im Kreise 44) polnische Stimmen abgegeben. Nach dem Wiederaufbau der Stadt setzte eine allmähliche Aufwärtsentwicklung ein. Der gewinnbringende Grenzverkehr fiel fort. Es entwickelte sich ein beachtlicher Getreide-, Leder- und Viehhandel. Bedeutung gewannen die Sägewerke und Möbelfabriken. In den dreißiger Jahren hatten die Lycker Teppichknüpferei und die Kreisweberei einen guten Ruf. 1929 wurden Stadtgebiet und Bewohnerzahl vergrößert, als die „Domäne", d. h. die Lyckinsel mit dem Schloß, der Borrekwald und der Lycksee, eingemeindet wurden. 1939 hatte Lyck 16.500 Einwohner. Im September 1939 war die Stadt ein großes Durchgangslager. Als 1945 die Russen nördlich und südlich des Kreises die deutsche Front durchbrachen und der Kreis Lyck dadurch abgeschnitten zu werden drohte, mußte er am 21./23. Januar 1945 kampflos geräumt und dem Feind belassen werden. Seit Mai 1945 gehört er zum polnisch besetzten Teil Ostpreußens.

In Lyck wurden am 8. Juni 1756 der gänzlich erblindete Historiker Ludwig v. Baczko (+ Königsberg 1823), am 17. März 1926 der Schriftsteller Siegfried Lenz geboren. In dem in der Nähe der Stadt Lyck gelegenen Forsthaus Sybba haben die beiden Erzähler Fritz und Richard Skowronnek ihre Kindheit verlebt. Das Dorf ist ein beliebter Ausflugsort. Malleten (Malleczewen) ist der Geburtsort des am 11. August 1884 geborenen Schriftstellers Fritz Reck (+ KZ Dachau 1945). Das am Lyckfluß und unweit der polnischen Grenze gelegene Dorf Prostken ist allgemein als Endstation der Südbahn bekannt. Der Ort erinnert auch an ein geschichtliches Ereignis. Am 18. Oktober 1656 fand bei Prostken eine Schlacht statt, in der die Polen und Tataren die preußischen und schwedischen Truppen besiegten und danach das südliche und östliche Ostpreußen bis Ragnit hinauf plündernd, brennend und mordend bis zum Frühjahr 1657 durchzogen. Dabei kamen 23.000 Menschen um, und 34.000 wurden in die Gefangenschaft geschleppt.

Gleichfalls am Lyckfluß liegt das Kirchdorf Scharfenrade (Ostrokollen) mit einer 1667 erbauten und 1933 restaurierten dreischiffigen Holzkirche in Bohlenwandbau auf Feldsteinsockel, sie ist außen und innen mit Brettern verschalt und gehört zu den seltensten Holzkirchen Ostpreußens.

In Dreimühlen (Kallinowen) wirkte 1780/1798 der Pfarrer Michael Pogorzelski, den Krüppelvater Braun „ein urwüchsiges Original Masurens" genannt hat, der tatsächlich ein geistig hochstehender Geistlicher war. Sein Vorgänger Bernhard Rostock (1730/1759) ist der Dichter des in Masuren beliebten geistlichen Volksliedes: „Das Feld ist weiß, der Ähren Häupter neigen sich." Das Kirchdorf Stradaunen am südlichsten Zipfel des Laschmiedensees hat eine 1736/1738 erbaute, chorlose Feldsteinkirche. In herzoglicher Zeit stand hier ein „Schloß", der Verwaltungssitz des Amtes Stradaunen.

Das landschaftlich reizvoll gelegene Kirchdorf Fließdorf (Jucha) war durch seine jährlich abgehaltenen Vieh- und Pferdemärkte bekannt. Die Kirche war jahrhundertelang ein vielbesuchter Wallfahrtsort. Sie war um 1585 erbaut, die geschnitzte Kanzel von 1574, der Altar „wie die meisten masurischen dieser Zeit noch in Schreinform" von 1591.

In dem zwischen drei Seen gelegenen Kirchdorf Klaussen wurde 1851 eine meteorologische Wetterstation eingerichtet, die durch ihre jahrelangen Beobachtungen der Wisssenchaft wertvolle Dienste geleistet hat. Skomanten (Skomentnen), das an den Sudauerführer Skomand in der Landschaft Grasima (östlich Lyck) erinnert, ist bekannt geworden durch den in einem Tongefäß gefundenen Silberschatz (Halskette mit kreuzförmigen Anhängern, je zwei Hufeisenfibeln und Armspiralen) des 12./13. Jahrhunderts

Patenschaftsträger für den Kreis Lyck ist die Stadt Hagen (Westf).

Quellen:
Karte: Kreisgemeinschaft Lyck;
Bild und Wappen: Archivmaterial;
Text: Guttzeit: Ostpreußen in 1440 Bildern, Verlag Rautenberg, 1972-1996, Seite 71

 
 

 weitere Informationen zum Kreis Lyck: www.Kreis-Lyck.de

 

weitere Informationen:
Die Winterschlacht in Masuren 7. - 21. Februar 1915;
"Die Herkunft von Ortsnamen im Kreis Lyck" - Hagen-Lycker Brief 1998, Seite 119-123;
"500 Jahre Borschimmen" - - Hagen-Lycker Brief 2003, Seite 31-32 und 37-40;
"Die Apotheken im Kreise Lyck" - Hagen-Lycker Brief 2003, Seite 85-100;
"Else Erbe, Schriftstellerin aus Lyck" - Hagen-Lycker Brief 2003, Seite 101-108


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