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Der Landkreis Memel

Der Landkreis Memel war 1938: 1.064 qkm groß und hatte Ende 1937: 33.356, am 1. Januar 1940 30.473 Einwohner, d. s. 31,35 bzw. 28,64 auf 1 qkm. Der Landkreis Memel war damit der am dünnsten besiedelte Kreis Ostpreußens; ihm steht der Kreis Johannisburg (31,5 Ew. auf 1 qkm) nahe. Bedingt ist die dünne Besiedlung durch das Fehlen einer Stadt und durch ausgedehnte unergiebige Böden. Den größten Teil der Kreisfläche nimmt eine weite Niederung mit zahlreichen Mooren und Sandebenen ein, z. B. die Palwe nördlich Memel. Diese sind den mit fruchtbarem Geschiebemergel ausgestatteten Moränenhöhen vorgelagert. Die höchste Erhebung im Kreise ist der 44 m hohe Gramboberg. 40 m erreichen die Kollater Höhen, der Dawiller Schloßberg ist 28 m hoch. Die einzige Steilküste am memelländischen Ostseestrand mit 24 m Höhe liegt bei dem Seebad Försterei an der Ostsee. Im westlichen Kreisteil breiten sich Niederungsmoore aus: das Tyrus-, das Schwenzeler und das Daupener Moor; sie sind teilweise kultiviert. Wälder sind nur selten zu finden. Die beiden Hauptflüsse Minge und Dange durchfließen den Kreis in nordsüdlicher Richtung und münden ins Kurische Haff. Die Dange bildet beim Durchschneiden des Memeler Höhenzuges anmutige Uferpartien, am lieblichsten ist die Landschaft bei Tauerlauken. Die Minge ist von der Mündung bis Lankuppen, 20 km weit, schiffbar. Kurz vor Lankuppen mündet der 1863/1873 erbaute, 25 km lange König-Wilhelm-Kanal in die Minge. Er hat die Aufgabe, den Memeler Hafen mit dem Mündungsdelta der Memel unter Umgehung des Kurischen Haffs zu verbinden und dient vor allem der Holzflößerei. Der bedeutendste Ort im Landkreis ist der Marktflecken Prökuls an der Minge und an der Eisenbahnstrecke Memel-Tilsit. Auf den alten Umfassungsmauern der ersten Kirche wurde 1680/1697 ein neues Gotteshaus errichtet, das 1885 umgebaut wurde und einen Turm erhielt. Am Amtsgericht wirkte von 1860 bis 1863 der Richter und Schriftsteller Ernst Wichert (+1902). Er sammelte hier, wo die Nachkommen der einst eingewanderten Litauer ihr Volkstum und ihre Sprache zum großen Teil unverfälscht bewahrt hatten, aber sich als Deutsche fühlten, den Stoff zu seinen „Litauische Geschichten", die wie „Ansas und Grita" die Menschen dieses Landes lebendig schildern. -- Nordöstlich Prökuls liegt das Kirchdorf Dawillen, dessen Kirche 1862 geweiht worden ist. -- Das nördlichste Kirchdorf des Kreises Memel und damit auch Ostpreußens ist das anmutig am Dangetal gelegene Deutsch Krottingen, und die nördlichst gelegene Gemeinde des früheren Deutschen Reichs ist Nimmersatt, einst wichtige Posthalterei und Ausgangsort der Poststraße von Preußen nach Rußland. Als König Friedrich Wilhelm IV. mit seinem Gefolge in dem Grenzgasthaus vortrefflich bewirtet wurde, verlieh er ihm den Namen „Immersatt", und später grüßte unmittelbar vor der litauischen Grenze eine Wegtafel mit den Worten: „Immersatt und Nimmersatt, wo das Deutsche Reich ein Ende hat." -- Zum Kreise Memel gehören auch die Nehrungsorte Schwarzart, Preil und Nidden. Schwarzort, das bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts noch ein wenig bekanntes Fischerdorf war, zog durch seine landschaftliche Schönheit viele Besucher an und wurde zu einem beliebten Badeort. Das 1830 von Fischern der versandeten Ortschaft Alt Neegeln angelegte Preil, von hohen bewaldeten Dünen umrahmt, bietet eine Fülle von Naturschönheiten mit dem 60 m hohen „Preilaberg", dem 70 m hohen „Alte Krugberg" und dem berühmten Elchrevier. Die Bewohner hatten sich ihr kurisches Brauchtum bis in die jüngste Vergangenheit bewahrt. - Die schicksalsreichste Geschichte hat das Kirchdorf Nidden, das bereits in den alten Wegeberichten des Deutschen Ordens 1385 erwähnt wird. 1710 forderte die Pest zahlreiche Opfer. Bald danach wurde die alte Dorfstelle von den Wanderdünen zugedeckt. Agnes Miegel hat die Ereignisse in wunderbarer Weise zu der Ballade „Die Frauen von Nidden" gestaltet. Die Bewohner erbauten etwa 1.200 m nördlich des alten Nidden eine neue Dorfstelle. Am 6./7. Januar 1807 übernachtete die Königin Luise in Nidden. 1819 brannte mehr als die Hälfte, 1869 fast das ganze Dorf nieder. Unweit Niddens liegen die höchsten Wanderdünen Mitteleuropas, und vom "Italienblick" hat der Besucher einen reizvollen Blick über das nördliche Nidden, den Ortsteil Purwin. Die Bewohner des „absonderlichsten, reizvollsten Fischerdorfs der Kurischen Nehrung" hatten sich ihre eigene Sprache, Kultur und Brauchtum bewahrt. Trachten, Sagen, Lieder, eigenartige Grabtafeln, die Stelen, wie absonderliche Erzählungen waren hier lebendig geblieben; sie hat Henry Fuchs in seinem Buch „Die Bewohner der Kurischen Nehrung im Spiegel ihrer Sagen" in liebevoller Weise eingefangen.

Patenschaftsträger für den Landkreis Memel ist die Stadt Mannheim.

Quellen:
Wappen: Das Ostpreußenblatt (www.Ostpreussenblatt.de), 2000;
Text: Guttzeit: Ostpreußen in 1440 Bildern, Verlag Rautenberg, 1972-1996, Seite 57-59


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