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Alle Facetten Ostpreußens unter einem Dach:
Das Ostpreußische Landesmuseum in der Lüneburger Ritterstraße

Lebendiger Ort des Bewahrens und Erfahrens
Zu seinem 25. Geburtstag ist das Ostpreußische Landesmuseum als feste Größe in der deutschen Museumslandschaft etabliert
von Jan Heitmann

Ein Dreivierteljahrtausend ostpreußischer Geschichte, Landschaft und Kultur unter einem Dach – das gibt es seit 25 Jahren im Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg. Das Haus ist das einzige Museum in Deutschland, das das reiche Erbe, aber auch die Gegenwart und Zukunft Ostpreußens und deren Bedeutung für Deutschland und Europa in ihrer Gesamtheit thematisiert. Als zentrale Einrichtung für die Sammlung, Bewahrung, Erforschung, Präsentation und Vermittlung des Kulturgutes aus und von Ostpreußen nimmt es eine besondere Stellung in der deutschen Museumslandschaft ein.

Im Jahre 1987 aus dem Ostpreußischen Jagdmuseum hervorgegangen, könnte das Haus in diesem Jahr sogar ein Doppeljubiläum begehen, denn die Anfänge des Jagdmuseums wiederum liegen 60 Jahre zurück. Damals präsentierte der Forstmeister Hans-Ludwig Loeffke, einer der Gründerväter der Landsmannschaft Ostpreußen (LO), beim Treffen der Landsmannschaft in Bochum mit Objekten aus Privatbesitz eine erste Ausstellung zum ostpreußischen Jagdwesen. Wegen des großen Erfolges wurde diese erweitert und 1954 auf der Internationalen Jagdausstellung in Düsseldorf als „Gedenkschau deutscher Osten“ wiederholt. Zwei Jahre später gründete der umtriebige Tilsiter den Verein „Ostpreußisches Jagdmuseum – Wild, Wald und Pferde Ostpreußens e.V.“ mit Sitz in Lüneburg, wohin ihn die Nachkriegswirren verschlagen hatten. Ende 1957 begann Loeffke im „Alten Kaufhaus“ mit der Einrichtung des Museums, das Ende des folgenden Jahres eröffnet wurde. Eine Brandstiftung, der im Dezember 1959 mehrere historische Gebäude samt dem „Alten Kaufhaus“ und den Beständen des Museums zum Opfer fielen, bedeute für Loeffke und sein Projekt einen schweren Rückschlag. Doch Loeffke ließ sich nicht entmutigen. Er begann, eine neue Sammlung zusammenzutragen, die er ab 1964 in einem Patrizierhaus in der Salzstraße präsentierte und kontinuierlich ausbaute, sodass das Museum 1969 und 1974 erweitert wurde. 

Im Jahre 1987 erfolgte die Umgestaltung des Jagdmuseums in das Ostpreußische Landesmuseum. Damit verbunden war nicht nur ein erweiterter thematischer Ansatz, sondern auch der Umzug in einen Neubau in der Ritterstraße. Träger des Hauses war bis 1994 der Verein „Ostpreußisches Jagd- und Landesmuseum“, der auch Eigentümer der Liegenschaft ist. Seitdem wird das Museum von der Ostpreußischen Kulturstiftung unter dem Vorsitz von Wilhelm von Gottberg, dem langjährigen Sprecher der LO, getragen. Auf Beschluss des Bundestages wird es durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie das Land Niedersachsen institutionell gefördert. Darüber hinaus leisten der 1965 gegründete und seit langem von Barbara Loeffke, der Witwe des Museumsgründers, geleitete Förderverein „Ostpreußisches Jagdmuseum“, der „Verein der Freunde des Ostpreußischen Landesmuseums“ und die LO auf vielfältige Weise materielle und ideelle Unterstützung.

In sechs Dauerausstellungen und zwei Wechselausstellungen gibt das Ostpreußische Landesmuseum auf rund 2000 Quadratmetern Fläche einen umfassenden Einblick in Geschichte, Natur und Kultur Ostpreußens. Fern aller Verklärung und Heimattümelei wendet es sich primär nicht an die Erlebnisgeneration, sondern öffnet das breite Thema Ostpreußen den Nachkommen der Vertriebenen ebenso wie allen Geschichts- und Kulturinteressierten. Dabei setzt Joachim Mähnert, seit 2009 Direktor des Hauses, auf die authentische Wirkung von Originalexponaten, ohne dabei moderne museumsdidaktische Methoden oder Techniken zur Museumsgestaltung zu vernachlässigen. Übertriebener Multimedia-Schnick­schnack, der einem den Besuch vieler Museen schnell verleidet, ist hier glücklicherweise nicht zu finden. Das Museum umspannt alle Facetten Ostpreußens – von der Frühbesiedelung und den Rittern des Deutschen Ordens über den Siedlerzuzug und das Alltagsleben in Frieden und Krieg bis zu Flucht und Vertreibung, vom „Gold der Ostsee“ und der Königsberger Goldschmiedekunst bis zur Majolika-Keramik aus Cadinen, von der Land- und Forstwirtschaft über die Jagd und Fischerei bis zu den Trakehner Pferden, von Immanuel Kant und Johann Gottfried Herder über Käthe Kollwitz bis Lovis Corinth, Agnes Miegel und Siegfried Lenz.

Das Ostpreußische Landesmuseum ist weit mehr als ein Ausstellungsort. Es ist auch ein Ort zum Erfahren, Erforschen und Erleben. So bietet das Kulturreferat in Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen im In- und Ausland Fortbildungsveranstaltungen und Studienfahrten an. Außerdem stehen Museums-Rallys für Kinder, Geburtstagsfeiern, Ferienaktionen sowie Angebote für Kindergartengruppen und Schulklassen auf dem museumspädagogischen Programm. Wie kaum eine andere vergleichbare Einrichtung arbeitet das Haus mit Museen, Wissenschafts- und Kultureinrichtungen in Polen, Russland und Litauen zusammen. Ende des vergangenen Jahres wurde das Ostpreußische Landesmuseum für seine erfolgreiche Arbeit als eines von nur sechs niedersächsischen Museen mit einem Qualitätssiegel ausgezeichnet.

All das ist für die Leitung des Hauses kein Grund, sich auf dem Erreichten auszuruhen. Für die kommenden Jahre ist eine bauliche Erweiterung des Museums geplant, durch die sich die Ausstellungsfläche verdoppeln soll. Dann wird es auch eine Deutschbaltische Abteilung geben, die sich mit der Geschichte und Kultur der Deutschen in den historischen Siedlungsgebieten Livland, Kurland und Estland beschäftigt. Außerdem wird der Integration der Vertriebenen in Westdeutschland breiter Raum gegeben werden. Ein weiterer Bereich wird die heutige deutsche Kulturtradition in Ostpreußen thematisieren. Auch die Gemäldesammlung, die größte in Lüneburg, soll mehr Platz bekommen und um einen wechselnden Kunstschwerpunkt erweitert werden.

Bei seiner Gründung und selbst in späteren Jahren von linken Ideologen noch als „Revanchisten-Tempel für Ewiggestrige“ diffamiert und immer wieder Ziel politischer Anwürfe und Demonstrationen, stößt das Ostpreußische Landesmuseum heute auf breite Akzeptanz. Es ist eine feste und unverzichtbare Größe in der Kulturszene Lüneburgs ebenso wie in der deutschen Museumslandschaft.  


Festakt 25 Jahre Ostpreußisches Landesmuseum

Auch Politiker sind lernfähig“ und „Ostpreußen, seid dankbar, trinkt Bier aus dem Hause Holsten“, das sind zwei, wenn auch nicht vorrangige, Erkenntnisse, die sich aus den Reden beim Festakt aus Anlass des 25. Geburtstages des Ostpreußischen Landesmuseums gewinnen lassen.

Welch hohe Wertschätzung das Museum genießt, zeigte die große Zahl prominenter Gäste, die Museumsdirektor Joachim Mähnert im Fürstensaal des Lüneburger Rathauses begrüßen konnte. Unter den rund 200 geladenen Gästen waren Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge, der niedersächsische Kultusminister Bernd Althusman, Staatssekretär Josef Lange vom niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Ingeborg Berggreen-Merkel, Stellvertreterin des Kulturstaatsministers im Bundeskanzleramt, sowie zahlreiche Bundestags-, Landtagsabgeordnete und Ratsmitglieder.

Die Festredner sparten nicht mit Anerkennung für das in einem Vierteljahrhundert Erreichte und lobten das Haus als wichtigen Bestandteil der Museumslandschaft. Eröffnet wurde die Reihe der Grußworte durch Oberbürgermeister Mädge, der einräumte, dass er das Museum vor 25 Jahren selbst noch kritisch gesehen und dagegen demonstriert habe. Stadt und Museum seien nicht immer „gerade Wege“ gegangen, jetzt sei dieses Buch aber geschlossen. Das Museum leiste mit seinen wichtigen Aktivitäten und Ausstellungen einen bedeutenden kulturellen Beitrag.

An „wechselvolle Jahre“, die es gebraucht habe, bis das Museum zum zentralen Ort geworden sei, an dem 750 Jahre Kulturarbeit der Ostpreußen dokumentiert und bewahrt würden, erinnerte auch Ingeborg Berggreen-Merkel. Das Siedlungs- und Kulturerbe Ostdeutschlands sei Teil der Geschichte aller Deutschen und das Besinnen auf die gemeinsamen Wurzeln die Legitimation für das Haus. Zudem lobte sie die wissenschaftliche Arbeit und den „Brückenschlag“ zu den verschiedenen Nationalitäten im Baltikum. Das Museum sei Sachzeuge der Vergangenheit und weise in die Zukunft. Darauf könnten alle Beteiligten stolz sein, so Berggreen-Merkel.

Staatssekretär Lange betonte die Bedeutung des kulturellen Erbes Ostpreußens und hob besonders die Leistungen der Vertriebenen im Nachkriegsdeutschland hervor. Es sei wichtig, so Lange weiter, auch die junge Generation darüber zu informieren. Deshalb werde das Land Niedersachsen die Erweiterung des Museums bezuschussen.

Die Ostpreußen hätten als erste erkannt, dass „Musealisierung keine Einäscherung der Erinnerung“ bedeute, so Joachim Mähnert in seiner kurzen Ansprache. Sein Haus sei ein „quicklebendiger Ort“, in dem man Unterhaltendes und Überraschendes erfahren könne. Mittels der Vermittlung der ostpreußischen Kulturgeschichte verhelfe es zu einem grenzüberschreitenden Verständnis der heutigen Generationen. Die Finanzierung durch den Bund und das Land Niedersachsen sei gesichert.

Zum Abschluss des Festaktes zog Hubertus Hilgendorff, Vorsitzender des Vereins „Ostpreußisches Jagd- und Landesmuseum“, eine Bilanz der vergangenen 25 Jahre. Er berichtete von viel Arbeit, finanziellen Engpässen und politischem Druck aus vielen Richtungen, die auf ihm und seinen Mitstreitern oft gelastet hätten. Doch die Liebe zur Heimat habe den Ostpreußen, die man nie unterschätzen solle, die Kraft gegeben, ihr Vorhaben gegen alle Widerstände zu verwirklichen. Sie hätten nicht nur nach staatlicher Förderung gerufen, sondern selbst Millionen für das Museum aufgebracht. In seine Dankesworte an alle, die am Entstehen und der Entwicklung des Ostpreußischen Landesmuseums mitgewirkt haben, bezog Hilgendorff auch die Holsten-Brauerei und deren damaligen Vorstandsvorsitzenden Klaus Asche ein. Diese hätten ein Herz für Ostpreußen gezeigt und das Areal im Herzen Lüneburgs dem Museumsverein zu günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt.   -   J.H.

Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt Ausgabe 30/12, 28.07.2012

 



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