West- und Ostpreußische Geschichte
kurz gefasst
Um 1400 v.Chr.
begann die germanische Besiedlung des Weichselgebietes.
1.-4. Jh. n.Chr.
siedelten die germanischen Stämme der Burgunden, Vandalen,
Rugier und Goten im Weichselgebiet. Die Wohnsitze der Goten nahmen die Flächen beiderseits
der Mündung ein, erreichen die Ostgrenze des Ermlandes und bedecken den Südwesten
Masurens.
Um 200
begann der Abzug der Germanen nach Westen und Süden, der
bis ca. 600 andauerte. Während dieser Zeit rückte der baltische Volksstamm der Prußen
nach.
890
Wulfstans Fahrt nach Elbing und dem Drausensee.
1209 - 1239
Hermann von Salza
(*um 1170, +1239), Hochmeister des Deutschen Ordens. - Hermann von Salza entstammte
einem thüringischen Ministerialengeschlecht. Er war ein enger Freund und Berater
Kaiser Friedrichs II., begleitete ihn 1228 auf dem Kreuzzug und leistete ihm als
Diplomat große Dienste. Er erweiterte das Gebiet des Deutschen Ordens 1211 um das
Burzenland im Südosten Siebenbürgens mit der vom Deutschen Orden gegründeten Stadt
Kronstadt; 1225 wurde der Orden jedoch wieder ausgewiesen. 1226 stellte Friedrichs
II. dem Orden die „Goldbulle von Rimini" aus, die dem Orden das noch zu unterwerfende
Preußen unterstellte, woraufhin Hermann von Salza mit der Christianisierung und
der Unterwerfung der heidnischen Preußen begann und die Herrschaft des Ordens in
Preußen begründete. Durch die von ihm betriebene Vereinigung mit dem livländischen
Schwertbrüderorden kam 1237 das Baltikum zum Herrschaftsbereich des Deutschen Ordens.
1226
Aufforderung des polnischen Teilherzogs
Konrad von Masovien
an den Deutschen Orden, gegen die heidnischen Prußen zu kämpfen, wofür er dem Orden
das Kulmerland als Eigentum überließ. Die Goldene Bulle von Rimini Kaiser Friedrichs
II. verlieh dem Orden das Kulmerland und alle weiteren Eroberungen zu ewigem freien
Besitz.
1230
schlossen Herzog Konrad von Masovien und der Deutsche Orden
den Vertrag von Kruschwitz. In ihm übertrug der
Herzog dem Orden das Kulmerland sowie alle künftigen Eroberungen in Preußen mit
allen zugehörigen Rechten als Schenkung.
1231 - 1283
Eroberung Preußens. Gegründet werden die Burgen:
- 1231 Thorn
- 1232 Kulm
- 1233 Marienwerder
- 1237 Elbing
- 1241 Braunsberg
- 1252 Memel
- 1255 Königsberg
- 1270 Frauenburg
- 1279 Marienburg
1233, 18. Dezember
Die Kulmer Handfeste sicherte die Rechte und Freiheiten
in den neuentstandenen Gebieten. Grundlage war das Magdeburger Stadtrecht.
1234, 3. August
übergab Papst Gregor IX. dem Deutschen Orden in der Bulle von Rieti die Herrschaft über
das Kulmer Land östlich der unteren Weichsel sowie über alle weiteren vom Orden
in Preußen eroberten Ländereien.
1237
Vereinigung des Deutschen Ordens mit dem Livländischen
Schwertbruderorden.
1243
Das eroberte Prußengebiet wird in die vier Bistümer Kulm,
Pomesanien, Ermland und Samland geteilt.
1260 - 1273
Der große Aufstand der Prußen.
1273 - 1283
Eroberung der drei östlichen Randgaue Schalauen, Nadrauen
und Sudauen.
1303
Regesten zur Geschichte Preußens und des Deutschen Ordens
1303 - 1311
Siegfried von Feuchtwangen. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1309
Erwerb Pommerellens durch den Deutschen Orden. - Der Hochmeister
nimmt seinen Sitz in der Marienburg ein. Die Blütezeit des Ordensstaates unter:
- 1324-1330 Werner von Orseln
- 1331-1335 Luther von Braunschweig
- 1335-1341 Dietrich von Altenburg
- 1351-1382 Winrich von Kniprode
- 1393-1407 Konrad von Jungingen
1311 - 1324
Karl von Trier. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1324 - 1330
Werner von Orseln. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1331 - 1335
Luther von Braunschweig. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1335 - 1341
Dietrich von Altenburg. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1342 - 1345
Ludolf König. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1343
Friede zu Kalisch: Polen entsagt seinen Ansprüchen auf Pommerellen
und das Kulmerland.
1345 - 1351
Heinrich Dusemer. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1352 - 1382
Winrich von Kniprode. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1367, 10. November
der Komtur von Balga, Ulrich Fricke, gewährt mit gewissen
Einschränkungen den aus Jägern, Beutnern und Fischern bestehenden Ansiedlern
im Raum Johannisburg freie Jagd in
den umliegenden Wäldern und freie Fischerei in einigen Seen.
1370
Die ins Samland eingefallenen Litauer werden bei Rudau
geschlagen.
1382 - 1390
Konrad Zöllner. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1386
Der litauische Großfürst Jagiello heiratet die polnische
Königstochter Hedwig und nimmt für sich und sein Land das Christentum an.
1391 - 1393
Konrad von Wallenrode. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1393 - 1407
Konrad von Jungingen. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1402
Der Orden kauft von König Sigismund (der gleichzeitig
Kurfürst von Brandenburg ist) die Neumark und 1408 das Ländchen Driesen hinzu.
1407 - 1410
Ulrich von Jungingen. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1410, 15. Juli
Niederlage des Deutschen Ordens in der Schlacht bei Tannenberg.
1410 - 1413
Heinrich von Plauen. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1411, 1. Februar
1.Thorner Frieden. Der Orden verzichtet auf Dobrzin
und Szamaiten, so lange Jagiello und Witowd leben.
1414 - 1422
Michael Küchmeister. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1422
Der Orden tritt Gebiete auf dem linken Ufer der Weichsel
ab und an Litauen alles Gebiet nördlich der Provinzgrenze der Vorkriegszeit.
1422 - 1441
Paul von Rusdorf. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1435
Der "ewige Friede" zu Brzesc wird von den Ständen dem
Hochmeister abgetrotzt.
1440
Gründung des Preußischen Bundes zu Marienwerder durch
53 preußische Edelleute und 19 Städte zur Sicherstellung ihrer Rechte.
1441 - 1449
Konrad von Erlichshausen. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1454, 4. Februar
Die Stände kündigen dem Hochmeister die Huldigung auf.
Im selben Jahr siegt der Orden über Polen bei Konitz. Die Neumark wird an Brandenburg
verkauft.
1450 - 1467
Ludwig von Erlichshausen. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1457
Die Ordenssöldner verkaufen die als Pfand für ihre
Soldforderungen 1455 überlassene Marienburg an den Polenkönig. Der Hochmeister siedelt
nach Königsberg um.
1462
Der Orden unterliegt in der Schlacht bei Zarnowitz.
1466, 19.Oktober
Der 2. Thorner Frieden beendigt den Dreizehnjährigen Krieg
(1454-1466). Der Westen und das Ermland werden aus dem Verbande des Ordensstaates
herausgerissen. Den Rest erhält der Hochmeister als Vasall Polens.
1469 - 1470
Heinrich Reuß von Plauen. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1470 - 1477
Heinrich Reffle von Richtenberg. Hochmeister des Deutschen
Ordens.
1477
- 1489
Martin Truchseß
von Wetzhausen. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1489 - 1497
Johann v. Tiefen. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1489 - 1510
Friedrich v. Sachsen. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1511 - 1525
Albrecht von Brandenburg. Hochmeister des Deutschen Ordens.
1519 - 1521
Hochmeister Albrecht von Brandenburg-Ansbach sucht
im "Reiterkrieg" das polnische Joch abzuschütteln. Der Versuch misslingt.
1523, September
Johannes Brießmann predigt im Königsberger Dom evangelisch.
1525, 10.April
Frieden zu Krakau. Albrecht von Brandenburg-Ansbach aus
der fränkischen Linie der Hohenzollern nimmt den Ordensstaat als erbliches Herzogtum
vom Polenkönig zum Lehen.
1525, 6. Juli
Herzog Albrecht führt die Reformation in Preußen ein. Die Bewohner der
dem Deutschen Orden nach dem Friedern von Thorn (1466) verbliebenen östlichen Landesteile
traten zusammen mit dem Herzog zum lutherischen Glauben über. - Huldigung der Stände
für Herzog Albrecht.
1525
Bauernaufstand im Samland. - Am Ende der Ordenszeit hat die unberechtigte
Heranziehung der Freien zu bäuerlichen Diensten (Scharwerk) von Seiten der Großgrundbesitzer
und Amtleute das gute Verhältnis derart unterhöhlt, dass sich offener Aufstand eben
dieses Bevölkerungsteiles erhob.
1544
Gründung der Königsberger Universität.
1568, 20. März
Tod Herzog Albrechts.
1618
Das Herzogtum fällt an die brandenburgischen Hohenzollern.
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1619-1640
Georg Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg
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1624 - 1630
I. Schwedisch - Polnischer Krieg. Weichsel-Nogat Delta von den
Schweden besetzt.
1626
Gustav Adolf von Schweden überrumpelt Pillau und erobert
das Ermland und Pomesanien.
1629
Waffenstillstand von Altmark bei Christburg.
1635
Waffenstillstand von Stuhmsdorf.
1640, 1.12.
Georg Wilhelm (von Brandenburg)
stirbt und wird im Königsberger Dom beerdigt.
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1640-1688
Friedrich Wilhelm von Brandenburg, Der Große Kurfürst
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1642
Huldigung der preußischen Stände für den Kurfürsten und
Herzog Friedrich Wilhelm.
1655 - 1660
II. Schwedisch-Polnischer Krieg. Frieden von Oliva (1660) bestätigt Unabhängigkeit
Preußens (Frieden von Wehlau, 1657) gegenüber Schweden und Polen.
1656, Januar
Vertrag zu Königsberg. Preußen wird schwedisches Lehen.
1656, 20. November
Vertrag zu Labiau. Der Große Kurfürst erhält von Schweden die Souveränität
über Preußen und Ermland zugesichert.
1656 / 1657
Die Tataren fallen während des schwedisch-polnischen Krieges am 9. Oktober
1656 ins südliche Ostpreußen ein. Die Tataren waren polnische Hilfstruppen. Die
Einfälle erfolgten, weil der Kurfürst, obwohl hinsichtlich Preußens ein Lehnsmann
der Krone Polens, in dem schwedisch-polnischen Konflikt zunächst auf der - anfänglich
sehr erfolgreichen - Seite Schwedens stand. Es handelte sich danach gewisser Maßen
um Strafexpeditionen, und sie waren unmenschlich hart und grausam.
In dem ersten Bericht
des des Hauptmanns von Johannisburg, Dietrich von Lesgewang, vom 15. Okt. 1656 heißt
es u.a.: "... die Tataren ... auß dem Lyckschen eingefallen, und alsobald mit Morden
und Brennen fohrtgegangen, danebenst auch sehr viel armer Leuthe Weiber und Kinder
gefangen genommen. ... Daß Brennen der Dörffer und entführung der Leuthe, ist noch
nicht alles .... Aber 'all das Ihrige ist nummehro in der Asche und hinfort ....
zu deme hat man sich großen Hunger und Kummer zu verhoffen, weilen die Leuthe nichts
an die Seite gebracht ..."
Die Einfälle hatten
für die Bevölkerung des Landes verheerende Folgen. Allein aus dem bevölkerungsarmen
Amt Johannisburg wurden 2.177 Personen verschleppt. Ganze Dörfer wurden entvölkert
und manche blieben wüst. Im Jahre 1657 fielen die Tartaren abermals ein. Dazu traten
in den folgenden Jahren Seuchen bei Mensch und Vieh auf, so dass Hungersnöte die
Folge waren. Das Land brauchte Jahrzehnte, um sich von den Schrecken des Tatareneinfalls
zu erholen, und wurde dann, kaum erholt, im Jahre 1709 von der großen Pest erneut
auf das schwerste getroffen.
1657, 19. September
Vertrag zu Wehlau: Der große Kurfürst erhält von Polen die Souveränität über
Preußen (ohne das Ermland) zugesichert.
1660, 3. Mai
Vertrag von Oliva: Alle europäischen Mächte verbürgen dem Großen Kurfürsten
die Souveränität in Preußen.
1663
Huldigung der preußischen Stände vor dem Großen Kurfürsten nach der Gefangennahme
des kneiphöfschen Schöppenmeisters Hieronymus Roth.
1678 / 1679
Einfall der Schweden in Ostpreußen und ihre Vertreibung durch Truppen,
die über das zugefrorene Haff an den Feind gebracht wurden.
1685
Französische Emigranten werden in Königsberg und Ostpreußen angesiedelt.
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1688-1701
Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg
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1690
Huldigung der preußischen
Stände für den Kurfürsten von Brandenburg Friedrich III.
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1701-1713
Friedrich I., König in Preußen
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1701, 18. Januar
Friedrich III. von Brandenburg setzt sich die Königskrone aufs Haupt:
Friedrich I., König in Preußen.
1709 / 1710
Die große Pest in Ostpreußen vernichtet ein Drittel der Bevölkerung.
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1713-1740
Friedrich Wilhelm I., König von Preußen
|
1714
Huldigung der preußischen
Stände für den König von Preußen Friedrich Wilhelm I.
1732
Beginn der Ansiedlung von rund 15.000 evangelischen Salzburgern durch
Friedrich Wilhelm I.
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1740-1786
Friedrich II. (der Große), König von Preußen
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1740
Huldigung der preußischen
Stände für den König von Preußen Friedrich II.
1758 - 1762
Besetzung Ostpreußens durch die Russen.
1772
1. Teilung Polens. Das Ermland und Westpreußen werden
dem Staate Friedrichs des Großen einverleibt.
Die Brücke zwischen Brandenburg
und Preußen ist geschlagen.
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1786-1797
Friedrich Wilhelm II., König von Preußen
|
1793
2. Teilung Polens. Danzig und Thorn, Posen und Südpreußen fallen an das
Königsreich Preußen.
1795
3. Teilung Polens. Neuostpreußen kommt an Preußen.
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1797-1840
Friedrich Wilhelm III., König von Preußen
|
1807
Im Februar trennen sich die preußische und die französische Armeen
in der Schlacht bei Preußisch-Eylau unentschieden.
1807, 14. Juni
Napoleon schlägt die Russen bei Friedland.
1807,
7. und 9. Juli
Friede zu Tilsit.
Großherzogtum Warschau wird gegründet. Danzig wird Freistaat.
1808
Gründung des Tugendbundes zu Königsberg.
1812, 30. Dezember
Konvention von Tauroggen.
1813, 5. Februar
Die Ständeversammlung zu Königsberg nimmt Yorks Landwehrplan an. Am 7.
Februar gültiger Beschluss über die gesetzliche Errichtung einer Landwehr.
1813, 19. Oktober
Das Königsberger Landwehrbataillon erstürmt unter Major Friccius das
Grimmaischer Tor von Leipzig.
1815
Der Wiener Kongress bringt Danzig, das Kulmerland, Thorn, den
Netzegau und Posen an Preußen.
1824
von Schön setzt die Vereinigung der Provinzen Ost- und Westpreußen zur
Provinz Preußen durch, deren Oberpräsident er wird.
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1840-1861
Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen
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1852 / 1853
Vollendung der Ostbahn.
1857
werden die Bahnbrücken bei Dirschau und Marienwerder fertiggestellt.
1860
wird die Strecke bis Eydtkuhnen verlängert.
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1861-1888
Wilhelm I., Deutsches Reich und Preußen
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1878
Die Provinz Preußen wird in die Provinzen Ost- und Westpreußen gespalten.
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1888
Friedrich III., König von Preußen
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1888-1918
Wilhelm II., Deutsches Reich und Preußen
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1914, 22.August
Die Russen dringen in Ostpreußen ein.
1914, 26.-30.August
Schlacht bei Tannenberg. 90.000 Russen gefangen. Vernichtung der
Narew-Armee.
1914, 8.-11. September
Schlacht an den Masurischen Seen. Rückzug der Njemen-Armee.
1915, 7.-21. Februar
In der Masurischen Winterschlacht wird die Russische Armee zur Aufgabe
gezwungen. 100.000 Russen gefangen.
Ab 1915
Ostpreußens Wiederaufbau.
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1918-1933
Weimarer Republik
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1919 / 1920
Der Vertrag von Versaille trennt Ostpreußen vom Reichskörper ab. Danzig
wird zu einem selbständigen Staat gemacht. Das Gebiet um Soldau wird zu Polen geschlagen.
Übergabe des Memellandes an die Allierten.
1920, 11. Juli
Abstimmung in Ostpreußen. Im Bezirk Marienwerder stimmten 92,4%, im Bezirk
Allenstein 97,9% für Deutschland. Abstimmungsergebnis im Kreis
Johannisburg: 34.036 für Deutschland, 14 für Polen.
1923, Januar
Litauen annektiert das Memelland.
1924, 22. März
Das Autonomiestatut des Memellandes.
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1933-1945
Drittes Reich
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1938, 16. Juli
Durch eine Verordnung des Gauleiters werden in Ost- und Westpreußen auf
einen Schlag etwa 1.500 zum Teil historische Ortsnamen eingedeutscht.
1939
Das Memelland kehrt zum Deutschen Reich zurück.
1945, 12. Januar
Die Rote Armee erreicht bei Elbing, wenige Kilometer nordöstlich von Marienburg,
die Ostsee. Ostpreußen ist damit vom übrigen Reich abgeschnitten.
1945, 18. Januar - 5. April
Die Rote Armee besetzt in Ost- und Westpreußen am:
18. Januar (Reichsgründungstag):
Haselberg, Breitenstein und Kattenau
19. Januar:
Ragnit, Schillen, Lautenburg und Soldau
20. Januar:
Hohensalza, Tilsit, Heinrichswalde, Gilge, Kreuzingen, Liebenfelde, Gumbinnen,
Gilgenburg, Neidenburg und Willenberg
21. Januar:
Elchwerder, Gr. Schirrau, Taplaken, Insterburg, Nemmersdorf, Strasburg, Neumark,
Hohenstein und Osterode
22. Januar:
Allenstein, Wehlau, Trempen, Angerapp, Goldap, Treuburg, Mohrungen, Nakel, Maldenten,
Salfeld, Deutsch Eylau und Prostken
23. Januar:
Mühlhausen, Briesen, Rosenberg, Freystadt, Goßlershausen, Elbing, Pr. Holland,
Ortelsburg, Passenheim, Gehlenburg, Arys und Lyck
24. Januar:
Labiau, Allenburg, Widminnen, Liebstadt, Altmark, Riesenburg,
Christburg, Johannisburg
25. Januar:
Kaymen, Nordenburg, Angerburg, Lötzen, Stuhm, Garnsee, Rudzanny und Nikolaiken
26. Januar:
Rhein, Kulm und Neuteich
27. Januar:
Gr. Raum, Gerdauen, Tolkemit, Barten, Rastenburg, Zempelburg, Vandsburg und Bromberg
28. Januar:
Memel, Tharau, Friedland, Korschen, Rössel, Rotfließ, Mittheide, Bischofsburg
und Rotfließ.
29. Januar:
Brandenburg, Kreuzburg, Bischofsstein und Sensburg.
30. Januar:
Heilsberg.
31. Januar:
Schippenbeil und Nidden.
2. Februar:
Thierenberg, Landsberg und Thorn.
3. Februar:
Rossitten, Sarkau und Guttstadt.
4. Februar:
Bartenstein und nochmals Kreuzburg.
9. Februar:
Pr. Eylau.
11. Februar:
Wormditt.
23. Februar:
Heiderode und Posen.
25. Februar:
Zinten.
1. März:
Bütow.
5. März:
Graudenz und Mewe.
7. März:
Schöneck und Pr. Stargard.
9. März:
Marienburg.
10. März:
Lauenburg und Karthaus.
11. März:
Leba, Putzig und Tiegenhof.
12. März:
Neustadt.
17. März:
Eisenberg.
18. März:
nach zweiwöchiger Belagerung fiel Kolberg.
20. März:
Braunsberg.
23. März:
Sowjetpanzer stoßen zwischen Danzig und Gotenhafen bei Zoppot bis an die
Ostsee vor.
24. März:
Heiligenbeil.
25. März:
Praust.
26. März:
Oliva.
28. März:
Balga.
30. März:
Gotenhafen und Neufahrwasser.
5. April:
Oxhöft, nachdem die Deutschen es tags zuvor geräumt hatten.
1945, Jan.-Febr.
450.000 ostpreußische Flüchtlinge flohen über Haff und Nehrung, gejagt vom
unerbittlichen Krieg. Viele ertranken, andere starben in Eis und Schnee. Ihr
Opfer mahnt zur Verständigung und Frieden. (Text der Inschrift des
Gedenksteins in Frauenburg am Frischen Haff) => siehe auch: "Die
Flucht".
1945, 30. Januar
Bei der Versenkung der »Wilhelm Gustloff« durch das
sowjetisches U-Boot S 13 verloren bei der größten Schiffskatastrophe der Geschichte
9.343 Menschen (überwiegend Zivilisten), darunter mehr als 5.000 Kinder ihr
Leben. Nur 1.239 Menschen überlebten. (Zahlenangaben nach Heinz Schön,
Überlebender der Gustloff-Katastrophe) => siehe auch: "Hafen
der Hoffnung" und "Nur eine Nebenrolle für Opfer der »Gustloff«".
1945, 9./10. Februar
zehn Tage nach der »Wilhelm Gustloff« wurde die
»Steuben«
in der Nacht vom 9. auf den 10. Februar ebenfalls vom sowjetischen U-Boot S 13
versenkt. Die vielen Schwerverwundeten, hatten keine Chance, das sinkende Schiff
aus eigener Kraft zu verlassen. Sie bilden einen Großteil der 3.608 Personen,
die den Angriff nicht überlebt haben. Diesen Toten stehen nur 512 Menschen, die
vom Torpedofangboot TF 196, und 147 die vom Torpedoboot T 196 gerettet wurden,
gegenüber.
1945, 9.-22./25. Februar
am 9. Februar begannen die Kämpfe um Zinten (Kr.
Heiligenbeil). Etwa zwei Wochen
leisteten die Deutschen der Roten Armee hier Widerstand bei deren Vordringen auf
die Küste des Frischen Haffs.
Im Frühjahr 1945 war Heiligenbeil
Ausgangsort für Vertriebene und Flüchtlinge und Brückenort deutscher Truppen (Heiligenbeiler
Kessel), bis es Ende März in die Hände der Russen fiel.
1945, 12. März
In den Mittagsstunden kam es zu einem amerikanischen Luftangriff
auf die Stadt Swinemünde (Pommern), in der sich zu diesem Zeitpunkt aufgrund von
Flüchtlingsströmen mehr als 100.000 Menschen aufhielten. Rund 23.000 von ihnen
verloren bei diesem Angriff ihr Leben. Nahezu alle Opfer wurden anonym in
Massengräbern auf dem Golm bestattet.
weitere Informationen.
1945, 14. März
Die Sowjetunion überträgt Polen die Gebietshoheit über die
besetzten Gebiete östlich von Oder und Neiße, während Reichsaußenminister
Joachim von Ribbentrop noch verzweifelt versucht, mit den Westalliierten
Verhandlungen über einen Separatfrieden einzuleiten.
1945, 18. März
Nach zweiwöchiger Belagerung fällt Kolberg. Der hartnäckige,
aufopferungsvolle Widerstand der deutschen Streitkräfte, der keine Chance hatte,
den Russensturm aufzuhalten, machte aus dem vom Krieg bis dahin kaum betroffenen
Seebad eine Trümmerwüste. Er ermöglichte aber auch 70.913 Männern, Frauen und
Kindern die Rettung über die Ostsee.
1945, 20. März
die Woiwodschaft Danzig wird proklamiert.
1945, 23. März
Sowjetpanzer der 70. Armee unter Generaloberst Popow stoßen
zwischen Danzig und Gotenhafen bei Zoppot bis an die Ostsee vor. Die deutsche
Front wird in die drei Brückenköpfe Hela, Gotenhafen und Danzig/Weichselmündung
aufgespalten. Für zwölf Stunden gelingt es Korvettenkapitän Hetz die Verbindung
zwischen Gotenhafen und Danzig zu öffnen, indem der von ihm kommandierte
Zerstörer „Z 34“ an den Zoppoter Landungssteg nahe dem Spielcasino läuft und aus
nur einem Kilometer Entfernung vom Strand mit dem vorderen
15-Zentimeter-Doppelturm mehrere sowjetische Panzer abschießt, doch noch am
selben Tag geht Zoppot verloren.
1945, 24. März
Marschall Rokossowski fordert die Soldaten der deutschen 2.
Armee auf, den Kampf einzustellen und sich zu ergeben.
1945, 6. April
Um 4 Uhr verläßt der letzte Lazarettzug Königsberg in Richtung Pillau. 1945, 16. April
Mit rund 7.000 deutschen Flüchtlingen aus Ostpreußen,
verwundeten Soldaten der Wehrmacht, Frauen und Kindern sticht der Frachter »Goya« am
16. April 1945 von der Halbinsel Hela aus in Richtung Swinemünde in See. Ein
heikles Unternehmen, denn die Danziger Bucht wimmelt von sowjetischen U-Booten.
Und tatsächlich wird das Schiff aufgebracht, zwei Torpedos zerfetzen eine
Seitenwand. In nur sieben Minuten sinkt die »Goya«.
Nur 170 Menschen überleben.
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Die Nachkriegszeit
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1945 -1948
Flucht und Vertreibung der Deutschen aus Ostpreußen. Als Schandmal gilt
Nemmersdorf stellvertretend für viele der deutschen Städte und Ortschaften, die
von der Roten Armee besetzt wurden.
1945, 17. Juli - 2. August
Die Siegermächte streiten auf der
Potsdamer Konferenz
erbittert über die weitere wirtschaftliche und politische Behandlung
Deutschlands. Die Westmächte müssen schließlich die Abtretung der Ostgebiete an
Polen durch Stalin akzeptieren.
1947, 25. Februar
Preußen
wird durch den Beschluss des Alliierten Kontrollrates staatsrechtlich aufgelöst.
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ab 1949
Bundesrepublik Deutschland
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1970
Sogenannte Gewaltsverzichtsverträge, faktisch Vertreibungsverträge
mit Polen und der Sowjetunion.
1970, 5. Februar
Die Bundesrepublik führt erste Gespräche mit der polnischen
Regierung über eine Normalisierung des deutsch-polnischen Verhältnisses.
1970, 22. Mai
Abschluss der schon im Januar begonnenen Verhandlungen
zwischen dem Kanzleramts-Staatssekretär Egon Bahr und dem sowjetischen Außenminister
Gromyko zur Vorbereitung eines gegenseitigen Gewaltverzichtsvertrags.
1970, 26. Juli
Außenminister Scheel reist nach Moskau, wo er in den folgenden
12 Tagen mit seinem sowjetischen Amtskollegen Gromyko den endgültigen Text des angestrebten
Vertrages aushandelt.
1970, 12. August
Bundeskanzler Brandt, Bundesaußenminister Scheel, der
sowjetische Ministerpräsident Kossygin und Außenminister Gromyko unterzeichnen den
Moskauer Vertrag zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion. In ihm verpflichten
sich beide Staaten zum Gewaltverzicht und zur Zusammenarbeit, verzichten auf gegenseitige
Gebietsansprüche und erklären die Unverletzlichkeit der Grenzen in Europa, somit
auch der Oder-Neiße-Grenze zwischen Polen und der DDR.
Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und
der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
["Moskauer Vertrag" Vom 12. August 1970]
www.documentarchiv.de/brd/1970/moskauer-vertrag.html
1972, 17. Dezember
Vertrag über die Grundlagen der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik
Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik
1990
Offizieller (wenngleich umstrittener) Grenzbestätigungsvertrag
(2+4 Vertrag).
1990, 5. Mai
In Bonn findet die erste Zwei-plus-Vier-Konferenz zur
Vorbereitung eines Friedensvertrages statt. Sie besteht aus den Außenministern der
beiden deutschen Staaten und den vier Siegermächten des Zweiten Weltkriegs.
1990, 21. Juni
Sowohl der Bundestag als auch die Volkskammer der DDR
erkennen die bestehende Grenze zu Polen völkerrechtlich endgültig an.
1990, 22. Juni
Der Bundesrat stimmt dem Staatsvertrag über die Währungs-,
Wirtschafts- und Sozialunion mit der DDR sowie dem Beschluss über die Anerkennung
der polnischen Westgrenze zu.
1990, 12. September
In Moskau unterzeichnen die Außenminister der USA, der
Sowjetunion, Großbritanniens Frankreichs und beider deutscher Staaten das Abschlussdokument
der Zwei-plus-Vier-Gespräche (Zwei-plus-Vier-Vertrag). Damit ist der Weg zur deutschen Einheit frei.
1990, 14. November
Deutschland und Polen unterzeichnen
den deutsch-polnischen Grenzvertrag,
in dem unter anderem die Oder-Neiße-Linie als polnische Westgrenze bestätigt wird.
1991, 17. Juni
Deutsch-polnischer Nachbarschaftsvertrag
1992, 27. Februar
Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und
der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik über gute Nachbarschaft
und Freundschaftliche Zusammenarbeit
1997, 21. Januar
Deutsch-Tschechische Erklärung über die gegenseitigen Beziehungen
und deren künftige Entwicklung
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Quellen:
1. Archivmaterial;
2. Das Ostpreußenblatt (www.Ostpreussenblatt.de),
Stichwort: "Geschichte Ostpreußens", 2000;
3. Ostpreußen, was ist das? - Landsmanschaft Ostpreußen e.V., Hamburg;
4. Altpreußische Geschlechterkunde, VFFOW Hamburg, Band 13, 1982, Seite 135-136
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