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Berichte zum
Deutschlandtreffen der Ostpreußen

−  Ostpreußen hat Zukunft  −

Messe Kassel - 17. und 18. Mai 2014


Ostpreußentreffen in Kassel: Klingender Gruß aus der alten Heimat

Im Banne der zweiten Vertreibung
Geschichtspolitik: Auf dem traditionellen Deutschlandtreffen der Ostpreußen in Kassel glänzt die Politik durch Abwesenheit
von Matthias Bäkermann

Mehr als 4.000 Menschen erheben sich, als das helle Glockengeläut des Königsberger Doms ertönt. Die stummen Mienen vieler Anwesender auf dem diesjährigen Deutschlandtreffen der Ostpreußen in Kassel offenbaren ergriffene Wehmut, als sie den klingenden Gruß aus ihrer alten Heimat vernehmen. Dabei dürfte bei den meisten wohl die persönliche Wiedererkennung der Glockenschläge eher einer sentimentalen Symbolkraft des Augenblicks untergeordnet sein. Immerhin, darauf weist der Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen, Stephan Grigat, hin, jährt sich der Beginn der Odyssee von Flucht und Vertreibung aus der östlichsten deutschen Provinz im Herbst 2014 zum siebzigsten Mal. Und es liegt in der Natur der Sache, daß die Ostpreußen, die in ihrer Heimat noch halbwegs Wurzeln schlagen konnten, sich heute in ihrem letzten Lebensabschnitt befinden.

Seit den späten vierziger Jahren treffen sich die Ostpreußen alljährlich, um ihre politischen und kulturellen Anliegen zu artikulieren oder sich im Kreise der Lands- und Schicksalsgenossen auszutauschen. Heute richtet die Landsmannschaft Ostpreußen, die nach eigener Angabe immer noch 250.000 ostdeutsche Landsleute vertritt, ihre Deutschlandtreffen nur noch alle drei Jahre aus. Galten diese Treffen früher als vielbeachtete Großereignisse, hat mit dem schwindenden Einfluß der Vertriebenen auch diese Veranstaltung ihre politische Anziehungskraft verloren. In Kassel manifestiert sich dieser Umstand am 17. und 18. Mai allein darin, daß selbst in der gegenwärtigen Hochphase des Europawahlkampfes kein einziger hochrangiger Vertreter bundesdeutscher Parteien den Weg nach Nordhessen als notwendigen Pflichttermin erachtet. Während sich Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier noch von Staatssekretär Mark Weinmeister (CDU) mit einer Grußbotschaft vertreten läßt, glänzt die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV) Erika Steinbach aus dem nahen Frankfurt durch Abwesenheit. „Frau Steinbach kommt nur bei herausragenden Treffen“, kommentiert Stephan Grigat diese Kuriosität lakonisch. Auch den offiziellen Vertretern der gastgebenden Stadt Kassel ist das Ostpreußentreffen nicht einmal das bei ähnlichen Kundgebungen obligatorische Grußwort wert. Einzige Vertreter aus der Fuldastadt bleiben somit ein paar Dutzend Linksextremisten, die am Sonntag morgen am Eingang der Messe Spalier standen, um in antifaschistischem Schneid selbst alte Damen mit Gehwagen mit „Nie wieder Deutschland“-Geplärr anzupöbeln.

In den Messehallen, wo die 38 Kreisgemeinschaften ihre Tische gruppierten und verschiedene Stände ostpreußische Spezialitäten oder Literatur präsentierten, scheint den insgesamt fast 6.000 Besuchern des Treffens ohnehin der Sinn weniger nach Politik zu stehen. „Wir kommen seit 1990 regelmäßig zum Ostpreußentreffen“, bekundet ein Geschwisterpaar aus Stralsund am Tisch des Kreises Neidenburg. „In der DDR war es schwierig für uns Ostdeutsche. Als ‘Umsiedler’ konnten wir uns nicht organisieren“, begründet die Schwester, die wie so viele Frauen an diesem Wochenende mit Bernsteinketten geschmückt ist, ihre bisherigen Teilnahmen. „Dabei konnte ich schon 1972 erstmals nach der Vertreibung wieder unser Dorf besuchen“, kontert der weißhaarige Bruder, der bei der Nennung seiner Reisestationen im damaligen sozialistischer Bruderland die Städtenamen Osterode und Allenstein in der charmanten ostpreußischen Mundart hören läßt, die er in seinen ersten neun Lebensjahren gelernt hatte. Fast genauso alt war auch der Herr aus Nordrhein-Westfalen bei der Flucht 1945, der sich der fidelen Runde bei Kaffee und Kuchen der Kreisgemeinschaft Fischhausen zugesellt hat. „Eigentlich bin ich hier falsch, meine Frau kommt vom Haff. Ich gehöre zu den Leuten aus Gumbinnen“, entschuldigt sich der Rentner, der dabei traurig auf die unweit stehenden, fast verwaisten Tische seines Heimatkreises blickt.

Putin als Widerpart des Westens

Das trotzige Motto dieses Deutschlandtreffens „Ostpreußen hat Zukunft“ findet freilich kaum einen visionären Rückhall. Politische Botschaften hört man selten. Lediglich ein reiselustiger Ostpreuße bemängelt, daß die aktuell aus Moskau weiter verschärfte Visa-Politik Reisen in den russischen Teil Ostpreußens unnötig verkompliziere. Grigat beklagt indes in seiner Ansprache, daß neben der gegenwärtig rege gepflegten Austausch- und Kulturarbeit zwischen Memel und Weichsel, die Weitergabe des kulturelles Erbes Ostpreußens eher bei den heute dort lebenden Russen, Polen und Litauern auf Interesse stoße als in der geschichtsvergessenen Bundesrepublik.

Dem stimmt auch der Staatsrechtler Ingo von Münch zu, der für sein Buch „Frau, komm!“ über die Massenvergewaltigung deutscher Frauen und Mädchen durch Soldaten der Roten Armee 1945 (JF 43/09) mit dem Ostpreußischen Kulturpreis ausgezeichnet wird. Daß er sich als Jurist in dieser fremden Disziplin publizistisch hervortat, hatte auch damit zu tun, daß „dieses gewaltige Kriegsverbrechen an Deutschen“ in der bundesdeutschen Historikerzunft eher unbeachtet blieb. Seiner Feststellung, daß viele vergewaltigte Frauen ihr erlittenes Trauma mit ins Grab nehmen mußten, stimmt unverhofft eine hochbetagte Ostpreußin in der Zuhörerschaft mit einem seufzenden „Ja, das stimmt!“ zu.

Dieser drohenden „zweiten Vertreibung“ aus der kollektiven Erinnerung widmete der Historiker Arnulf Baring jedoch nur wenige Worte. In seiner Festansprache holte der Berliner Emeritus lieber zu einer außenpolitischen Analyse aus. Mit Rußlands Präsident Putin erwachse dem Westen plötzlich ein „Imperialist des letzten Jahrhunderts“ als Widerpart, dem Patriotismus mehr bedeute als der Sozialstaat den Politikern im Westen. Scharf greift er dabei die „Appeasementpolitik“ Außenminister Steinmeiers gegenüber „Putins Banditentum“ an, dem man im Westen nur deswegen huldigen müsse, weil man gar kein wirkliches Bedrohungspotential mehr besitze. In diesem Zusammenhang sei „die Abschaffung der Wehrpflicht ein schwerer Fehler“ gewesen.

Quelle:
JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co., Geschichtspolitik, 23.05.2014, JF 23/14

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