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Die Hauptstadt Königsberg (Pr)
historische Fakten

Königsberg (Stadtkreis). Einige km oberhalb der Mündung des Pregels in das Frische Haff engen diluviale Höhen das Urstromtal ein, im Norden der Steilabfall des samländischen Hügellandes, im Süden der Haberberg. Zwischen ihnen fließt der Pregel in zwei Armen, die, durch Querarme verbunden, mehrere Inseln umschließen, deren mittelste Kneiphof heißt. Bäche und Schluchten haben den nördlichen Höhenrand zertalt und aus ihm Kuppen herausgeschnitten. Hier hat es schon zur Jungsteinzeit (etwa 3 Jahrtausende v.Chr.) menschliche Siedlungen von Jägern und Fischern (ohne Feldbau) gegeben, wie kammkeramische Funde der sog. Nordeuropäischen Kultur beweisen. Die höchste der Kuppen hieß Tuwangste und trug eine preußische Fliehburg. In ihrem Schutz lagen ein Fischerdorf Lipnick und ein Ankerplatz (portus Lipze), der auch von Wikingern und später von lübischen Kaufleuten aufgesucht wurde. Hier mündeten, von Süden kommend, zwei Handelsstraßen, eine aus Natangen (durch das spätere Friedländer Tor), die andere von der Weichsel am Haff entlang (Brandenburger Tor). Nach Überschreiten des Pregels verzweigten sie sich in drei Straßen: die Bernsteinstraße (Steindammer Tor) zur Bemsteinküste, die kurische (Roßgärter Tor) über die Nehrung nach Kurland, die litauische (über die Langgasse und den Sackheim) am nördlichen Pregelufer entlang nach Litauen. Trotz der Gunst der Lage war hier, anders als in Danzig oder Elbing, keine größere preußische Ansiedlung entstanden, weder ein Häuptlingssitz noch ein Marktort. Die deutsche Stadt Königsberg setzte also nicht eine vordeutsche Siedlung fort, sondern ist eine Gründung des Landesherrn, des Deutsehen Ordens. Die Lübecker beabsichtigten schon 1242, am Pregelhafen eine Tochterstadt zu gründen; doch setzte der Orden seinen eigenen Plan durch, ohne das befreundete Lübeck auszuschalten.

Den Anfang bildete eine Burg auf dem Tuwangste, die anläßlich eines Kreuzzuges in das Samland 1255 erbaut und zu Ehren des Böhmenkönigs Ottokar II., des vornehmsten und mächtigsten Kreuzfahrers, Königsberg genannt wurde. Die Stadt hat ihren Namenspatron immer in Ehren gehalten. Die Statue am Königstor (1852) war sein einziges Denkmal auf deutschem Boden. Die älteste bürgerliche Siedlung, die in der Gegend des Steindamms entstand, noch ohne feste Form, ging im Preußenaufstand 1262 (Anm.: gemeint ist hier der Prußenaufstand) zugrunde, während die Burg sich hielt. Nachdem der Friede hergestellt war, entstanden in rascher Folge drei Städte zu kulmischem Reeht, die Altstadt zwischen der Burg und dem Fluss (Handfeste 1286), der Löbenicht (eigentlich Neustadt) östlich von ihr (1300), der Kneiphof auf der Insel (1327), jede mit eigener Verfassung, Befestigung, Markt und Kirche. Die Altstadt war und blieb die größte und mächtigste, der Löbenicht war eine kleine Handwerker- und Ackerbürgerstadt, der Kneiphof wurde die Stadt der Fernkaufleute. Erst 1724 sind die drei Städte vereinigt worden. Königsberg war von Anfang an Sitz des Domkapitels des Bistums Samland. Geistlicher Bezirk war seit 1322 der Ostteil der Kneiphofinsel, auf der 1330 bis 1380 der Dom, eine große Hallenkirche in Backsteingotik, erbaut wurde. Sie war zugleich Pfarrkirche des Kneiphofs. Die Königsberger Klöster waren unbedeutend, mit Ausnahme vielleicht des 1349 gegründeten Nonnenklosters im Löbenicht. - Zur Burg gehörten die Burgfreiheit, die alten Preußendörfer Tragheim und Sackheim und zwischen ihnen der Roßgarten und die Neue Sorge (Königstraße), zur Altstadt die Lomse, der Steindamm, die Laak, der neue Roßgarten und die Hufen (Huben), das einzige Stadtdorf Königsberg, zum Kneiphof die vordere und die hintere Vorstadt und der Haberberg. Sie alle sind mit wachsender Ausdehnung Königsbergs Stadtteile geworden. Die Speicher waren wegen der Feuergefahr in eigenen Vierteln, Lastadien (lastagium = Schiffsballast), zusammengebaut. Die Lastadien der Altstadt und des Kneiphofs lagen am Pregel außerhalb der Stadtmauern und bildeten bis zur Gegenwart mit ihren meist aus dem 17. und 18. Jh. stammenden hochgiebligen Fachwerkspeichern ein für norddeutsche Handelsstädte charakteristisches Bild. Die kleinen Speicher der löbenichtschen Ackerbürger lagen auf dem Anger. - Der Dreiklang Burg, Stadt und Dom hat die Geschichte Königsbergs fast 700 Jahre bestimmt, wenn auch von mittelalterlichen Bauten nur Teile der Burg, der Dom und die Steindammer Kirche, von der Stadtbefestigung nur der Gelbe Turm der Altstadt und der Blaue des Kneiphofs bis 1945 erhalten geblieben waren.

Die Burg war Sitz des Ordensmarschalls, seit 1457 auch des Hochmeisters, hier sammelten sich die ritterlichen Kreuzfahrer aus vielen Ländern Europas zu den »Reisen« gegen Litauen. Herzog Albrecht, der den Ostflügel neu baute, und Herzog Georg Friedrich, der von seinem Baumeister Blasius Berwart den gewaltigen Westflügel mit der Schloßkirche neu errichten ließ, machten die Burg zum Sitz einer Hofhaltung im Stil der Renaissance. Wenn auch seit dem Großen Kurfürsten der Landesherr nicht mehr in Königsberg residierte, lebte doch die nie ganz erloschene höfische Tradition in den Königskrönungen von 1701 und 1861 wieder auf. An die erste erinnerte das 1697 von Andreas Schlüter geschaffene, aber erst 1802 gegenüber dem Schloß aufgestellte Denkmal des Königs, an die zweite das große Gemälde von Menzel. Nach 1701 sollte die Ostfront vom Oberbaudirektor Schultheiß v. Unfriedt im Stile des preußischen Barock umgebaut werden; doch wurde nur der Südteil fertiggestellt. Im übrigen blieb der Albrechtsbau erhalten. Die letzte größere Veränderung war der Umbau eines Teiles des Nordflügels für das Oberlandesgericht 1810. Hauptstadt des preußischen Staates war Königsberg noch einmal zwei Jahre lang, als sich Hof und Regierung 1808/1809 in der Stadt aufhielten. Die wichtigsten Reformgesetze sind damals in Königsberg erlassen worden. Die Erhebung Deutschlands gegen Napoleon hat von dem Königsberger Landtag im Februar 1813 ihren Ausgang genommen. Stätten der Erinnerung an diese Zeiten waren das Luisenhäuschen im Park von Luisenwahl auf den Hufen (Huben), in dem die königliche Familie gewohnt hat, und der Saal im Hause der Landschaft, in dem General Yorck v. Wartenburg die Deputierten des Landtages zur Volksbewaffnung aufgerufen hatte. Künstlerisch wertvoll sind besonders die reformierten Kirchen, die 1690/1699 erbaute Burgkirche für die deutsch-ref. Gemeinde nach einem Entwurf von Joh. Arnold Nehring, und die 1736 für die Französisch-ref. (Hugenotten) nach einem Plan von Unfriedt errichtete. Die altstädtische Kirche wurde 1826/1828 abgebrochen, die neue an andrer Stelle 1838 nach einem Entwurf von Schinkel erbaut.

Eine wehrhafte Stadt ist Königsberg immer geblieben. Nach dem Zerfall der mittelalterlichen Stadtbefestigung wurde im Schwedenkrieg 1626/1628 ein Wallring um die gesamte Stadt gelegt und 1843-1864 eine neue Befestigung errichtet, deren Tore und Bastionen zum großen Teil bis 1945 erhalten geblieben sind, wenn sie auch nach der Verlegung der Verteidigung auf einen Kranz von Außenforts keinen militärischen Wert mehr hatten. Als Baudenkmäler bildeten sie mit den baumreichen Grünanlagen einen Schmuck der Stadt, wie man ihn selten trifft. Königsberg hat auch stets eine starke Garnison gehabt und war Sitz des Generalkommandos des 1. Korps, das so bedeutende Heerführer wie v. d. Goltz, v. Kluck und v. Brauchitsch kommandiert haben. - Das Herz der Stadt war der Hafen, ein reiner Flusshafen, der erst nach dem ersten Weltkriege durch die Anlage von drei Hafenbecken erweitert wurde Königsberg gehörte der Hanse an und nahm an ihrem Handel nach Flandern, England und Lissabon auf der einen, nach Stockholm, Reval und Nowgorod auf der andern Seite teil. Der merkantilistisehen Handelspolitik der brandenburgischen Kurfürsten folgte die wenig unternehmungsfreudige Bürgerschaft nur zögernd. Führend waren hier Holländer, Franzosen und Engländer, die teils als Glaubensflüchtlinge, teils als Agenten ihrer Firmen nach Königsberg gekommen waren. Der Umfang des Handels hing von der Zollpolitik der Partnerländer ab, am meisten von der Rußlands, doch war Königsberg ein bedeutender Handelsplatz für Heringe, Holz, Flachs und Linsen. Mit dem Anschluss der Stadt an das Eisenbahnnetz - 1853 wurde durch die Ostbahn die Verbindung mit Berlin, in den folgenden Jahren der Anschluss an das russische Bahnnetz hergestellt - nahm auch der Landhandel einen größeren Umfang an und überflügelte schließlich den Handel zu Wasser. Die »Korporation der Kaufmannschaft«, seit 1918 Industrie- und Handelskammer, hatte ihren Sitz in der Börse am südlichen Pregelufer. Sie ist 1870/1875 von Heinrich Müller, dem Architekten der Bremer Börse, erbaut worden und ersetzte die alte sogenannte Sommerbörse an der Grünen Brücke, die seit 1624 diesem Zweck gedient hatte. Die Industrie trat hinter dem Handel zurück, doch säumten Fabriken beide Ufer des Pregels, von denen zwei Zellstoffwerke, die 1828 gegründete Waggonfabrik Union und einige Großmühlen die bedeutendsten waren.

Wissenschaft und Bildung sind schon im Mittelalter von den Priesterbrüdern des Ordens, den Domherren und in den drei Stadtschulen gepflegt worden, gegen Ende dieser Zeit auch von Humanisten am Hofe der letzten beiden Hochmeister. Zu einem Vorort humanistischer Wissenschaft und protestantischer Theologie wurde aber erst die 1544 von Herzog Albrecht gegründete Universität, die Albertina. Sie befand sich 300 Jahre lang in zwei kleinen Kollegiengebäuden am Dom und erhielt 1862 einen Neubau im Stile der Florentiner Renaissance nach den Plänen des Schinkelschülers Friedrich August Stüler. Ein großer Anbau von 1927 störte nicht die geordnete Schönheit dieses im nordischen Königsberg zunächst fremd anmutenden Gebäudes. Neben die drei alten Stadtschulen trat das 1698 im Geiste des Pietismus gegründete Friedriehskollegium, dessen größter Schüler Kant (*1724 in Königsberg) war und an dem der Student Herder (*1744 in Mohrungen) eine Zeitlang unterrichtete. Kant hat der Universität fast 50 Jahre lang angehört, Gipfel und Überwinder der Aufklärung. Sein Geburtshaus ist nicht erhalten, sein Wohnhaus 1893 abgerissen worden; sein Grabmal am Dom wurde 1924 von dem Architekten Friedrich Lahrs in würdiger Form erneuert. Gelehrte von Weltruf waren auch der Naturforscher v. Baer, die Philosophen Herbart und Rosenkranz, Carl Gottfried Hagen, der Begründer der wissenschaftlichen Pharmazie, und sein Sohn, der Kunsthistoriker August Hagen sowie seine Schwiegersöhne, der Astronom Bessel, (*1784 in Minden) für den 1811/1812 die Sternwarte erbaut wurde, und der Physiker Franz Neumann, ferner die Mediziner Ernst Burdach, Bernhard Naunyn und Joachim Schönborn, der Philologe Lobeck, der Mathematiker Richelot, der Rechtshistoriker Felix Dahn, der hier 1878 seinen »Kampf um Rom« schrieb, und der Sprachforscher Adalbert Bezzenberger. Die Künste traten hinter den Wissenschaften zurück. Universitätsprofessoren waren so bedeutende Dichter wie der erste Rektor Georg Sabinus, ein glänzender Lateiner, und Simon Dach, der bewusst deutsch dichtete. Bürgermeister waren der Barockdichter Michael Kongehl und der geistvolle Schriftsteller Theodor Gottfried v. Hippel. Die bildende Kunst sank ab, nachdem es keine Hofhaltung mehr gab, doch hat es an tüchtigen Goldschmieden und Bernsteinschnitzern in Königsberg nie gefehlt. Eine Pflegestätte fand die bildende Kunst in der 1845 auf Betreiben Theodor v. Schöns gegründeten Kunstakademie (Neubau 1916 von Lahrs in Ratshof), von deren Lehrern nur der Maler Ludwig Dettmann genannt sei. Eine Theater- und Musikstadt ist Königsberg stets gewesen. 1745 errichtete Conrad Ernst Ackermann ein ständiges Theater, das erste in Preußen. Als der bescheidene Bau den Ansprüchen nicht mehr genügte, wurde 1808 nach einem Plan von Valerian Müller ein für die Zeit großartiges Theater am Paradeplatz erbaut, das, vielfach umgebaut und erweitert, bis 1945 als Stadttheater, nach der Gründung eines Schauspielhauses auf den Hufen nur als Opernhaus gedient hat.

Die politische Geschichte Königsbergs zeichnet sich durch ihre Gradlinigkeit aus. Seit ihrer Gründung ist die Stadt, ob im Ordensstaat, in der Hohenzollernmonarchie oder in der Republik, die Hauptstadt des Preußenlandes geblieben. Daran haben auch Kriege nichts geändert. Der Versuch des altstädtischen Bürgermeisters Andreas Brunau 1455, Königsberg zu einem Freistaat zu machen wie Danzig und Riga, scheiterte an dem Widerstand der Handwerker, die dem Ratsregiment misstrauten und dem Orden treu blieben. Litauer, Polen und Schweden sind in mehreren Kriegen in die Nähe der Stadt gekommen, haben sie aber nicht belagert. Im 30jährigen Kriege erlebte sie eine Blütezeit, da Preußen von ihm verschont blieb. Erst im 7jährigen Kriege haben die Russen 3 1/2 Jahre Königsberg besetzt gehabt und die Bürgerschaft gezwungen, der Zarin zu huldigen. Die Franzosen haben sie 1807 fünf Wochen drangsaliert und ausgesogen. Vor der Belagerung 1914 bewahrte sie der Sieg Hindenburgs bei Tannenberg. - Verlief die äußere politische Geschichte bis 1945 stetig, machte Königsberg doch im Innern eine Wandlung durch, von der Hauptstadt eines Herzogtums zu der einer Provinz. Die Einordnung in den preußischen Staat ist der selbstbewussten Bürgerschaft nicht leicht gefallen, zumal sie mit der Aufgabe mancher Eigenrechte und wirtschaftlichen Vorteile verbunden war. Sie musste vom Gr. Kurfürsten durch einen heilsamen Gewaltakt erzwungen werden, und auch solche Fortschritte von einschneidender Bedeutung wie die Vereinigung der drei Städte 1724 - Sitz der gemeinsamen Stadtverwaltung wurde das Ende 17. Jh. im Stil der holländischen Renaissance ausgebaute kneiphöfsche Rathaus -, und die Städteordnung 1809 gingen nicht von der Bürgerschaft, sondern von der Staatsführung aus. Erst im Liberalismus des Vormärz regte sich wieder kräftig der Geist bürgerlicher Selbstverantwortung. Führer der Liberalen waren zwei voneinander so verschiedene Männer wie der Arzt Joh. Jacoby und der Jurist Prof. Eduard Simson, der erste Präsident des Reichsgerichts. Königsberg blieb eine liberale Stadt, bis der nationale Liberalismus seinen Frieden mit Bismarck machte und später die Sozialdemokratie an Einfluss gewann. Ihre bedeutendsten Politiker waren Otto Braun, der 1920-1933 preußischer Ministerpräsident war, und der sehr viel radikalere Rechtsanwalt Hugo Haase, einer der sechs Volksbeauftragten der Revolution von 1918.

Die Bevölkerung Königsbergs war lange Zeit sprachlich gemischt. Die eigentliche Bürgerschaft war immer rein deutsch, vorwiegend nieder- und mitteldeutscher Herkunft. In der Unterschicht wurde aber im 16. Jh. noch viel preußisch (Anm. gemeint ist hier prußisch), polnisch und litauisch gesprochen. Die Einwohnerschaft war ein Spiegelbild der sprachlichen Verhältnisse des Landes. Außer den preußischen Masowiern und Litauern hielten sich viele Polen und Litauer als Handelsleute und Flößer zeitweilig in der Stadt auf. Sie alle sind, sofern sie sesshaft waren oder wurden, ohne Zwang im Deutschtum aufgegangen, ebenso wie die holländischen, englischen und französischen Kaufleute, obgleich sie alle ihre Sprache frei gebrauchen konnten und für sie bis ins 19. Jh. hinein Gottesdienste in polnischer, litauischer und französischer Sprache gehalten wurden. Als im Zeitalter des Nationalismus die Verschiedenheit der Sprachen ein nationales Problem wurde, war die Einwohnerschaft längst einheitlich deutsch. Eine nationale Minderheit im politischen Sinne hat es also in Königsberg nie gegeben.

An dem wirtschaftlichen Aufschwung des Reichs nahm Königsberg gemessenen Anteil. Die Einwohnerzahl stieg auf 385.000, und auch der Flächenraum nahm durch die Eingemeindung von Vororten und Villenkolonien stark zu. Die hemmenden Auswirkungen des Versailler Friedens wurden durch den Selbstbehauptungswillen der Bürgerschaft und mit tatkräftiger Hilfe von Reich und Staat überwunden, nachdem die Willkürherrschaft der sogenannten Volksmarinedivision durch den vom Oberpräsidenten August Winnig veranlassten Einsatz von Freiwilligenverbänden am 4. März 1919 beseitigt worden war. Bis 1918 hatte Siegfried Körte, einer der größten deutschen Oberbürgermeister, mit Energie und Geschick seine Stadt geleitet; von 1920-1933 steuerte sie Hans Lohmeyer erfolgreich durch alle Schwierigkeiten der Inflations- und Nachkriegszeit, unterstützt von Bürgermeister Carl Gördeler, bis dieser 1930 als Oberbürgermeister nach Leipzig ging. Der Ausbau des Hafens, die Einrichtung der Ostmesse, des Flughafens, des Ostmarkenrundfunks, die Erneuerung der Bahnanlagen, die neuen Gebäude für die Stadtverwaltung, die Oberpostdirektion, die Polizei, die Gerichtsbehörden, das alles waren Beweise eines wirtschaftlichen Gedeihens, das den Nährboden für ein reiches kulturelles Leben abgab. -

Von dem Kriegsgeschehen des zweiten Weltkrieges wurde Königsberg lange Zeit unmittelbar wenig betroffen, bis zwei furchtbare nächtliche Angriffe westlicher Flieger am 26./27. und 29./30. August 1944 die ganze Innenstadt und einen Teil der nördlichen Außenstadt mit Tausenden von Spreng- und Brandbomben vernichteten. Sämtliche historische Gebäude wurden zerstört, der Dom und zwölf weitere Kirchen, die alte und die neue Universität, das kneiphöfsche Rathaus (seit 1927 Stadtgeschichtliches Museum), das Schloß, dazu die Börse, das Opernhaus, die Staatsbibliothek, viele Universitätsinstitute und Kliniken, Zeitungsgebäude, die altberühmte, seit 1722 bestehende Buchhandlung von Gräfe und Unzer und etwa die Hälfte aller Schulen. Vernichtet wurden auch die Geburtshäuser von I. G. Hamann, E. Th. Hoffmann, Eduard Simson und Hermann Götz und das Haus in der Löbenichtschen Langgasse, in dem Kleist 1805/1807 gewohnt und den »Zerbrochenen Krug«  vollendet hat. Dem Schrecken aus dem Westen folgte nach wenigen Monaten der aus dem 0sten . Vom 28. Januar 1945 ab wurde Königsberg belagert, von General Otto Lasch mit zusammengewürfelten Verbänden abgekämpfter Truppen bis zum 10. April gegen eine gewaltige sowjetische Übermacht gehalten. Von den rund 110.000 Zivilisten, die während der Kämpfe in der Stadt waren, sind in den folgenden Monaten 85.000 durch Mord und Verschleppung, Hunger und Seuchen zugrunde gegangen. Der Rest wurde 1947/1948 nach Deutschland entlassen. - Über den heutigen Zustand Königsbergs liegen keine sicheren Nachrichten vor. Soweit man weiß, ist die Innenstadt mit ihren historischen Bauwerken nicht wiederaufgebaut, zumal den neuen Herren von »Kaliningrad« jede Beziehung zur Geschichte der Stadt fehlt. Das Denkmal Friedrichs I. und das 1864 errichtete Kantdenkmal von Rauch sind verschollen; auf dessen Sockel soll eine Thälmannbüste stehen. Kants Grabmal am ausgebrannten Dom wird erhalten, da er als fortschrittlicher Philosoph gilt.

Quellen:
Text und Grafik: Handbuch der historischen Stätten Ost- und Westpreußen,
Kröner Verlag, 1966-1981, Seite 100-107;
Bilder: Ostpreußen - Was ist das?, Landsmannschaft Ostpreußen e.V.,
Abt. Kultur, Hamburg, 1990, Seite 6 und 11

weitere Informationen in:
Der redliche Ostpreuße, Kalenderbuch 1987, Seite 18-23
Kurze Beschreibung der ev. Haberberger St. Trinitatiskirche (Königsberg, Pr.);
der redliche Ostpreuße, Kalenderbuch 1986, Seite 24-28
Die Königskrönung zu Königsberg am 18.1.1701 und ihre Bedeutung;
der redliche Ostpreuße, Kalenderbuch 1977, Seite 41-43,
Eine Krönungsgedenkmünze zum 18. Januar 1701;
Der redliche Ostpreuße, Kalenderbuch 1974, Seite 25-31,
"Die Vereinigung der drei Städte Königsberg vor 250 Jahren";

der redliche Ostpreuße, Kalenderbuch 1985, Seite 54-55,
Der Pregel, die "Hauptschlagader" Königsbergs;
der redliche Ostpreuße, Kalenderbuch 1981, Seite 36-44,
 Königsberg im Jahre 1864;
der redliche Ostpreuße, Kalenderbuch 1976, Seite 20-28,
 "Die Königsberger Stadtteiche";
der redliche Ostpreuße, Kalenderbuch 1976, Seite 59-69,
 "Die Neuroßgärter Kirche in Königsberg"
 


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