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Die Sprache der Prußen von Beate Szillis-Kappelhoff Die Sprache der Prußen "stand dem Litthauischen sehr nahe, fast als Dialekt zur Seite; in seinem grammatischen Bau überragte es dieselbe fast an Alterthümlichkeit" und wurde im nördlichen Ostpreußen in einer Vermischung mit der litauischen und der plattdeutschen Sprache noch bis in die Neuzeit gesprochen. Im südlichen Ostpreußen dagegen starb diese Sprache um 1700 aus. "Die Sprache hat neun Deklinationen. Es nützt also nichts, nur Vokabeln zu lernen. Die Endungen modifizieren jedes Wort nach der Stellung im Satz". Allerdings bewahrten prußische Substantiva ihre neutrale Form, im Gegensatz zu den anderen baltischen Sprachen. Die prußische Sprache war in bestimmten Bereichen sehr viel differenzierter als die deutsche. So gibt es für Onkel und Tante Begriffe, die das Verwandtschaftsverhältnis genau ausdrücken:
Auch landwirtschaftliche Gegebenheiten wurden sehr präzise unterschieden:
"Obgleich sie kein eigentliches Ja haben, sondern dafür die Frage theilweise wiederholen, so sind ihre Antworten doch kurz und bündig... Sie sind auch glücklich in der Zusammensetzung und Zusammenziehung von Wörtern... An höflichen Wendungen und Redensarten fehlt es ihnen nicht ... Jusu Sweikata noret man padeti, Eure Gesundheit wolle mir helfen. Sie machen auch einen Unterschied zwischen geistlichen und weltlichen Personen; jene nennen sie Kunnigs, diese Ponas... Auch untereinander sind sie sehr ceremoniös und voller Komplimente; sie besitzen einen außerordentlichen Reichtum an Grüßen, Glückwünschen und Beileidsbezeugungen aller Art. Weil sie aber auch witzig und sehr beißend sein können, sind sie nicht minder reich an Spott-, Schelt-, Schimpf- und Lästerworten. Scharfe Beobachtungsgabe läßt sie leicht und schnell die Schwächen von Nachbarn, Fremden und Vorgesetzten aufspüren, und vermöge einer lebhaften Phantasie, der Bildungsfähigkeit ihrer Sprache, der Leichtigkeit mit welcher sie diese handhaben, sind sie dann sehr erfinderisch und fast unerschöpflich an ironischen und satirischen Benennungen und Vergleichungen." |
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