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Hermann Sudermann


Ein Preuße aus Nassau
Freiherr Karl vom und zum Stein und Ostpreußen
von Hans B. v. Sothen

Viele der berühmtesten Preußen, so will ein bekanntes Wort wissen, stammten nicht aus Preußen, sondern kamen als "Ausländer", um diesem Staat zu dienen. Bismarck wies einmal darauf hin, daß nach 1800 "das eingeborene preußische Blut nicht mehr so fruchtbar" gewesen sei: "Unsere erfolgreichsten Feldherren, Blücher, Gneisenau, Moltke, Goeben", so heißt es in seinen "Gedanken und Erinnerungen", "waren keine preußischen Urprodukte, ebensowenig im Zivildienste Stein, Hardenberg, Motz und Grolman. Es ist, als ob unsere Staatsmänner wie die Bäume in den Baumschulen zu voller Wurzelbildung der Versetzung bedürften."

Auch Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein war kein gebürtiger Preuße. Er wurde 1757 auf Schloß Nassau an der Lahn geboren. Seine Jugend verlief in den geordneten Bahnen des Sohnes eines westdeutschen reichsritterlichen Standesherrn: Studium in Göttingen, danach Kavalierstour durch alle möglichen kleineren und größeren Fürstenhöfe, schließlich Praktikant am Reichskammergericht in Wetzlar, dem höchsten Gericht des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation.

Doch schon bald faszinierten ihn der Bergbau. Ein Freund der Familie vom Stein, der preußische Staatsminister Friedrich Anton v. Heinitz, dem das preußische Bergbau- und Hüttenwesen unterstand, hatte ihn darauf gebracht. Stein schloß sich Heinitz schon bald bei dessen Inspektionsreisen als Gehilfe an. So lernte er die Bergwerksregionen in Westfalen und Schlesien kennen – und er wurde Preuße. Schon 1782 war Stein, gerade einmal 25jährig, Oberbergrat. Seit 1793 machte er Karriere in Westfalen. Im Jahre 1804 gelang ihm schließlich der entscheidende Sprung. Es wurden ihm die Aufgaben eines preußischen Wirtschafts- und Finanzministers übertragen. Gleichzeitig begann die schwierigste Zeit für das preußische Staatswesen.

Berlin fand der strenge Moralist im Zustand sittlicher Verderbtnis vor: "Die Nation war durch den langen Frieden, durch den vermehrten Wohlstand verweichlicht und genußbegierig", notierte Stein später.

Gegen diese offensichtlichen Verfallserscheinungen Preußens, nur zwanzig Jahre nach dem Tode Friedrichs des Großen, taten sich die preußischen Reformer zusammen. Und Stein war einer der wichtigsten unter ihnen. Mit Ostpreußen verband Stein die Zusammenarbeit mit dem in Schreitlauken geborenen Theodor v. Schön. Er war einer von Steins engsten Mitarbeitern, gehörte dem engeren Kreis der preußischen Reformer an und wurde 1816 Oberpräsident von Westpreußen, 1824 auch von Ostpreußen. Bereits 1813 war er einer der Schöpfer der ostpreußischen Landwehr gewesen.

Inzwischen war der Schatten Napoleons über ganz Europa unübersehbar geworden. Preußen suchte sich ihm durch ein Bündnis mit Frankreich zu entziehen. Nachdem der Franzosenkaiser aber im Herbst 1806 in den süddeutschen Rheinbundstaaten aufmarschierte und schließlich das preußische Gebiet um Ansbach und Bayreuth besetzte, entschloß sich Friedrich Wilhelm III. zu einem Krieg gegen Napoleon. Das Ergebnis ist bekannt: Die Preußen wurden in Jena und Auerstädt vernichtend geschlagen. Preußen wurde von den Franzosen besetzt, und Stein war einer der ganz wenigen, die den Staat vor der totalen Auflösung zu bewahren suchten. Als Finanzminister verfügte er über große Geldvorräte, die er über Stettin nach Königsberg schicken ließ, wohin sich Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise zurückgezogen hatten.

Stein wandte sich in der entscheidenden Kabinettssitzung im ostpreußischen Osterode immer wieder gegen einen Friedensschluß mit den Franzosen und für ein Bündnis mit Rußland und England. Darüber kam es im ostpreußischen Exil zu einem Zerwürfnis zwischen Stein und Friedrich Wilhelm III. Am 4. Januar 1807 erhält Stein aus Königsberg seinen Abschied. Über den wenig später nach Memel geflüchteten Hof äußert er sich nur geringschätzig: "Ich verspreche mir nichts von den Ingredienzen de la cour de Memel – es ist eine geistlose, geschmacklose Zusammensetzung, keiner als der faulen Gärung fähig …"

Solange Stein Minister war, kannte man ihn eigentlich nur in Berlin und Königsberg. Erst nach 1808, nach dem Ausscheiden aus seinen preußischen Amtsfunktionen, wurde er allmählich in ganz Deutschland und im Ausland zu einem Begriff.

Als im Februar 1812 Friedrich Wilhelm III. einen Bündnisvertrag mit Napoleon abschloß, waren sämtliche Illusionen Steins entgültig zerstoben. Stein ging auf Einladung des Zaren Alexander I. nach Rußland in die Emigration. Er übte im Gefolge des Zaren dort erheblichen Einfluß aus. Als die Armee Napoleons im Winter 1812/13 geschlagen zurückkehrte, war seine Stunde gekommen. Im litauischen Tauroggen, von 1691 bis 1793 preußisch, schließt General Yorck am 30. Dezember 1812 auf eigene Verantwortung Frieden mit den Russen.

Bismarck war es, der später in seinen Memoiren zu dem Schluß kam, es sei fraglich, ob "auch nur die künstliche Neubildung Preußens, so wie sie 1815 geschah, zustande gekommen wäre", wenn Zar Alexander nicht "von 1812 an unter Steinschem Einfluß" gestanden hätte. Ostpreußen und Preußen insgesamt verdankten Stein die Grundlagen für ihren Wiederaufstieg im 19. und 20. Jahrhundert.

Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt, Ausgabe 20/05, 20.05.2000

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