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H. J. von Auerswald

 


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Hermann Sudermann


Auerswald hatte sie einberufen:
Die Landesversammlung beschließt die Landwehrordnung

Scharnier zwischen Stein und König
Unter Hans Jakob von Auerswald begann die Erhebung der Landstände gegen Napoleon
von Manuel Ruoff

Hans Jakob von Auerswald war der Mann, der die Landesversammlung einberief, von der 1813 die Erhebung der ostpreußischen Landstände ausging. Der preußische Reformer gehörte zu den vielen tragischen Helden der Befreiungskriege, die schließlich Opfer jener Reaktionäre wurden, denen sie durch ihren Kampf gegen Napoleon zur Rückkehr an die Macht verholfen hatten.

„Keine Adelskammern, der große Grundbesitz hat nicht das Zutrauen der Nation, er ist ärmer an Bildung als der Mittelstand.“ Hans Jakob von Auerswald sprach sich mit diesen fortschrittlichen Worten für die Entprivilegierung eines Standes aus, dem er selber angehörte. Er war der einzige Sohn von Hans Adolf von Auerswald, Erbherr auf Plaut in Westpreußen, und dessen Ehefrau Henriette Eleonore geborene von Schwandes. Wie bei seinen Standesgenossen in Preußen üblich, ging der am 25. Juli 1757 auf dem väterlichen Gut geborene Ostelbier bereits als Kind zu den Soldaten. Dort sah er jedoch nicht seine Zukunft. Nach der Ausübung diverser militärischer Funktionen erhielt er 1783 endlich den ersehnten Abschied. Er heiratete Sophia, Burggräfin und Gräfin zu Dohna-Lauck und widmete sich der Verwaltung des 1760 geerbten Gutes Faulen bei Rosenberg in Ostpreußen.

1787 ergriff er dann den Beruf, der ihn berühmt machte. Der Preuße ging in die Staatsverwaltung, angesichts der Bedeutung des Staates in diesem Lande neben dem Soldaten- sicherlich der preußischste aller Berufe. Nach einer ersten Tätigkeit als landrätlicher Assistent arbeitete er als Landschaftsdirektor des Marienwerderschen Departements. Auerswald entwickelte sich zum anerkannten Spezialisten auf dem Gebiet des Finanz- und Kreditwesens, auf dem er sowohl in West- als auch im benachbarten Ostpreußen eingesetzt wurde. 1797 wurde er zum Präsidenten der westpreußischen, fünf Jahre später zu dem der ostpreußischen und litauischen Kammer ernannt. Sein ostpreußisches Amt führte ihn nach Königsberg, wo er Kurator der dortigen Albertina wurde.

Nach der Niederlage seines Staates im Vierten Koalitionskrieg von 1806/07 und dem dadurch in Gang gesetzten Modernisierungsschub wurde er 1808, als entsprechend der militärischen Gliederung des Königreiches Preußen drei Oberpräsidialbezirke gebildet wurden, zum Oberpräsidenten von Ost- und Westpreußen und Litauen berufen und nahm in dieser exponierten Funktion auch Anteil an den Stein-Hardenbergschen Reformen. Er arbeitete für die Bauernbefreiung und bemühte sich um die Beteiligung der nichtadeligen Gutsbesitzer an der politischen Willensbildung. Als 1810 die Oberpräsidentenstellen aufgehoben wurden, trat er als Präsident an die Spitze der ostpreußischen Regierung. Ein Jahr später schließlich wurde er Landhofmeister des Königreiches Preußen.

Mit der Öffnung Ostpreußens für die Russen durch Ludwig von Yorck sah sich Auerswald als höchster Beamter des Landes vor einen typisch preußischen Konflikt gestellt, den zwischen dem Patriotismus, der zur Befreiung der Heimat von den Franzosen an der Seite der Russen gemahnte, auf der einen Seite und der Loyalität zum Landesherrn, der immer noch am Bündnis mit Bonaparte festhielt, auf der anderen. Yorck hatte diesen Konflikt mit der Konvention von Tauroggen am 30. Dezember 1812 auf seine Weise gelöst. Nun stand Auerswald vor dem Problem.

Einerseits wusste er, dass die patriotischen Motive des Reichsfreiherrn Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein über jeden Zweifel erhaben waren und die Waffenbrüderschaft mit den Russen die Chance zur Befreiung des Vaterlandes vom napoleonischen Joch bot. Andererseits hatte der zaudernde König Friedrich Wilhelm III. Yorcks Seitenwechsel weg von den Franzosen, hin zu den Russen noch immer nicht nachvollzogen und seit dem Siebenjährigen Krieg lebten Ostpreußens Beamte mit dem Trauma, wegen zu enger Zusammenarbeit mit dem Zarenreich des Verrats geziehen zu werden.

Auerswald kam in diesen Wochen der Befreiung und Besetzung Ostpreußens durch russische Truppen eine für die Gesamtgeschichte Preußens wichtige Scharnierfunktion zwischen seinem immer noch am Bündnis mit Napoleon festhaltenden König Friedrich Wilhelm III. und seinem ehemaligen Vorgesetzten Reichsfreiherr vom und zum Stein zu, der unter Hinweis auf dessen Vollmachten durch den Zaren von Russland zur Eile bei der Vorbereitung des Kampfes gegen Bonaparte drängte. Entsprechend dem Drängen Steins berief Auerswald am 23. Januar den Landtag ein. Da aber eigentlich nur dem König das Recht hierzu zustand, wurde vorsichtshalber nur von einer Landesversammlung gesprochen.

Am 5. Februar 1813 kam die Landesversammlung zusammen. Landhofmeister Auerswald übernahm nicht die Versammlungsleitung, er war nicht einmal anwesend. Gewiss nicht ganz ungern, wie es in der Literatur heißt, hatte Auerswald bereits am 1. Februar erklärt, „dass es die Krankheit für längere Zeit unmöglich“ mache, „außerhalb seines Zimmers Geschäfte zu betreiben“.

Es wäre allerdings unangemessen, Auerswald vorzuwerfen, er wäre politisch abgetaucht. Zum einen war er am 29. Januar tatsächlich von einem rheumatischen Leiden befallen worden, das damals in Königsberg stark grassierte. Zum anderen nahm er regen Einfluss auf den Verlauf der Versammlung, was sich nicht darauf beschränkte, dass er die Entscheidung fällte, wer ihn dort als Sitzungsleiter vertrat. Vielmehr stand er während der Landesversammlung im regen Austausch mit den Teilnehmern und nahm eine wichtige Mittlerfunktion zwischen der auf Steins Geheiß von ihm einberufenen Landesversammlung und dem König ein. Er bejahte nicht nur die Beschlüsse der Versammlung, zu deren wichtigsten die Aufstellung einer Landwehr und die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht gehörten, sondern trug sie auch mit der Autorität seines Amtes mit. Auf sein Betreiben hin beschloss die Versammlung eine Adresse an den König. Auerswald verfasste ein Empfehlungsschreiben für den Herrscher und setzte sich mit seinem Wunsche durch, dass statt seines Schwagers Alexander Graf Dohna, den er für zu undiplomatisch hielt, dessen Bruder Ludwig mit dem Überbringen der Adresse beauftragt wurde.

Wenn Stein und Auerswald auch schließlich hart aneinander gerieten, so lässt sich doch konstatieren, dass Auerswald wie Stein Preußens Seitenwechsel bejahte. Aber im Gegensatz zu Stein sah Auerswald sich mit der Aufgabe konfrontiert, dabei den Bruch mit dem König und damit das Auseinanderbrechen des Staates zu verhindern. Auerswald mag zwar in den Augen Steins eine alte Schlafmütze ohne Mut und Feuer gewesen sein, doch hat der Landschaftspräsident letztlich das von seiner Seite Nötige unternommen, um die Einleitung der Befreiungskriege zu ermöglichen.

Nach dem Sieg versuchte Auerswald, die preußischen Reformen unter anderem durch mehr Bürgerbeteiligung, mehr Beteiligung des Mittelstandes fortzusetzen. Er scheiterte damit aber, wurde vielmehr im Zeitalter der Restauration zunehmend politisch kaltgestellt. Als nach dem Sieg über Napoleon die Oberpräsidien wieder hergestellt wurden, wurde Auerswalds Zuständigkeit auf Ostpreußen beschränkt. 1819 wurde ihm per Kabinettsorder das Amt des Kurators der Königsberger Universität genommen. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er 1824 auch als Oberpräsident von Ostpreußen entlassen. Auerswald zog sich auf sein Gut Faulen zurück. Wegen der dort besseren ärztlichen Versorgung zog der Ruheständler 1832 zurück nach Königsberg, wo er am 3. April 1833 starb.

Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt, Ausgabe 13/13, 30.03.2013

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