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Trauriges Beispiel bürgerlicher Feigheit
CDU »entsorgt« hessischen Jungpolitiker nach linker Denunziation –
Grund sind Veröffentlichungen in konservativen Medien
von Jan Heitmann

Sebastian Pella Foto: CDU-RiedstadtEin anonymer E-Mail-Schreiber hat den Kommunalpolitiker Sebastian Pella denunziert, und schon ist dessen berufliche und politische Existenz vernichtet. „Einbuergerrriedstadts“, so nennt sich der Denunziant, hat die Fraktionen der Stadtverordneten-Versammlung im hessischen Riedstadt darüber informiert, dass der Stadtverordnete Pella (bis dahin CDU) „bei der Suche in Google immer wieder in Zusammenhang mit der rechten Szene“ auftauche.

Als „Beweis“ lieferte er Verweise zu Veröffentlichungen, in denen er „klar rechtsextreme Tendenzen“ zu erkennen glaubt. Darunter befanden sich auch Artikel Pellas in der PAZ, für die der 29-jährige Historiker gelegentlich schreibt. Unterzeichnet ist die E-Mail mit „Es lebe der Kommunismus!“ Obwohl klar ersichtlich war, aus welcher Ecke der Denunziant kam und welche Absicht er verfolgte, ließ seine Partei Pella ohne Umschweife fallen. „Dass Pella konservativ war, das wusste jeder, aber wie konservativ …“, ließ Fraktionschef Thomas Fischer verlauten. Problematisch für die CDU sei zudem, dass Pella ein Buch über den Rassetheoretiker Ludwig Woltmann geschrieben habe, das sogar über Neonazi-Webseiten vertrieben werde. Mittlerweile ist Pella aus der CDU ausgetreten. Nicht, um Schaden von der Partei abzuwenden, wie offiziell verlautbart wurde, sondern, um deutlich zu machen, dass es für rechtskonservative Positionen in der CDU keinen Platz mehr gebe, so Pella gegenüber der PAZ. Der Stadtverordnetenversammlung gehört er jetzt als Parteiloser an. Die Parteibasis hält selbst nach seinem Austritt noch zu ihm. Auf keinen Fall stehe Pella „rechts der CDU“, so die Kreisvorsitzende Ursula Kraft. Doch das half ihm nichts. Die Folge: Die drei Landtagsabgeordneten, für die Pella bis dahin hauptberuflich als Referent tätig war, schickten ihm die fristgerechte Kündigung.

Die Landtagsfraktion der Linkspartei rückte Pella in einer Presseerklärung „in die Nähe neofaschisti- scher Gruppen“ und verortete die PAZ als „Sprachrohr der neuen Rechten und Stichwortgeber für Neonazis“. Süffisant bot sie der CDU Hilfe bei der Eliminierung vermeintlich rechter Elemente in deren Reihen an. Mit Erfolg, denn die CDU hat wie erhofft auf die linke Denunziation reagiert, deren Argumentation übernommen und Pella entsorgt.

Die ganze Angelegenheit ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sich die bürgerlichen Kräfte immer mehr grund- und widerstandslos unter ideologischen Konformitätsdruck setzen lassen und mit Feigheit reagieren, wenn es darum geht, Standhaftigkeit zu zeigen. So hat in diesem Fall ausgerechnet die CDU der stalinistischen Antifa-Strategie zum Erfolg verholfen, die jeden außerhalb der linken Reihen kriminalisiert.

Unrühmlich ist auch die Rolle der Medien in dieser Sache. Der Hessische Rundfunk übernahm ungeniert Formulierungen aus dem Pressematerial der Linkspartei und machte sich so zu deren Sprachrohr. Und eine eigentlich als wertkonservativ geltende Frankfurter Tageszeitung bezeichnete Pella als „rechtslastig“ und den Internetauftritt der PAZ gar als „Neonazi-Webseite“ – wobei sie wenigstens Letzteres auf Intervention der PAZ bereitwillig am nächsten Tag korrigierte. Diese Vorgänge werfen ein weiteres Schlaglicht auf die Verfassung der politisch korrekten Mainstream-Medien. Statt sachlicher Berichterstattung gibt es den belehrend erhobenen Zeigefinger und selbstgerechte moralische Entrüstung. Wer sich nicht der herrschenden Meinung anschließt, wird nicht mehr nur als Abweichler betrachtet, sondern gleich als Ausgestoßener stigmatisiert und medial für vogelfrei erklärt. Norbert Bolz formuliert es in der „Financial Times Deutschland“ so: „Der politischen Korrektheit geht es nicht darum, eine abweichende Meinung zu widerlegen, sondern den abweichend Meinenden als unmoralisch zu verurteilen. Man kritisiert abweichende Meinungen nicht mehr, sondern hasst sie einfach.“

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Quelle:
Foto: Archivmaterial;
Text: Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt Ausgabe 49/11, 10.12.2011

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