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Geschichtspolitik
Hindenburgplatz in Münster soll umbenannt werden

Reichspräsident Paul von Hindenburg Foto: Wikimedia/BundesarchivMÜNSTER. Eine Kommission des Münsteraner Stadtrats hat die Umbenennung des Hindenburgplatzes empfohlen. Der Grund sei die „unrühmliche Rolle“, die Hindenburg bei der nationalsozialistischen Machtergreifung gespielt habe, berichtet die Ibbenbürener Volkszeitung. Seit den 90er Jahren gab es Bemühungen, den Namen Hindenburgs aus dem Stadtbild Münsters zu tilgen.

Zwar habe das Ergebnis der Kommission nur empfehlenden Charakter. Andererseits hätten mehrere Ratsmitglieder der Kommission angehört, darunter der Bürgermeister Markus Lewe (CDU). Daher sei es unwahrscheinlich, daß der Rat der Stadt nicht dem Votum folgt.

Auch Agnes-Miegel-Straße soll umbenannt werden

Der große Platz vor der Westfälischen Wilhelms-Universität ist das prominenteste Opfer der Kommission: Münster steht eine kleine Umbenennungswelle bevor. Ferner sollen die Agnes-Miegel-Straße (ostpreußische Heimatdichterin), die Wagenfeldstraße (Karl Wagenfeld, Dichter), der Franz-Ludwig-Weg (Jurist), der Stehrweg (Hermann Stehr, Schriftsteller) und der Castelleweg (Friedrich Castelle, Journalist) umbenannt werden.

Bei den Bürgern kommt die Umbenennung nicht so gut an: In einer Abstimmung im Internet haben sich bislang fast siebzig Prozent der Teilnehmer für den Erhalt des Namens Hindenburgplatz ausgesprochen. (rg)

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Quelle:
 JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co., Nachrichten, 20.06.2011,
http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M5346a137eb5.0.html

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Kommentar:
Das Gedächtnis unserer Politiker scheint offenbar nur bis 1933 zurück zu reichen. Die deutsche Geschichte besteht aber nicht nur aus den 12 Jahren Nationalsozialismus. Diese sind ein Staubkorn gemessen an der über 1000-jährigen deutschen Geschichte.
Statt sich am kurzlebigen Zeitgeist zu orientieren, sollte sich diese "Kommission" auch mal an die Leistungen von Hindenburg erinnern, z.B. an die (zweite) Tannenbergschlacht - und damit die Rettung Ostpreußens im Jahre 1914.
Aber dem heutigen Zeitgeist entsprechend würde diese "Kommission" wohl den Namen des Platzes beibehalten, wenn Hindenburg damals diese Schlacht verloren hätte ...
(Ws)


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